Soffin-Chef Rehm "Commerzbank braucht kein Geld"

Die Commerzbank braucht nach Einschätzung des Bankenrettungsfonds Soffin keine weitere Geldspritze vom Staat. Soffin-Chef Hannes Rehm betonte zudem, derzeit werde mit keiner Bank über eine Eigenkapitalzufuhr gesprochen.

Frankfurt - Es sei aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, dass das Kreditinstitut ein drittes Mal Eigenkapital vom SoFFin benötige, sagte Soffin-Chef Hannes Rehm der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er geht auch davon, dass die Commerzbank  die Zinsen für die getätigte stille Einlage voll zahlen kann. "So sieht es auch die interne Jahresplanung der Commerzbank vor."

Der Staat hatte der Commerzbank über den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung rund 16 Milliarden Euro an stiller Einlage überwiesen, um das in der Finanzkrise ins Taumeln geratene Institut zu stützen. Zudem flossen der Bank knapp 2 Milliarden Euro über eine Kapitalerhöhung zu, wodurch der Staat nun eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie an den Frankfurtern hält.

Besonders die von der Allianz  übernommene Dresdner Bank mit ihren toxischen Wertpapieren hatte die Commerzbank in Schwierigkeiten gebracht. "Unter dem Strich brauchen wir nicht größere, sondern stärkere Banken", mahnte Rehm.

"Zur Redimensionierung der Banken können wir eine neue Hilfsoption anbieten: die Bad Banks." Dabei sollen die gefährlichen Wertpapiere ausgelagert werden, um den Banken finanziellen Freiraum für die Kreditvergabe zu schaffen.

Mit keiner Bank, das betonte Rehm, werde derzeit über eine Eigenkapitalzufuhr gesprochen. "Bei den vorliegenden Anträgen geht es nur um Garantien."

Derzeit liegen dem Soffin 23 noch nicht bewilligte Anträge vor im Volumen von 65 Milliarden Euro. "Hierbei fließt nur bei Ausfall der Bank Geld. Bisher hat es keinen Ausfall gegeben."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx