Krisenticker US-Haushaltsdefizit über einer Billion Dollar

Das US-Haushaltsdefizit ist auf einen Rekordwert von über einer Billion Dollar gestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit bekommt die hohen Kosten der Kurzarbeit zu spüren. In Frankreich fahren Angestellte eines Autozulieferers schweres Geschütz auf. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.00 Uhr: Gestützt auf Finanztitel haben die US-Börsen Gewinne verzeichnet. Der Dow Jones  notierte zum Handelsschluss 2,3 Prozent im Plus bei 8331 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 2,5 Prozent auf 901 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  stieg um 2,1 Prozent und ging mit 1793 Punkten aus dem Handel.

20.56 Uhr: Ein US-Insolvenzgericht hat der Opel-Mutter General Motors  grünes Licht gegeben, Anteile von seiner Ex-Tochter Delphi  zurückzukaufen. Das Gericht erteilte die Erlaubnis dem "alten GM"-Konzern, der nun unter dem Namen Motors Liquidation firmiert. GM darf nun von Delphi eine Reihe von Fabriken sowie die Lenkradsparte übernehmen. In Gerichtsunterlagen gab GM die Kosten der Transaktion mit 3,9 Milliarden Dollar an. Dem Geschäft muss noch das für Delphi zuständige Insolvenzgericht zustimmen. Die Anteile an dem Zulieferer werden als entscheidend für GM angesehen, um weiter Autos bauen zu können. Delphi wiederum hofft, durch das Geschäft dem Gläubigerschutz entkommen zu können.

20.40 Uhr: Wie das Finanzministerium in Washington mitteilte, lag das US-Haushaltsdefizit im vergangenen Monat bei 94,3 Milliarden Dollar. Seit Beginn des Haushaltsjahres im Oktober hat sich damit ein Fehlbetrag von fast 1,1 Billionen Dollar angehäuft. Das riesige Loch wird vor allem auf die Wirtschaftskrise und die Rettungspakte für Banken und Industrie zurückgeführt. Weitere Gründe sind gesunkene Steuereinnahmen und die Kosten für die Kriege im Irak und in Afghanistan.

19.14 Uhr: Die italienische Großbank Unicredit  will nach einer Nullrunde ihren Investmentbankern in diesem Jahr wieder Boni zahlen. "Wir müssen im Vergleich zu den Konkurrenten wettbewerbsfähig sein", sagte Konzernvize und HVB-Aufsichtsratsvize Sergio Ermotti dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe). Da das erste Halbjahr im Investmentbanking gut gelaufen sei, sei wieder mit Bonuszahlungen zu rechnen.

17.45 Uhr: Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat die Banken und Sparkassen eindringlich ermahnt, trotz Rezession und Finanzkrise ausreichend Kredite an hiesige Firmen zu vergeben. In einem Brief an die Spitzenverbände verwies der stellvertretende SPD-Chef auf die milliardenschweren Hilfen des Staates und der EZB für alle Institute. Im Gegenzug müssten die Geldhäuser nun ihrer "gesamtwirtschaftlichen Verantwortung" nachkommen, forderte der Minister. In dem Brief, der der Nachrichtenagentur AP in Berlin am Montag vorlag, verwies Steinbrück drohend auf das schon geplante Spitzentreffen zur Kreditvergabe am 1. September. Dann will der Minister entscheiden, ob die Banken seine Forderung erfüllt haben.

16.55 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) baut seine Gewinne aus und notiert zuletzt 2,7 Prozent in der Gewinnzone. Der positive Start an der Wall Street gibt auch dem Handel in Deutschland Rückenwind. Zudem profitieren Finanztitel nach dem positiven Ausblick für die US-Investmentbank Goldman Sachs .

15.35 Uhr: Die US-Börsen haben uneinheitlich eröffnet. Der Dow Jones  stieg zum Handelsbeginn um 0,4 Prozent auf 8178 Punkte. Gewinnen konnten vor allem Bankenwerte. Allein Aktien von Goldman Sachs  stiegen um 3,1 Prozent auf 146,3 Dollar. Händler verwiesen auf einen positiven Ausblick der hoch angesehenen Analystin Meredith Whitney auf die Bilanz der Investmentbank für das zweite Geschäftsquartal. Der Technologiewerteindex Nasdaq  verlor 0,6 Prozent auf 1745 Punkte.

