Personalie vertagt Voigtländer will Klarheit für WestLB

Dietrich Voigtländer bleibt vorerst kommissarischer Vorstandschef der WestLB. Seinen Verbleib an der Spitze der angeschlagenen Bank knüpft der Manager an die Verabschiedung eines Gesetzes.

Düsseldorf - Der kommissarische Vorstandschef der WestLB, Dietrich Voigtländer, macht einen Verbleib an der Unternehmensspitze von der Verabschiedung des Gesetzes für die Auslagerung riskanter Investments der Landesbanken abhängig. Voigtländer habe den Aufsichtsrat gebeten, die Entscheidung über seine Berufung zum ordentlichen Vorstandsvorsitzenden zu verschieben, bis Bundestag und Bundesrat das Gesetz gebilligt hätten, teilte die WestLB am Dienstag nach einer Sitzung des Kontrollgremiums mit. Durch das Gesetz sollten sich für die Bank "klare Perspektiven für die Ausgliederung nicht-strategischer Aktivitäten" ergeben.

Die Eigner der WestLB hatten sich in den vergangenen Wochen auf neue, überlebenswichtige Garantien für die Bank verständigt. Sparkassen- und Landschaftsverbände hatten die zusätzliche, vier Milliarden Euro schwere Bürgschaft aber zunächst bis zum 30. November befristet. Letztlich soll der Finanzmarktfonds Soffin in die Garantie eintreten.

Die Eigner der WestLB bürgen bereits seit Frühjahr 2008 unter Führung des Landes mit fünf Milliarden Euro für riskante Investments der Landesbank mit einem Volumen von 23 Milliarden Euro. Nun waren die weiteren Garantien mit einem Volumen von vier Milliarden Euro nötig geworden. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen hatte gesagt, ohne die zusätzliche Milliardenbürgschaft könnten der Bank gravierende Konsequenzen durch die Finanzaufsicht Bafin drohen.

Die Fünf-Milliarden-Garantie der Eigner aus dem Vorjahr hatte bereits die EU-Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen. Diese müssen nun auch die neue Garantie prüfen. Die WestLB will zudem weitere Investments wie Staatsanleihen und strukturierte Finanzierungen mit einem Volumen von insgesamt rund 87 Milliarden Euro aus den Büchern nehmen.

Voigtländers Vorgänger Heinz Hilgert hatte im Mai im Streit mit den Eignern um Garantien das Handtuch geworfen. Voigtländer behält nun mit der Vertagung seiner Berufung ein Druckmittel in der Hand.

manager-magazin.de mit Material von reuters