Krisenticker Ölpreis setzt Talfahrt fort

Schlechte Arbeitsmarktzahlen haben die US-Börsen tief ins Minus gedrückt. Öl wird billiger. Der Internationale Währungsfonds deutet eine Korrektur seiner Wachstumsprognose nach oben an. Für knapp die Hälfte der deutschen Woolworth-Mitarbeiter gibt es Hoffnung. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.17 Uhr: Die US-Börsen haben am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte  notierte 2,6 Prozent im Minus bei 8284 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index ging 2,9 Prozent tiefer bei 897 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  verlor 2,7 Prozent auf 1796 Stellen.

22.05 Uhr: Wegen technischer Probleme verlängert die New Yorker Börse den Handel heute um 15 Minuten bis 22.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Der Dow-Jones-Index  liegt mit 2,5 Prozent im Minus und notiert bei 8291 Punkten.

21.45 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat sich "tief enttäuscht" über ein 26-Jahres-Hoch bei den Arbeitslosenquote geäußert. Obama sei "weiter tief besorgt, dass wir Monat für Monat Arbeitsplätze verlieren", sagte sein Sprecher Robert Gibbs am Donnerstag in Washington. Die neuen Arbeitsmarktdaten seien "ernüchternd", sagte Obama selbst. Der Abschwung verlangsame sich aber. Nachdem die Krise in den vergangenen Jahren verursacht worden sei, werde es noch einige Monate dauern, bis sich die US-Wirtschaft erhole. Das Arbeitsministerium hatte zuvor aktuelle Zahlen veröffentlicht, wonach im Juni saisonbereinigt 467.000 Arbeitsplätze verloren gingen und damit deutlich mehr als von Experten erwartet.

20.29 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) blickt für die Weltwirtschaft etwas optimistischer in die Zukunft. "Wenn wir unsere Wachstumsprognose überprüfen, werden wir sie wahrscheinlich nach oben korrigieren", sagte der stellvertretende IWF-Direktor Murilo Portugal am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe einige Anzeichen dafür, dass das Tempo des Abschwungs nachlasse. Im April hatte der IWF der Weltwirtschaft für das laufende Jahr noch einen Rückgang von 1,3 Prozent vorhergesagt. Der nächste Ausblick wird im Herbst erwartet. Die internationale Bankenbranche scheine das Schlimmste bereits überstanden zu haben, sagte Portugal weiter.

19.55 Uhr: Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre Talfahrt vom Vortag nach einem schwachen US-Arbeitsmarktbericht beschleunigt fortgesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im August kostete am frühen Abend 66,96 US-Dollar. Das sind 2,34 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Am Mittwoch hatte der Ölpreis in der Spitze noch zeitweise 71,85 gekostet. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im August fiel am Donnerstag um 1,98 Dollar auf 66,81 Dollar.

19.01 Uhr: 150 von 310 Filialen der insolventen Billigkaufhauskette Woolworth in Deutschland sollen geöffnet bleiben. Der Gläubigerausschuss stimmte am Donnerstag dem Konzept von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann zu, wie dieser mitteilte. Das Konzept zielt auf mittelgroße Filialen mit rund 30 Mitarbeitern ab, die mit einer Verkleinerung des Sortiments in die Spur gebracht werden sollen. Damit könnten etwas weniger als die Hälfte der zuletzt 9300 Arbeitsplätze gerettet werden. Das Insolvenzverfahren war am Mittwoch eröffnet worden.

17.45 Uhr: Belastet von enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag sehr schwach geschlossen. Der Leitindex Dax  verlor 3,81 Prozent auf 4718 Zähler.

In den USA war die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Monat unerwartet deutlich gesunken. Der Dow Jones verlor daraufhin rund 2 Prozent an Wert. Händlern zufolge dämpfte die Nachricht Hoffnungen, wonach die Rezession schnell zu Ende gehen könnte.

