Samstag, 7. Dezember 2019

Krisenpolitik G8 stellen sich selbst in Frage

3. Teil: Heikle Fragen um die Unruhen in China

Außenpolitisch könnten neben dem Iran und Nordkorea auch die Unruhen in China in den Blickpunkt des Gipfels rücken. Merkel will Chinas Staatspräsident Hu Jintao treffen und dann auch die Lage in der chinesischen Uiguren-Provinz Xinjiang ansprechen. Trotz eines massiven Polizeiaufgebots und der Festnahme Hunderter Menschen gingen die Proteste für mehr Unabhängigkeit der Provinz weiter.

Frankreich und Brasilien forderten, die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise vorrangig anzugehen. Außerdem müsse der UN-Sicherheitsrat um Länder wie Deutschland, Brasilien und Indien erweitert werden, schrieben die Präsidenten Nicolas Sarkozy und Luiz Inácio Lula da Silva in der Zeitung "Libération".

In der mittelitalienischen Erdbebenregion Abruzzen begannen erste Protestaktionen von Globalisierungsgegnern. In Rom blockierten Demonstranten zeitweise die Auffahrt auf die Autobahn A24 in Richtung des Gipfelortes L'Aquila. Andere setzten im Zentrum der italienischen Hauptstadt Autoreifen in Brand. 36 Menschen wurden von der Polizei vorläufig festgenommen, wie italienische Medien berichteten.

In ganz Italien sind mehr als 15.000 Polizei- und Militärkräfte im Einsatz, um den Gipfel zu sichern. Beim letzten G8-Gipfel in Italien, 2001 in Genua, war die Polizei mit aller Härte gegen Demonstranten vorgegangen. Brutal prügelnde Polizisten organisierten nächtliche Überfälle auf Quartiere der G8-Gegner. Es gab hunderte Verletzte und einen toten Demonstranten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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