Beschäftigungskrise IG Metall plant kürzere Arbeitszeit

Die IG Metall will mit einer neuen Runde von Arbeitszeitverkürzungen auf die drohende Beschäftigungskrise in der Metall- und Elektroindustrie reagieren. Deutschlands Unternehmen hingegen blicken laut einer aktuellen Studie optimistisch in die Zukunft.

Düsseldorf - "Wir müssen dafür sorgen, dass bei einer Stabilisierung der Konjunktur wieder mehr Beschäftigung entsteht", sagte ihr baden-württembergischer Bezirkschef Jörg Hofmann dem "Handelsblatt". Dazu müssten vor allem "die realen Arbeitszeiten künftig besser in Einklang mit den Bedürfnissen der Beschäftigten und den Tarifstandards bleiben."

Bereits im September werde die große Tarifkommission im Schlüsselbezirk Baden-Württemberg eine Strategiedebatte darüber starten, kündigte er an. Hintergrund sind Sorgen, dass das Arbeitsvolumen in der Industrie infolge der Krise auf Jahre hinaus hinter dem bisherigen Niveau zurückbleiben könnte.

Umso mehr müsse eine vorausschauende Arbeitszeitpolitik dafür sorgen, dass Produktivitätsfortschritt nicht zulasten von Arbeitsplätzen gehe, betonte Hofmann. Zwar setze er nicht vorrangig auf eine neue generelle Verkürzung der Wochenarbeitszeit, die im Westen bei 35 Stunden liegt. Vielmehr gehe es auch um Lebensarbeitszeiten und um Gestaltungsmöglichkeiten während des Arbeitslebens.

Die deutschen Unternehmer blicken indes optimistischer in die Zukunft. Zwei von drei Unternehmen (66 Prozent) glauben an eine Verbesserung der Wirtschaftslage in den nächsten zwölf Monaten, berichtet die Zeitung "Die Welt" aus einer ihr vorliegenden Erhebung der Unternehmensberatung Ernst & Young. Für das Jahr 2011 wachse die Schar derjenigen, die die Lage als "eher positiv" und "sehr positiv" bewerten, sogar auf 78 Prozent.

Die Studie zeige zudem, dass die Unternehmen die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland überwiegend optimistisch sehen. So glauben laut der Studie 54 Prozent der Befragten, dass Deutschland gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Nur 17 Prozent glauben an eine Schwächung. 29 Prozent antworteten mit "unverändert".

Vertrauen in die Regierung ist "eher groß"

Gefragt wurde auch nach dem Vertrauen in Währungen, Wirtschaftsbranchen und öffentliche Institutionen. Das meiste Vertrauen genießt demnach der Euro. 68 Prozent bewerteten ihr Vertrauen in die Gemeinschaftswährung mit "eher groß" oder sogar "sehr groß".

27 Prozent der Unternehmen gaben ihr Vertrauen an Regierungen und Staaten mit "eher groß" oder "sehr groß" an, 46 Prozent immerhin noch mit "mittel". Am schlechtesten kommen Banken und Ratingagenturen in der Vertrauensumfrage weg. 48 Prozent haben "eher geringes" Vertrauen in die Geldhäuser, 14 Prozent sogar "kein Vertrauen".

Die Unternehmensberater von Ernst & Young wollten auch wissen, was den Unternehmen auf mittlere Sicht Hoffnung macht. 90 Prozent nannten die wirtschaftliche Erholung, dahinter folgt mit 80 Prozent "technologischer Fortschritt". Aber mittelfristig sehen die Unternehmen Risiken. Als größtes gaben sie die Staatsverschuldung (77 Prozent) knapp gefolgt von den Energiepreisen (76 Prozent) an. Für ihre repräsentative Studie haben die Berater 700 Unternehmen in ganz Deutschland befragt.

Mit der Studie wollte Ernst & Young eine kurz- und mittelfristige Einschätzung zur Lage der Konjunktur und des eigenen Unternehmens erfahren. Zudem ging es der Unternehmensberatung darum zu ergründen, wie es in der Krise um das Vertrauen der Firmen in Institutionen, Währungen und Wirtschaftsbranchen steht.

In der Studie wurden vor allem kleinere und mittlere Unternehmen befragt. 34 Prozent der Firmen machen im Jahr mehr als 100 Millionen Euro Umsatz, 22 Prozent zwischen 50 und 100 Millionen und der Rest zwischen 20 und 50 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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