15.20 Uhr: Die Europäische Kommission legte in Brüssel Vorschläge für verbindliche Grundregeln für Managergehälter bei Banken vor. Die Behörde will verhindern, dass Manager zu risikoreichen Anlagestrategien verleitet werden, um ihre Entlohnung zu erhöhen. Aufsichtsbehörden sollten ermächtigt werden, Sanktionen zu verhängen, sollten sich die Geldhäuser nicht an die neuen Regeln halten, erklärte die Kommission. Der Vorschlag ist Teil eines Bündels an Maßnahmen, das die Behörde für die Überarbeitung der Eigenkapital-Richtlinie vorlegte. EU-Staaten und Europaparlament müssen der Novellierung zustimmen.

Rebellen zerstören Ölhafen

15.09 Uhr: Die staatliche Förderbank KfW hat sich im ersten Halbjahr bereits den überwiegenden Teil ihrer Refinanzierung für 2009 gesichert. Trotz der schwierigen Bedingungen an den Kapitalmärkten nahm das Institut über Anleihen 51,2 Milliarden Euro bei Investoren auf, das entspricht zwei Dritteln des für 2009 avisierten Volumens, wie die KfW am Montag mitteilte. Sie platzierte 220 Emissionen in 15 verschiedenen Währungen, darunter vor allem Euro-, Dollar- und Pfund-Anleihen.

14.34 Uhr: Im größten afrikanischen Ölförderstaat Nigeria haben Rebellen laut Medienberichten eine Ölverladestation in Lagos angegriffen und teilweise zerstört. Nach übereinstimmenden Meldungen vom Montag handelt es sich bei den Rebellen um Mitglieder der Bewegung für die Befreiung des Nigerdeltas (MEND). Nach Angaben der MEND sind bei dem Angriff auf die Hafenanlage "Atlas Cove Jetty" auch Öltanker in Brand geraten. An den Rohstoffmärkten sind die Ölpreise nach den Presseberichten deutlich auf mehr als 60 Euro gestiegen.

14.23 Uhr: Auf den deutschen Straßen sind in diesem Jahr bislang deutlich weniger neue Reisemobile und Caravans gestartet. Die Zahl der Neuzulassungen ging im ersten Halbjahr 2009 jeweils zweistellig zurück, teilte der Caravaning Industrie Verband am Montag in Frankfurt mit. Bei Reisemobilen wurde ein Rückgang um gut 19 Prozent auf knapp 12.000 Fahrzeuge in der amtlichen Statistik verzeichnet. Bei den Caravans betrug der Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 fast 12 Prozent auf knapp 11.000 neue Anhänger.

12.58 Uhr: Das Finanzpolster der Bundesagentur für Arbeit (BA) schmilzt in der Wirtschaftskrise schneller dahin als erwartet. Der Verwaltungsrat der Behörde soll am Freitag nachträglich Mehrausgaben für dieses Jahr im Volumen von 5,3 Milliarden Euro beschließen, wie Reuters am Montag aus Kreisen des Gremiums erfuhr. Als Kostentreiber erweist sich vor allem das Kurzarbeitergeld.

12.54 Uhr: An den internationalen Flughäfen in Deutschland ist die Zahl der Passagiere im ersten Halbjahr um 7,9 Prozent gesunken. Die 23 Airports fertigten von Januar bis Juni 84,5 Millionen Passagiere ab, wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) am Montag in Berlin mitteilte. Bei der Luftfracht ergab sich ein Rückgang von 15,4 Prozent auf 1,6 Millionen Tonnen. Zu Jahresbeginn lag das Minus noch bei mehr als 20 Prozent.

