LBBW Sparprogramm beschlossen

Die finanziell schwer angeschlagene LBBW will mehrere Hundert Arbeitsplätzen abbauen. Der Verwaltungsrat der größten deutschen Landesbank beschloss ein Sparprogramm über 200 Millionen Euro pro Jahr. Zwei Drittel der Summe sollen über Sachkosten eingespart werden, ein Drittel davon beim Personal.

Stuttgart - LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter hat der größten deutschen Landesbank einen massiven Sparkurs mit Stellenabbau verordnet. Bei der Verwaltungsratssitzung sei ein Kostensenkungsplan in Höhe von 200 Millionen Euro beschlossen worden, berichtete ein LBBW-Sprecher am Montag. Nach Angaben aus Verwaltungsratskreisen sollen in den kommenden zwei Jahren 800 Stellen abgebaut werden.

Der Großteil des Arbeitsplatzabbaus werde aller Voraussicht nach im Ausland vorgenommen, sagte eine Person aus dem Umfeld der Eigentümer. Der Standort der LBBW-Zentrale in Stuttgart solle weitgehend verschont bleiben. Die abschließende Entscheidung über das Sparprogramm fällt die Trägerversammlung am Freitag. Bislang hatte die Bank geplant, die Kosten um jährlich rund 150 Millionen Euro zu senken. Verwaltungsratschef Peter Schneider hatte aber bereits eingeräumt, dass dies wohl nicht ausreichen werde. Unternehmensberater hatten in den vergangenen Monaten jeden Winkel des Instituts auf Einsparmöglichkeiten ausgeleuchtet.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) betonte unterdessen, er werde "mit aller Härte" darauf pochen, dass der Stellenabbau nicht einseitig zulasten des Standorts Mainz geht. Die entsprechenden Verträge sähen vor, dass es in Mainz eine Personaluntergrenze gebe und dass mögliche Lasten auf alle LBBW-Standorte verteilt würden. "Wir werden mit aller Kraft und aller Massivität auf Einhaltung von Verträgen pochen." Nach Becks Angaben hatte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) ihm vor einigen Wochen auch versichert, dass die Verträge gälten. "Ich habe daran keinen Zweifel", sagte Beck.

Die LBBW, die zu je 40 Prozent dem Land Baden-Württemberg und den dortigen Sparkassen gehört, hat in Folge von Fehlspekulationen an den internationalen Kapitalmärkten und der Integration der Landesbanken in Sachsen und Rheinland-Pfalz 2008 einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro eingefahren. Die Eigner mussten der Bank fünf Milliarden Euro neues Kapital zuschießen. Zudem bürgt das Land Baden-Württemberg mit knapp 13 Milliarden Euro für die Auslagerung von riskanten Wertpapier-Portfolios in eine Abwicklungsgesellschaft.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters