Kaufangebot Magna peilt höheren Opel-Anteil an

Der Aufsichtsrat des Zulieferers Magna hat dem Übernahmeangebot für Opel zugestimmt. Im Falle eines Einstiegs strebt Magna nun eine höhere Beteiligung an als bislang bekannt: Statt bisher 20 Prozent will der Zulieferer nun knapp 8 Prozent mehr.

Frankfurt am Main - Damit kann die Geschäftsführung des kanadisch-österreichischen Zulieferers bis zum Ablauf der Frist an diesem Montagnachmittag einen unterschriftsreifen Vertragsentwurf für den Einstieg bei Opel vorlegen. Die Offerte werde fristgerecht eingereicht, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt.

Magna  will gemeinsam mit der russischen Sberbank  bei Opel einsteigen und 500 Millionen Euro Eigenkapital einbringen. Der russische Autohersteller Gaz soll als Kooperationspartner sein Vertriebsnetz in Russland zur Verfügung stellen.

Sollte es zu einem Einstieg bei Opel kommen, strebt Magna nun eine höhere Beteiligung an als bisher bekannt. Der Zulieferer wolle 27,5 Prozent, weitere 27,5 Prozent an "New Opel" soll die russische Sberbank übernehmen, sagte ein Magna-Sprecher, ohne auf die Hintergründe einzugehen. Das Paket insgesamt werde dadurch nicht verändert. Die einstige Opel-Mutter General Motors (GM)  solle weiterhin mit 35 Prozent beteiligt werden, die Opel-Belegschaft mit 10 Prozent. Die industrielle Führung liege wie schon nach früheren Plänen bei Magna.

Bisher hatte Magna einen 20-Prozent-Anteil angestrebt, die Sberbank wollte mit 35 Prozent einsteigen. Ob und wie stark sich der Beitrag des Zulieferers erhöht und der Beitrag der Sberbank gegenüber den früheren Plänen verringert, wollte der Sprecher nicht sagen.

Magna gilt neben dem belgischen Finanzinvestor RHJ International als aussichtsreichster Bewerber um den Einstieg bei Opel. Der chinesische Hersteller BAIC galt zuletzt als abgeschlagen. Magna und GM hatten in den vergangenen Monaten unter anderem verbissen über den Zugang zum russischen Markt verhandelt.

"Hohe Entscheidungsfreiheit für Opel muss gesichert sein"

Ursprünglich hatte Magna für "New Opel" das Exklusivrecht für die Produktion und den Vertrieb der US-Konzern-Marke Chevrolet angestrebt. Kreise berichteten jedoch am Montag von einem Kompromiss, nach dem die Markenführung bei GM bleibe, während sich beide Unternehmen die Vertriebsrechte und die Produktion teilen sollten.

Ein Insider wies unterdessen Medienberichte aus Russland zurück, wonach Magna und die Sberbank nur dann an ihrem Angebot festhielten, wenn GM ihnen die Nutzung des gesamten intellektuellen Eigentums erlaube. "Es gibt einen gemeinsamen Vorschlag, nach dem eine hohe Entscheidungsfreiheit für Opel gesichert sein muss", sagte die Quelle. Ein Ultimatum gebe es aber nicht.

Der Magna-Aufsichtsrat beschloss, dass das Zulieferergeschäft von Magna im Falle einer Übernahme strikt von den Geschäften von "New Opel" getrennt werden müsse. Dadurch sollten unter anderem Bedenken von Kunden aus der Automobilindustrie ausgeräumt werden, für die Magna im Auftrag Autos baut. Auch personell gebe es eine klare Trennung. "New Opel" soll demnach vom bisherigen Chef von GM Europe, Carl-Peter Forster, geführt werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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