17.24 Uhr: Beim größten deutschen Energiekonzern Eon  droht der Wegfall von bis zu 300 Arbeitsplätzen in der Verwaltung. Ein Konzernsprecher sagte zu entsprechenden Informationen der Agentur dpa, dass bislang noch keine Entscheidung über die Einsparmaßnahmen getroffen worden seien. Die Mitarbeiter des Unternehmens wurden am Donnerstag über den Stand der Projekte unterrichtet. Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" vom Donnerstag sei besonders der Eon-Hauptsitz in Düsseldorf von den Maßnahmen betroffen. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt sollen demnach 150 Arbeitsplätze wegfallen. Die Zentralen von Eon Ruhrgas in Essen und der Stromsparte Eon Energie in München könnten jeweils 75 Stellen verlieren. Betroffen seien vor allem Stellen in der Personalverwaltung, in der Buchführung und der Kommunikation, hieß es.

16.44 Uhr: Die finanziell angeschlagene und vor einer Übernahme durch die Lufthansa  stehende Austrian Airlines plant bis Mitte 2010 den Abbau von rund 1000 Stellen. Dieser soll schrittweise in Form von einvernehmlichen Lösungen, Verlagerungen und durch Nicht-Nachbesetzen von Vakanzen erfolgen, teilte die AUA am Donnerstag mit. Kündigungen seien aber nicht zu vermeiden, hieß es.

16.03 Uhr: Die Auftragslage der US-Industrie hat sich im Mai unerwartet stark verbessert. Die Bestellungen seien im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent gestiegen nach einem revidierten Plus von 0,5 Prozent im April, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Das war der stärkste Anstieg seit Juni 2008. Analysten hatten für Mai mit einem Plus von lediglich 0,8 Prozent gerechnet.

15.34 Uhr: Die US-Börsen eröffnen im Minus. Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) fällt um 1,6 Prozent auf 8368 Zähler.

Arbeitslosigkeit in den USA weitet sich aus

15.14 Uhr: Die Welthandelsorganisation WTO hat ihre Prognose für den Welthandel 2009 gesenkt. Insgesamt werde das Volumen in diesem Jahr um 10 Prozent zurückgehen, hieß es in Genf in einem Bericht von WTO-Generaldirektor Pascal Lamy. Noch im März war die Organisation von einem Rückgang um 9 Prozent ausgegangen.

14.43 Uhr: Die Krise am US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni spürbar verschärft. Insgesamt fielen 467.000 Stellen weg, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Damit wurden 100.000 Arbeitsplätze mehr vernichtet als von Analysten erwartet. Im Mai fielen der Rezession lediglich 322.000 Jobs zum Opfer. Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,5 von 9,4 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit August 1983.

14.40 Uhr: Der Dax  büßt 2,6 Prozent ein und fällt auf ein Tagestief von 4779 Punkten.

14.07 Uhr: Das von der Finanzkrise besonders gebeutelte Lettland muss seine Neuverschuldung bis 2012 unter die Maastrichter Marke von 3 Prozent bringen. Das beschloss die EU-Kommission in Brüssel. Sie kündigte an, dass die zweite Tranche von 1,2 Milliarden Euro eines EU-Kredits von insgesamt 3,1 Milliarden Euro im Juli ausgezahlt werden soll. Die EU-Behörde erwartet für das baltische Land im laufenden Jahr eine Neuverschuldung von rund 11 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt.

13.45 Uhr: Der Leitzins im Euro-Raum bleibt unverändert bei 1,0 Prozent. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) nach ihrer Ratssitzung in Luxemburg mit.

13.35 Uhr: Die Wirtschaftskrise hat das italienische Haushaltsdefizit zu Jahresbeginn auf Rekordgröße anschwellen lassen. Das Defizit stieg im ersten Quartal auf 9,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von 5,7 Prozent vor einem Jahr und damit auf den höchsten Stand seit Beginn dieser Datenerhebung 1999, wie das nationale Statistikamt Istat mitteilte.

13.28 Uhr: Indien will im laufenden Jahr seine Wirtschaftsleistung um 7 Prozent steigern. Wenn es gelinge, die umfassenden Reformen wie eine Beseitigung der Kraftstoffsubventionen und eine Verbesserung der Infrastruktur umzusetzen, sei ein noch größeres Wachstum in den kommenden Jahren möglich, teilte das Finanzministerium in Neu Delhi mit. In den vergangenen drei Jahren war die drittgrößte asiatische Volkswirtschaft stets um 9 Prozent oder mehr gewachsen.

