Opel "Magna hat ganz erheblichen Vorsprung"

Im Bieterrennen um Opel hat nach Einschätzung von GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster Magna die Nase vorn. Der Manager rechnet mit einem baldigen Verkauf des Autobauers an den kanadisch-österreichischen Autozulieferer.

Frankfurt am Main - "Nach dem Treffen der Spitzen von GM und Magna bin ich äußerst zuversichtlich, da wurde weitgehend Einverständnis erzielt", sagte Forster der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) laut Vorabbericht. Die Gespräche mit anderen Investoren seien bei weitem nicht so weit fortgeschritten. "Magna hat einen ganz erheblichen Vorsprung."

Die Nutzung der Patente sei inzwischen weitgehend geklärt. Diskutiert würde jetzt noch die künftige Konstellation in Russland. Einen Termin für eine Vertragsunterzeichnung nannte Forster nicht, doch "es wäre toll, wenn es bis Mitte Juli klappen würde", sagte der Manager. Der Chef des kanadischen Autozulieferers, Siegfried Wolf, mache Druck.

Magna hatte sich mit GM, der US-Regierung und der Bundesregierung bereits grundsätzlich auf einen Einstieg bei Opel verständigt. Der Vertrag ist allerdings rechtlich nicht bindend. GM hatte auch dem Finanzinvestor RHJ International und dem chinesischen Autobauer BAIC Einblick in die Opel-Bücher gewährt.

Wie die Nachrichtenagentur reuters aus Kreisen erfahren hatte, rechnet sich BAIC Chancen gegen Magna aus und hat ein neues Angebot für den Rüsselsheimer Autobauer abgegeben, eine verbindliche Offerte soll folgen. Opel gehört nach der Abspaltung von GM einem Treuhänder, der bis zum Verkauf an einen Investor eine Mehrheit von 65 Prozent der Anteile verwaltet. Die Verkaufsverhandlungen führt aber weiterhin GM.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete unterdessen, dass Magna Opel ausgliedern und an die Börse bringen wolle. Nach dem geplanten Einstieg bei Opel wolle Magna sein Zuliefergeschäft organisatorisch und personell von Opel trennen, berichtete das Magazin unter Berufung auf Magna-Verhandlungskreise. Magna wolle damit Opel-Konkurrenten besänftigen, die von Magna Teile kaufen oder über Entwicklungsaufträge verbunden sind. "New Opel" solle später an der Börse platziert werden.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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