Ford verkauft mehr Autos

12.39 Uhr: Ford hat im Juni in Europa mehr Autos verkauft als im Vorjahresmonat. Es sei das erste Mal in diesem Jahr, dass die Absatzzahlen eines Monats die des Vergleichsmonats 2008 übertrafen, teilte Ford am Montag in Köln mit. Insgesamt verkaufte der Autobauer im Juni in seinen 19 europäischen Hauptmärkten 142.700 Fahrzeuge, (plus 1,6 Prozent). Die Verkaufszahl für das erste Halbjahr 2009 liegt mit 733.300 Autos allerdings um 11 Prozent unter Vorjahresniveau.

12.00 Uhr: Der Dax holt seine Anfangsverluste wieder auf und notiert am Mittag bei 4575 Zählern. Gefragt sind in Frankfurt unter anderem die Aktien von Porsche, da Anleger mit einem baldigen Einstieg von Katar rechnen. Im Dax legen Salzgitter zu, nachdem das Projekt der rund 3000 Kilometer Erdgaspipeline "Nabucco" offiziell gestartet ist.

11.29 Uhr: Der Ölpreis hat am Montag weiter unter 60 Dollar je Fass WTI notiert. Zum Freitagsschluss rutschte der Preis zeitweise um bis 1,7 Prozent auf 58,88 Dollar, zog dann aber wieder auf 59,53 Dollar an. Auch Brent war mit 60,41 Dollar am Morgen 0,2 Prozent billiger als am Freitagabend. Laut Händlern lasten vor allem die skeptischen Konjunkturausblicke auf dem Ölpreis.

10.29 Uhr: In Frankreich drohen entlassene Arbeiter eines Zulieferers der Autokonzerne Renault und PSA Peugeot Citroën mit der Sprengung ihrer Fabrik. Die 366 Beschäftigten des Werkes New Fabris im westfranzösischen Châtellerault stellten ihrem Management ein Ultimatum bis zum 31. Juli, um jeweils 30.000 Euro Abfindung zu erhalten. "Wir haben Gasflaschen in die Fabrik gebracht", sagte Gewerkschaftsvertreter Guy Eyermann der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. "Alles ist bereit, damit sie explodieren."

10.11 Uhr: Das belgische Investmentunternehmen RHJ International befindet sich mit General Motors  (GM) in Verhandlungen über eine Übernahme des Autoherstellers Opel. Dies teilte das Unternehmen am Montag in Brüssel mit. "Diese Verhandlungen laufen seit einigen Wochen und befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium", heißt es in einer Erklärung der Investmentfirma. Mit RHJ konkurriert der kanadisch-österreichische Zulieferkonzern Magna International  um Opel. Magna waren bisher die besseren Chancen für einen Einstieg eingeräumt worden.

Volkswagen mit Absatzrekord in China

10.10 Uhr: In der See- und Binnenschifffahrt sind im ersten Quartal infolge der Wirtschaftskrise deutlich weniger Güter transportiert worden als im Vorjahreszeitraum. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Angaben am Montag mitteilte, verringerte sich zwischen Januar und März die beförderte Gütermenge auf Binnenwasserstraßen sowie der Güterumschlag in den Seehäfen um jeweils 19 Prozent.

9.57 Uhr: Dank staatlicher Kaufanreize hat Volkswagen in China einen Rekordabsatz verzeichnet. Im ersten Halbjahr verkaufte Europas größter Autohersteller in der Volksrepublik und Hongkong 22,7 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum, wie er am Montag mitteilte. Insgesamt habe das Unternehmen dort 652.222 Wagen ausgeliefert, für Autos der Marke VW entschieden sich dabei 538.969 Kunden.

9.54 Uhr: Frankreich will die Abwrackprämie für alte Autos langsam auslaufen lassen. Die Unterstützung könne nicht unbegrenzt fortgesetzt werden, sagte Industrieminister Christian Estrosi der Zeitung "Les Echos". Der französische Staat zahlt Autofahrern, die ihr altes Fahrzeug verschrotten und ein neues kaufen, derzeit 1000-2000 Euro.