13.13 Uhr: Die Ratingagentur Moody's senkt die Noten für Irland auf "Aa1". Der Ausblick sei negativ, hieß es weiter.

13.12 Uhr: Der Luftfahrtkonzern Air France-KLM  will nach Informationen des Finanzblattes "La Tribune" deutlich mehr Stellen streichen als bekannt. Statt 2467 Arbeitsplätzen sollten bis 2011 jetzt 4480 von 54 700 Stellen wegfallen, berichtet die Pariser Zeitung. Der Rückgang des Passagier- und Frachtverkehrs und der Preisdruck führten zu einem Margenverfall.

12.07 Uhr: Die niederländische Bank Fortis  hat Staatskredite über 34 Milliarden Euro vorzeitig zurückgezahlt. Die Darlehen seien erst Ende des Jahres fällig gewesen, aber Fortis habe es geschafft, sie früher als erwartet zu begleichen, teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit.

Postbank emittiert Pfandbrief

11.10 Uhr: Die Postbank  will erstmals mit einem Öffentlichen Pfandbrief an den Markt gehen. Die Deutsche Bank , die DZ Bank, HSBC , SG CIB und Unicredit  (HypoVereinsbank ) sollen die Emission platzieren, wie die Beteiligten am Donnerstag mitteilten. Geplant ist ein Nominalvolumen von einer Milliarde Euro. Öffentliche Pfandbriefe sind mit öffentlicher Deckungsmasse besichert, also Staats- oder Kommunalkrediten.

11 Uhr: Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosenquote in der Eurozone im Mai auf den höchsten Stand seit Mai 1999 getrieben. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sei von 9,3 Prozent im Vormonat auf 9,5 Prozent geklettert, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Der Anstieg war überraschend deutlich. Ökonomen hatten lediglich mit einer Quote von 9,3 Prozent gerechnet. Im Mai 2008 hatte die Quote noch bei 7,4 Prozent gelegen.

10.10 Uhr: Der Autoabsatz in Deutschland hat sich im Juni dank der staatlichen Umweltprämie noch einmal beschleunigt. Im Juni sei die Zahl der Neuzulassungen um 40 Prozent auf 427.000 gestiegen, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) in Bad Homburg mit. Im gesamten ersten Halbjahr sei der Absatz damit um 26 Prozent auf 2,06 Millionen Fahrzeuge geklettert.

9.55 Uhr: Schwedens Reichsbank hat die Leitzinsen von 0,5 auf 0,25 Prozent gesenkt. Die Währungshüter begründeten ihren Schritt mit der weiter schlechten wirtschaftlichen Entwicklung. Die Notenbank kündigte gleichzeitig an, dass das niedrige Zinsniveau bis Ende 2010 gehalten werden soll. Man sehe zunehmend Zeichen für eine konjunkturelle Aufwärtsentwicklung, hieß es.

9.32 Uhr: Die Fluggesellschaften müssen im Frachtgeschäft neben den Mengeneinbrüchen infolge der Wirtschaftskrise auch kräftige Preisrückgänge verkraften. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, lag der Index für Luftfrachtpreise im ersten Quartal 2009 um 24,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zum Schlussquartal 2008 betrug der Rückgang im Schnitt 21,2 Prozent. Damit habe der Preisindex sein niedrigstes Niveau seit Beginn der Berechnungen im Jahr 2007 erreicht, hieß es.

Dax fällt

9.25 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat davor gewarnt, im Falle einer Wirtschaftserholung Zugeständnisse bei der Schaffung neuer Finanzmarktregeln zu machen. "Wir werden darauf beharren, dass wir wirklich eine neue Finanzmarktverfassung für die internationalen Märkte bekommen, damit sich eine solche Krise nie wieder wiederholt", sagte Merkel im Bundestag bei einer Regierungserklärung zum bevorstehenden G8-Gipfel in Italien. Bei vielen Banken gebe es schon wieder die Tendenz, sich gegen zu starke Regeln zu wehren.

9.20 Uhr: Belastet von schwachen Vorgaben der Börsen aus Übersee hat der deutschen Aktienmarkt zum Handelsstart nachgegeben. Der Dax  fällt in den ersten Handelsminuten um 1,12 Prozent auf 4850 Punkte.

