Kuka Konflikt mit Großaktionär Grenzebach eskaliert

Beim Augsburger Automobilzulieferer Kuka eskaliert der Konflikt zwischen dem Vorstand und Großaktionär Grenzebach. Der Maschinenbauhersteller will nach Informationen von manager magazin Kuka-Vorstandschef Horst Kayser und Finanzvorstand Matthias Rapp ablösen lassen.

Hamburg - Grenzebach und auch der zweite Großaktionär Guy Wyser-Pratte hätten das Vertrauen in den Vorstand verloren, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Unterstützt würden sie von Teilen der Arbeitnehmervertreter. Am Montag trifft sich der Aufsichtsrat zu einer außerordentlichen Sitzung. Bereits am Sonntag tritt der Personalausschuss zusammen.

Der Verlauf der Fronten ist unklar. Grenzebach gehe davon aus, dass eine Mehrheit der Aufsichtsräte nicht mehr hinter Kayser und Rapp stehe, berichten Kontrolleure. Aufsichtsratschef Rolf Bartke dagegen sehe weiter eine Mehrheit für den Vorstand. Bartke stützt Kayser und Rapp. Er werde am Montag beantragen, dass der Aufsichtsrat dem Vorstand das Vertrauen ausspricht, heißt es in Aufsichtsratskreisen.

Grenzebach hatte sich im März 2009 an Kuka  beteiligt und hält inzwischen 29,2 Prozent der Anteile. Wyser-Pratte gehören knapp 10 Prozent. Für den Fall, dass der Aufsichtsrat sich hinter den Vorstand stellen sollte, will Grenzebach seine Forderungen offenbar auf einer außerordentlichen Hauptversammlung durchsetzen. Kuka-Aufsichtsratschef Bartke sei darüber bereits informiert worden, berichten Beteiligte. Grenzebach drohe damit, dort zunächst den Aufsichtsrat neu wählen zu lassen und dann den Vorstand neu zu besetzen. Eine Liste mit möglichen Kandidaten liege bereit.

Grenzebach wird im Kuka-Aufsichtsrat von Geschäftsführer Bernd Minning und Till Reuter vertreten. Die beiden werfen Kayser und Rapp unter anderem vor, sie bauten die Roboter-Sparte nicht schnell genug auf und hätten nicht genug Kapitalmarkterfahrung. Bartke und mit ihm weitere Vertreter der Kapitalseite im Aufsichtsrat halten das offenbar für unbegründet. Kayser hatte sein Amt erst im Oktober 2008 angetreten.

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