VW/Porsche Wulff sieht Machtkampf vor dem Ende

Hat der Familienzwist bei Porsche ein Ende? Laut Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sind die Weichen für eine Einigung mit Volkswagen über die künftige Zusammenarbeit der Unternehmen gestellt. Porsche kritisierte Wulff derweil für eine Äußerung über den möglichen Einstieg des Emirats Katar.

Stuttgart/Wolfsburg/Berlin - Im erbitterten Machtkampf zwischen Porsche  und Volkswagen  hält Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) eine baldige Einigung für möglich. "Wir gehen davon aus, dass die Familien Porsche und Piëch in den nächsten Tagen Klarheit schaffen", sagte Wulff am Montag vor einem Treffen der CDU-Spitze in Berlin. Dabei werde es eine "gute Lösung" für einen integrierten Konzern von VW und Porsche geben. Das Land Niedersachsen ist zweitgrößter VW-Aktionär.

Unterdessen ging die Aktie von Porsche auf Höhenflug. Das Papier stieg am Montagvormittag an der Börse um mehr als 7 Prozent auf 45,40 Euro. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und das Emirat Katar haben sich nach Bankenkreisen über eine dringend notwendige Kapitalspritze geeinigt.

Katar bietet insgesamt rund sieben Milliarden Euro für den Kauf von Stammaktien und VW-Optionen der hoch verschuldeten Porsche Holding SE. Der Einstieg des Emirats wäre für Porsche ein "Befreiungsschlag", hieß es.

Porsche hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) vorgeworfen, die Verhandlungen über den Einstieg des Golfemirates Katar bei dem Sportwagenbauer zu torpedieren. "Herr Wulff kann nicht beurteilen, ob Porsche ein Angebot von Katar vorliegt, da er in die Verhandlungen nicht mit eingebunden war", erklärte ein Sprecher des Autobauers am Montag in Stuttgart. Er reagierte damit auf Äußerungen des Regierungschefs, Berichte über das Milliardenangebot aus Katar seien Unsinn.

Der Machtkampf zwischen VW und Porsche ist allerdings noch nicht entschieden. Der Wolfsburger Autobauer soll sein Angebot für die Übernahme von 49,9 Prozent an Porsche verbessert haben.

Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von VW verhoben. VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch will Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern integrieren. Am 23. Juli findet eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung des Stuttgarter Sportwagenbauers statt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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