Motorsport BMW verlässt die Formel 1

Der Automobilhersteller BMW steigt nach dieser Saison aus der Formel 1 aus. "Wir haben gestern im Vorstand entschieden, wir richten unser Motorsport-Engagement neu aus. Die BMW-Group wird ihr Engagement in der Formel 1 mit Ablauf der Saison 2009 beenden", sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer am Mittwoch.

München - "Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Ausrichtung des gesamten Unternehmens entspricht unser Engagement in der Formel 1 nicht mehr unserer Hauptzielrichtung", erklärte Reithofer am Vormittag im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im BMW-Hochhaus.

Damit wurden entsprechende Informationen von manager-magazin.de bestätigt. Die freiwerdenden Ressourcen sollen nun in die Entwicklung neuer Antriebstechnologien sowie in "Projekte im Bereich Nachhaltigkeit fließen", kündigte BMW  an.

Entwicklungsvorstand Klaus Draeger würdigte, dass BMW sich bereits im dritten Jahr als Top-Ten-Team etabliert habe. Allerdings hätten in dieser Saison die Erwartungen nicht erfüllt werden können. Über das Ausmaß eines möglichen Stellenabbaus könne er noch nichts sagen. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) seien von dem Aus rund 750 Mitarbeiter betroffen, davon rund 300 in München.

BMW-Motorsport-Chef Mario Theissen erklärte, dass alle Mitarbeiter gern gezeigt hätten, dass die aktuelle Saison ein "Ausrutscher" sei. Allerdings könne er die Entscheidung des Konzerns nachvollziehen. Nach 10 von 17 Rennen ist BMW-Sauber Achter in der Konstrukteurswertung, die Piloten Nick Heidfeld aus Mönchengladbach und Robert Kubica aus Polen liegen auf den Rängen 13 und 15.

Dass BMW die Entscheidung nun bekanntgegeben hat, dürfte auch mit dem neuen Concorde Agreement, der Verfassung in der Formel 1, zusammenhängen, mit deren Unterzeichnung noch in dieser Woche gerechnet wird. Darin sollen sich die Teams unter anderem auch für die kommenden Jahre bis 2012 zur Formel 1 bekennen.

Seine größten Erfolge feierte BMW-Sauber, das bislang auf 63 Grand-Prix-Starts kommt, mit dem Premierensieg Kubicas im Juni 2008 im kanadischen Montréal. 2007 war das Team Zweiter in der Konstrukteurswertung geworden, allerdings begünstigt durch die damalige Disqualifikation von McLaren-Mercedes wegen der Spionage- Affäre. Der derzeit um den WM-Titel kämpfende Sebastian Vettel feierte in einem BMW-Sauber 2007 seine Formel-1-Premiere, nachdem Kubica einen Unfall in Montréal gehabt hatte.

2005 hatte BMW die Übernahme des damaligen Schweizer Sauber-Teams bekanntgegeben. Zuvor war der Automobilhersteller von 2000 an Motorenlieferant für Williams. Der Rennstall hatte den ehrgeizigen Plan, binnen weniger Jahre an die Weltspitze zu fahren, kontinuierlich umsetzen können. Vor der laufenden Saison war BMW-Sauber als ernsthafter Titelkandidat gehandelt worden, so war auch das Ziel im vierten Jahr. Mit dem neuen Wagen blieben die Weiß-Blauen allerdings deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Offen ist damit vorerst, was mit den beiden Stammpiloten Heidfeld und Kubica passiert. Beide müssen sich nun nach einem neuen Arbeitgeber umschauen.

Nach Informationen der "Bild" sollen unterdessen angeblich auch bei Toyota  die Gedankenspiele über einen Ausstieg sehr weit fortgeschritten sein. Ende vergangenen Jahres war bereits Honda  ausgestiegen.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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