Europa Arbeitslosigkeit auf Zehnjahreshoch

Die Arbeitslosigkeit in Europa ist weiter gestiegen. In der gesamten EU kletterte die Quote im Mai auf den höchsten Wert seit Mai 1999. Deutschland blieb weiter unter dem europaweiten Durchschnittswert.

Brüssel - Die Rezession hat die Zahl der Arbeitslosen in den 16 Euro-Ländern im Mai auf den höchsten Stand seit zehn Jahren getrieben. Sie legte um 273.000 auf 15,013 Millionen zu, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte.

Die Arbeitslosenquote kletterte unerwartet deutlich auf 9,5 von 9,3 Prozent im April. "Für den Euro-Raum ist das die höchste Quote seit Mai 1999", hieß es. In den zurückliegenden zwölf Monaten verloren 3,4 Millionen Menschen im Währungsgebiet ihren Job.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Unternehmen den Stellenabbau wegen der schweren Rezession fortsetzen. Sie rechnet für dieses Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 9,9 Prozent und für 2010 mit 11,5 Prozent. 2007 lag sie noch bei 7,5 Prozent.

In Deutschland war die Arbeitslosigkeit zuletzt gegen den Trend gesunken. Grund dafür ist die massive Ausweitung der Kurzarbeit. Derzeit arbeiten bis zu 1,4 Millionen Beschäftigte kurz. Experten sagen aber für Herbst einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit voraus, wenn Unternehmen entscheiden müssen, ob sie mit Kurzarbeit durch die Krise kommen oder zu Entlassungen greifen.

Arbeitslosenquote in der Euro-Zone

Mai 2009 April 2009
EURO-16 9,5 9,3
EU-27 8,9 8,7
Deutschland 7,7 7,7
Frankreich 9,3 9,1
Italien n.v. n.v.
Spanien 18,7 18,0
Stand: 02.07.2009
Quelle: Europäisches Statistikamt

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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