9.00 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat erstmals in seiner Geschichtedie Emission von Anleihen beschlossen. Das IWF-Exekutivdirektorium vereinbarte, Anleihen aufzulegen, um die finanziellen Ressourcen der Institution aufzustocken. Die IWF-Bonds werden eine Laufzeit von maximal fünf Jahren haben und in Sonderziehungsrechten (SZR) denominiert sein.

8.08 Uhr: Der Nikkei  schließt mit 9876 Punkten leicht im Minus.

7.36 Uhr: Die Regierung in Peking will ausländische Unternehmen an die chinesische Börse locken. Die zuständigen Behörden suchten derzeit nach Möglichkeiten, wie man den Firmen den Gang an den Aktienmarkt in China ebnen könne, erklärte das Handelsministerium am Donnerstag. Als einer der ersten Anwärter aus dem Ausland gilt Europas größte Bank HSBC , die bereits an der Börse in Hongkong notiert Ist.

7.16 Uhr: Die Weltbank hat in den vergangenen zwölf Monaten ihre Hilfszusagen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise drastisch ausgeweitet. Wie die Organisation mit Sitz in Washington am Mittwoch mitteilte, stellte sie im Fiskaljahr 2008/2009 Hilfen an ärmere Länder über 58,8 Milliarden Dollar zur Verfügung. Dieser Rekordbetrag liege um 54 Prozent über dem Vorjahresniveau.

1.56 Uhr: Im Kampf gegen die tiefen Löcher im kalifornischen Haushalt hat Gouverneur Arnold Schwarzenegger am Mittwoch den finanziellen Notstand ausgerufen . Damit kann der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA vorläufig alle Zahlungen an Vertragspartner und lokale Behörden aussetzen. Es ist das erste Mal in 17 Jahren, dass die achtgrößte Volkswirtschaft auf dieses dramatische Mittel zurückgreift.

Lear kündigt Insolvenz an

1 Uhr: Die US-Börsenaufsicht unterwirft die Vorstände von Unternehmen einer stärkeren Kontrolle durch die Aktionäre. In einer umfassenden Reform verpflichtet die Behörde das Spitzenmanagement dazu, den Anteilseignern mehr Auskunft über seine Bezahlung und seine Qualifikationen zu geben.

Wie vom US-Kongress gefordert erhalten die Investoren künftig auch eine beratende Stimme bei der Bezahlung der Führungskräfte von mehr als 500 Unternehmen, die in der Finanzkrise staatliche Hilfen erhalten haben. Die am Mittwoch verabschiedeten Regeln sollen 2010 in Kraft treten und Missstände wie schlecht kontrollierte Unternehmensführungen und übermäßige Boni beheben, die als eine Ursache der Finanzkrise gelten.

0.02 Uhr: Der US-Autozulieferer Lear hat den Gang in die Insolvenz angekündigt. Das Direktorium habe den Gläubigerschutz nach Chapter 11 als den schnellsten und effektivsten Weg zur Reduzierung der erdrückenden Schuldenlast akzeptiert, teilte der Hersteller von Autositzen mit. Für den Gläubigerschutz sei eine Finanzierung von 500 Millionen Dollar sichergestellt worden. Von der Insolvenz seien Lear-Betriebe außerhalb der USA und Kanadas nicht betroffen.

0.01 Uhr: Trotz der weltweiten Autokrise will der Autobauer BMW  in seinem Leipziger Werk im Herbst die Produktion zum zweiten Mal ausweiten. Im September soll die Produktion von derzeit 600 auf 730 Fahrzeuge pro Tag hochgefahren werden, sagte Werksleiter Manfred Erlacher der "Leipziger Volkszeitung". Dafür werde BMW 200 Zeitarbeiter einstellen. Grund sei die Markteinführung des kompakten Geländewagens X1, der in Leipzig gebaut wird, und die gute Nachfrage nach dem 1er-Modell. Im September und Oktober "knacken wir sogar die Bestmarke des Werkes", sagte Erlacher. "Wir montieren dann erstmals 730 Fahrzeuge am Tag."

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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