Opel Betriebsrat fordert Mitsprache

Die Mitarbeitervertreter der Opel-Belegschaft haben ein Vetorecht in der Entscheidung über einen Investor für das Unternehmen gefordert. Sollten die Betriebsräte nicht mehr Einfluss bekommen, wollten sie jede Entscheidung blockieren. Automobilexperten haben parallel vor möglichen Insolvenzfolgen für Opel gewarnt.

Rüsselsheim - Der Opel-Betriebsrat hat seine Unterstützung für einen Neustart des Autobauers von Mitspracherechten der Belegschaft abhängig gemacht. Es sei nicht zu akzeptieren, dass die Beschäftigten nach den Vorstellungen der Investoren binnen fünf Jahren bis zu 1,5 Milliarden Euro in das neue Unternehmen einbringen sollten, von den Entscheidungsprozessen aber ausgeschlossen seien, teilten der Konzern- und Gesamtbetriebsrat und die IG Metall am Montag nach einer Sondersitzung mit. "Kein Investor plant bisher, soviel in das neue Unternehmen einzubringen."

Ohne Beteiligung an Entscheidungen würden die Arbeitnehmervertretungen daher nichts in das neue Unternehmen einbringen - unabhängig davon, für welchen Investor sich der einstige Mutterkonzern General Motors  (GM) entscheide.

In einem Forderungskatalog verlangen Betriebsrat und Gewerkschaft unter anderem den Zugang der Marke Opel zu allen wichtigen Weltmärkten und den Verzicht auf Werksschließungen. "Bisher ist festzustellen, dass zwar von jedem Investor und von GM erhebliche Forderungen an die Beschäftigten und Arbeitnehmervertretungen gestellt werden, sie aber nicht in den Entscheidungsprozess aktiv eingebunden sind", heißt es in der Erklärung. Bisher seien den Arbeitnehmervertretungen nicht einmal offiziell die Konzepte der Investoren vorgelegt worden.

Sowohl der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna als auch der belgische Finanzinvestor RHJ International planen, die Opel-Belegschaft mit zehn Prozent an dem neuen Unternehmen zu beteiligen. Im Gegenzug verlangen die Bieter von den Opel-Mitarbeitern Einschnitte in Milliardenhöhe etwa beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder auch bei den Löhnen.

Autoexperten haben vor möglichen Insolvenzfolgen für den Rüsselsheimer Autohersteller gewarnt. "Das würde Opel nicht überleben", sagte Wili Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft. Der Chef des Center Automotive Research (CAR), Ferdinand Dudenhöffer, sagte, im Falle einer Insolvenz sei umgehend mit der Schließung von Werken zu rechnen.

Diez warnte, eine Insolvenz führe fast unausweichlich zu massiven Absatzproblemen. "Die Kunden kaufen ungern Produkte von einer Firma in Insolvenz." Dazu komme das Problem der Finanzierung.

Es sei völlig unklar, wie bei einer Insolvenz die Löhne von allein 25.000 Beschäftigten in Deutschland bezahlt werden sollten. Auch seien die Zulieferer direkt betroffen. "Ich glaube nicht, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das vor der Wahl erlauben kann", sagte Dudenhöffer.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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