Sonntag, 21. April 2019

CTI-Ranking Eon in der Vertrauensfalle

Derzeit steht Vattenfall für seine Pannenreaktoren im Kreuzfeuer der Kritik. Doch auch Konkurrent Eon hat Imageprobleme, wie die Vertrauensforscher von PMG Presse-Monitor in ihrem aktuellen CTI-Ranking feststellen: Den Spagat zwischen ökologischer und konventioneller Stromerzeugung nehme man dem Konzern nicht ab.

Berlin - Lange war es um die Energiekonzerne relativ still geworden - weil der Lärm der Finanzindustrie so laut toste. Nun bringen Vattenfalls Atompannen und das Kartellurteil gegen Eon Börsen-Chart zeigen die Versorger wieder auf die Agenda. Dabei ist vor allem die öffentliche Wirkung von Vattenfall Börsen-Chart zeigen verheerend.

Leicht könnte man da übersehen, dass auch Eon seine liebe Not mit dem eigenen Image hat. Die Probleme liegen tiefer und haben sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. Die Vertrauensforschung kann etwas Licht in die Sache bringen.

Gewinner und Verlierer im CTI-Vertrauensranking des ersten Halbjahres 2009: Volkswagen als klarer Sieger, während sich Lufthansa nur gehalten hat. Tief im roten Bereich dagegen Deutsche Bank und Telekom
[M] DPA; Andreas Pohlmann; mm.de
Gewinner und Verlierer im CTI-Vertrauensranking des ersten Halbjahres 2009: Volkswagen als klarer Sieger, während sich Lufthansa nur gehalten hat. Tief im roten Bereich dagegen Deutsche Bank und Telekom

Im aktuellen CTI-Sechsmonatsranking von PMG Presse-Monitor und der Universität Leipzig, das die Berichterstattung zu den Vertrauensfaktoren der Dax-Konzerne in 13 deutschen Meinungsführermedien (siehe Methode) analysiert, rangiert Eon auf einem anerkennenswerten 8. Platz. Der Versorger hält damit die Position, die er schon im CTI-Jahresranking 2008 belegte - scheinbar alles in Ordnung also. Doch das öffentliche Vertrauens von Eon weist bei einer detaillierteren, langfristigen Betrachtung eine immense Schwankungsbreite auf.

Der seit Frühjahr 2007 erhobene Vertrauensindex bescheinigt Eon nach einem Vertrauenstiefpunkt im November 2007 (vor allem durch die Kritik an zu hohen Strompreisen und durch Kartellvorwürfe) im vergangenen Jahr eine kontinuierliche Erholung des öffentlichen Vertrauens. Allerdings stagniert der CTI-Wert seit dem vierten Quartal 2008 und geht seit Anfang des Jahres langsam aber sicher wieder zurück.

Die Ursachen hierfür sind komplex - zumal sich die Energiebranche traditionell in einem schwierigen medialen Umfeld bewegt. Während Eon in Bereichen wie Fach- und Problemlösungskompetenz in den vergangenen sechs Monaten noch verhalten Punkten kann, droht die Gefahr eines Reputationsverlustes in den weicheren Vertrauensdimensionen Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsverhalten.

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