Autobauer Insolvenzrichter entscheidet über GM

Das Schicksal des zahlungsunfähigen US-Autokonzerns General Motors ist seit Donnerstag in der Hand des Bundesrichters Robert Gerber. Er muss rund einen Monat nach dem GM-Antrag auf Insolvenz darüber entscheiden, ob der Traditionskonzern seine Filetstücke wie geplant schnell an Staat, Gewerkschaften und Gläubiger verkaufen darf.

New York - Zum Abschluss einer dreitägigen Anhörung vor dem New Yorker Insolvenzgericht warb General Motors (GM)  noch einmal eindringlich für eine Genehmigung. Alles andere hätte katastrophale und unumkehrbare Folgen für den Konzern und die gesamte Autoindustrie, sagte GM-Anwalt Harvey Miller. Mit dem Urteil von Insolvenzrichter Robert Gerber wird vor Freitag kommender Woche gerechnet.

Die US-Regierung hatte erklärt, sie könnte sich nach dem 10. Juli von der Finanzierung der GM-Insolvenz zurückziehen. Die US-Regierung stützt GM während des Verfahrens mit Milliardenhilfen und will gemeinsam mit Kanada als künftiger Eigentümer einsteigen. Doch einer schnellen Genehmigung des Verkaufs stellte sich eine Gruppe von Gläubigern in den Weg, die ein klassischeres Verfahren nach dem US-Gläubigerschutz "Chapter 11" favorisieren und sich bei den staatlichen Rettungsbemühungen übergangen fühlen.

Die US-Regierung habe ihre Kompetenzen überschritten und Gesetze umgangen, sagte der Anwalt der Gläubiger-Gruppe, Michael Richman. Es handele sich um keinen echten Verkauf, sondern um den ersten Versuch einer Verstaatlichung über "Chapter 11". Deshalb müsse die Veräußerung an die Regierung gestoppt werden.

"Die Gegner verlangen von Euer Ehren, russisches Roulette zu spielen", sagte darauf GM-Anwalt Miller zu Insolvenzrichter Gerber. Schließlich habe GM nach neuesten Zahlen im Juni Marktanteile an den Rivalen Ford abgegeben. Das zeige, dass GM-Anlagen zum Schaden der Aktionäre an Wert verlören.

Ein "neuer GM-Konzern" soll die wertvollsten Sparten wie die Marken Chevrolet und Cadillac erhalten. Die übrigen Teile sollen abgewickelt werden. Die deutsche GM-Tochter Opel wurde von der Bundesregierung vor dem Insolvenzverfahren gerettet.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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