Quartalszahlen Merck bricht der Gewinn weg

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im zweiten Quartal einen unerwartet kräftigen Gewinnrückgang verbucht. Das Unternehmen hatte bereits in den vergangenen beiden Quartalen unter einem Nachfrageschwund aus der Elektronikindustrie nach den Grundsubstanzen für LCD-Fernseher und Handy-Displays gelitten.

Frankfurt - Der operative Gewinn sank binnen Jahresfrist um 42 Prozent auf 184,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit lag das Ergebnis klar unter dem Niveau des ersten Quartals von 198 Millionen und den von Analysten erwarteten 216 Millionen Euro.

Merck  verspürte zwar eine deutliche Erholung in seinem einst äußerst renditestarken Geschäft mit Flüssigkristallen, gab in der Pharmasparte aber mehr für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing und Vertrieb aus als Experten erwartet hatten. "Wir sind in der Lage, weiterhin in die Entwicklung innovativer Produkte zu investieren, die unsere Zukunft sichern werden", sagte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley.

Die Biopharmaziesparte Merck Serono finanziere derzeit zehn internationale klinische Studien der späten Phase III - mehr als je zuvor in der Firmengeschichte. "Trotz der Wirtschaftskrise erwarten wir, die Prognose der Merck-Gruppe für 2009, die wir im Frühjahr bekannt gegeben haben, zu erfüllen", sagte Kley. Für das Gesamtjahr rechnet Merck weiter mit einem Wachstum der Gesamterlöse von bis zu fünf Prozent - im zweiten Quartal lagen sie nahezu unverändert bei 1,9 Milliarden Euro.

Die bereinigte operativen Umsatzrendite soll 2009 bei 15 bis 20 Prozent liegen. Hier kam Merck im vergangenen Jahresviertel auf 17,4 Prozent und im Vorjahreszeitraum auf 24,4 Prozent. Im Geschäft mit Flüssigkristallen lag die Umsatzrendite mit 27,4 Prozent zwar deutlich unter dem Vorjahresniveau von 45 Prozent. Damit fiel sie aber besser aus als im Auftaktquartal mit 9,7 Prozent und entsprach den Analystenschätzungen.

Merck hatte in den vergangenen beiden Quartalen unter einem Nachfrageschwund aus der Elektronikindustrie nach den Grundsubstanzen für LCD-Fernseher und Handy-Displays gelitten. Zuletzt hatten sich aber die Anzeichen gemehrt, dass das Geschäft wieder anzieht. So hatte etwa Anfang des Monats der Weltmarktführer bei Flachbildschirmgeräten, Samsung Electronics, mit einer optimistischen Gewinnschätzung für das abgelaufene Quartal überrascht.

manager-magazin.de mit Material von reuters