Porsche Ackermann warnt vor Überschuldung

Der Sportwagenhersteller Porsche ist offenbar noch stärker verschuldet als bisher bekannt. In einem vertraulichen Gespräch mit Wolfgang Porsche hat daher Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Eignerfamilien aufgefordert, frisches Kapital nachzuschießen - dringend.

Hamburg - Die Finanznot von Porsche  ist noch größer als bislang bekannt. Die Verschuldung summiert sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL nicht auf zehn, sondern auf 14 Milliarden Euro. Deshalb benötigt Porsche schnell frisches Kapital - Deutsche-Bank-Chef Ackermann persönlich hat bereits interveniert.

Nach Informationen aus Bankenkreisen müssen zu den Kreditschulden noch weitere Anleihen gezählt werden, die das Unternehmen herausgegeben hat. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wies Porsche-Miteigentümer Wolfgang Porsche in einem vertraulichen Gespräch darauf hin, wie schwierig die Lage sei.

Die Familien kämen um eine Kapitalerhöhung nicht herum, sagte Ackermann. Sie müssten sehr schnell eigenes Kapital ins Unternehmen stecken. Dies habe eine hohe Dringlichkeit.

Der Anteil der Familien Porsche und Piëch an einem vereinten VW-Porsche-Konzern wird geringer sein als bislang unterstellt. Aus einer Präsentation für den Grundlagenvertrag geht hervor, dass die Familien Porsche und Piëch in der ersten Jahreshälfte 2011 nicht über 50, sondern nur über 30 Prozent halten sollen, Niedersachsen über 20 und Katar unter 20 Prozent.

Dennoch sollen jetzt bereits Hans Michel Piëch und Oliver Porsche in den VW-Aufsichtsrat einziehen und die Plätze des zurückgetretenen Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking und des Ex-Porsche-Finanzchefs Holger Härter einnehmen. Wolfgang Porsche rückt sogar ins Präsidium des VW-Kontrollgremiums auf.

Die Aufsichtsräte von Porsche und VW hatten am Donnerstag den Weg für eine Verschmelzung freigemacht. Der langjährige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking musste aus dem Unternehmen ausscheiden. Er soll mit 50 Millionen Euro abgefunden werden, die Wiedeking zur Hälfte spenden will.

manager-magazin.de mit Material von Agenturen

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