GM-Rettung US-Regierung macht Druck

Die US-Regierung drückt aufs Tempo: Bereits bis Ende nächster Woche will sie vom Insolvenzgericht grünes Licht für die geplante weitgehende Verstaatlichung von GM bekommen. Andernfalls könnte die Regierung ihren Rettungsplan zurückziehen, fürchtet GM-Chef Fritz Henderson.

New York - Von der Entscheidung über den Sanierungsplan hänge das Überleben von General Motors  ab, sagte Konzernchef Fritz Henderson zum Auftakt der entscheidenden Anhörung am Dienstag.

Besonders Gläubiger der bisherigen Opel-Mutter sperren sich noch gegen den Sanierungsplan. Angesichts der Fülle der Einwände wurde mit einer mehrere Tage dauernden Anhörung gerechnet. Damit ist nun die heiße Phase des Insolvenzverfahrens eingeläutet.

GM hatte Anfang Juni Gläubigerschutz angemeldet. Die US-Regierung dringt auf den Neustart des größten amerikanischen Autobauers binnen 60 bis 90 Tagen - also bis spätestens Ende August. Sie will dazu gemeinsam mit Kanada 72 Prozent an einem neuen GM-Konzern übernehmen. Die Grundsatzentscheidung des Insolvenzgerichts dazu wolle das Finanzministerium bis zum 10. Juli haben, so Henderson.

Die Gläubiger sollen für einen milliardenschweren Schuldenverzicht zunächst 10 Prozent bekommen, die Autogewerkschaft UAW für massive Zugeständnisse bei der Krankenversicherung für Betriebsrentner 17,5 Prozent. Die Altlasten will der Konzern in der Insolvenz abschütteln.

Erst vor drei Wochen hatte der drittgrößte US-Hersteller Chrysler durch den Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns  aus der Pleite fahren können. Der rasche Abschluss des Verfahrens nach rund 40 Tagen gilt als Erfolg für Präsident Barack Obama bei der Rettung der US-Autoindustrie. Auch Henderson erhofft sich davon Rückenwind für seinen Konzern. GM hat bislang zur Finanzierung im Insolvenzverfahren staatliche Kredite in Höhe von mehr als 33 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro) zugesagt bekommen.

Die Sitzung startete unter starkem Medienrummel und großer Beteiligung von Gläubigern und anderen Interessenvertretern. Vor dem Gebäude demonstrierten Gewerkschaftsmitglieder für den Erhalt von Jobs und Sozialleistungen.

Chrysler ließ unterdessen in dieser Woche wie geplant in sieben Werken die Produktion wieder anlaufen. Sie war mit der Insolvenz praktisch komplett gestoppt worden. Alle Chrysler-Fabriken legen aber wie bereits angekündigt bereits Mitte Juli erneut eine zweiwöchige Sommerpause ein. Auch GM hat in der Insolvenz in einem guten Dutzend seiner US-Werke für bis zu elf Wochen die Bänder angehalten.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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