9.07 Uhr: Escada-Aktien sind am Montag zum Handelbeginn um 20 Prozent auf 2,16 Euro eingebrochen. Der Modehersteller bereitet sich nach eigenen Angaben auf die Insolvenz vor. Ein Marktteilnehmer verwies auf einen Bericht der "Welt am Sonntag", wonach der ums Überleben kämpfende Damenmodekonzern bereits erste Vorbereitungen für eine mögliche Insolvenz getroffen hat. "Es gab Gespräche mit Leuten, die sich mit so etwas auskennen, vor allem mit Plan-Insolvenzen", hatte Vorstandschef Bruno Sälzer der Wochenzeitung gesagt. Er hoffe weiterhin, dass Escada  keinen Insolvenzverwalter brauche.

Das Unternehmen versucht derzeit mit dem Verweis auf die drohende Insolvenz, Gläubiger zu einem Anleihetausch zu bewegen: Dabei würden diese mehr als die Hälfte ihrer Forderungen verlieren. Am morgigen Dienstag endet eine erste Frist, zu der Anleihehalter dem Tausch zustimmen sollen.

Steuereinnahmen sinken weiter

8.10 Uhr: In Japan hat sich das Verbrauchervertrauen den sechsten Monat in Folge aufgehellt. Der entsprechende Indikator sei im Juni von 35,7 Punkten im Vormonat auf 37,6 Punkte gestiegen, teilte die japanische Regierung am Montag in Tokio mit. Im Dezember war die Kennzahl noch auf ein Rekordtief von 26,2 Punkten gefallen. Trotz der jüngsten Aufhellung liegt der Indikator aber nach wie vor deutlich unter dem Schwellenwert von 50 Punkten.

8.02 Uhr: Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im Juni laut einem Zeitungsbericht binnen Jahresfrist um 8,8 Prozent gesunken. Damit habe sich der Abwärtstrend verschärft, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium. Im Mai waren die Zahlungen an Bund, Länder und Gemeinden (ohne reine Gemeindesteuern) laut Finanzministerium um 7,1 Prozent zurückgegangen.

7.10 Uhr: Der niederländische Elektronikkonzern Philips  hat mit seinen Quartalzahlen überrascht. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) belief sich der Gewinn im zweiten Quartal auf 118 Millionen Euro, wie der Siemens-Konkurrent am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten hier im Schmitt mit einem Minus von 79 Millionen Euro gerechnet. Netto lag das Plus bei 45 Millionen Euro. Hier war ein Verlust von 132 Millionen Euro erwartet worden. Der Umsatz betrug 5,2 Milliarden Euro und lag damit leicht unter den Markterwartungen. Für den Rest des Jahres zeigt sich der Konzern vorsichtig beim Umsatzniveau.

6.40 Uhr: Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht Anzeichen für eine Stabilisierung in der Wirtschaftskrise. "Insgesamt spricht einiges dafür, dass wir auf den Pkw-Märkten eine gewisse Bodenbildung erreicht haben", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann im Interview der "Stuttgarter Zeitung". Gerade die jüngsten Absatzzahlen in der Oberklasse gäben Anlass zur Hoffnung, dass sich die Märkte wieder erholten. Ein positives Signal sei außerdem, dass sich die Aussteller-Rückgänge bei der bevorstehenden Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Grenzen hielten. Gegenüber dem Rekordjahr 2007 gebe es lediglich ein Minus von sieben Prozent. Damit stehe die Messe besser da als der Gesamtmarkt.

6.30 Uhr: Die deutschen Banken wollen einem Zeitungsbericht zufolge weitergehende Eigenkapitalentlastungen als bisher bekannt. Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), der Spitzenverband der deutschen Kreditwirtschaft, fordere von der Finanzaufsicht BaFin, dass nicht nur private Banken eigenkapitalschonende Bilanzhilfe erhalten sollen, sondern alle Institute, wie die "Financial Times Deutschland" vorab berichtete. Profitieren würden davon laut "FTD" unter anderem die Landesbanken, die genossenschaftliche DZ Bank und die Hypo Real Estate. Sie könnten ihre Eigenkapitalquoten stärken und hätten so mehr Spielraum für die Kreditvergabe.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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