Insolventer Autobauer Volkswagen hilft Karmann

Der insolvente Autobauer Karmann schöpft dank eines Millionenauftrags von Volkswagen Hoffnung. Die Wolfsburger ermöglichen mit ihrem Entwicklungsauftrag zunächst die Gründung einer Transfergesellschaft für 1600 Beschäftigte.

Osnabrück - Ein Millionenauftrag von Volkswagen  hat laut einem Zeitungsbericht dem insolventen Autobauer Karmann die Finanzierung einer Transfergesellschaft für rund 1600 gekündigte Beschäftigte ermöglicht. VW vergab nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" einen Entwicklungsauftrag an Karmann in zweistelliger Millionenhöhe und zahlt dafür Vorkasse.

Eine VW-Sprecherin wollte den Bericht gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren, der Karmann-Insolvenzverwalter war bisher nicht zu erreichen. In Branchenkreisen wurde der Bericht bestätigt.

Die IG Metall hatte am Mittwoch mitgeteilt, Karmann habe 15,5 Millionen Euro bei Geschäftspartnern eingesammelt. Der Gläubigerausschuss hatte am vergangenen Dienstag einer solchen Transfergesellschaft zugestimmt. Die ehemaligen Mitarbeiter des Osnabrücker Unternehmens bleiben darin für ein halbes Jahr, währenddessen sie für den Arbeitsmarkt weiterqualifiziert werden sollen.

Insolvenzverwalter Ottmar Hermann plant, Karmann mit rund 1500 Beschäftigten fortführen. Das ist etwa halb so viel wie vor Ausbruch der Krise. Der frühere Cabriospezialist soll sich dem Bericht zufolge künftig stärker auf das Geschäft mit Elektrofahrzeugen konzentrieren. Geschäftsführung und Insolvenzverwalter hätten beschlossen, dafür die Karmann E-Mobil GmbH zu gründen. Die neue Tochter habe bereits erste Aufträge.

Nach dem geplanten Produktionsstart einer Großserie in zwei Jahren sollen innerhalb von sieben Jahren mindestens 100.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung erhoffe sich die neue Sparte bis 2011 Zuschüsse von 20 Millionen Euro, berichtet die Zeitung. Bei Elektrofahrzeugen arbeite Karmann bereits heute mit VW zusammen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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