Massekredit Guttenberg sieht Quelle nicht gerettet

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat den Massekredit für Quelle als faire Chance für das Unternehmen bezeichnet. Das Darlehen biete dem Versandhändler eine Überbrückungsfinanzierung. Sollte aber keine Perspektive für Quelle gefunden werden, könne der Kredit auch dazu dienen, die Firma abzuwickeln.

Berlin - Nach Meinung der Bundesregierung ist die Zukunft des Universalversenders Quelle nicht gesichert - auch nach der Zusage eines 50-Millionen-Euro-Kredits für die Arcandor-Tochter. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sieht das Schicksal des Versandhausunternehmens vielmehr auf des Messers Schneide: "Quelle ist mitnichten, wie einige sagen, jetzt gerettet", sagte der CSU-Politiker am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

"Quelle hat eine Chance bekommen, eine faire Chance, die bis Ende Dezember. reicht. Aber ein solcher Kredit kann auch dazu dienen, dass eine geordnete Insolvenz inklusive Abwicklung stattfinden kann", sagte der Minister.

Guttenberg verteidigte das lange Zögern der Bundesregierung, den Massekredit für Quelle zu genehmigen. Entscheidend sei, dass das Geld der Steuerzahler wieder zurückfließen könne. "Deshalb war ich so hartnäckig bis zum Schluss", sagte der CSU-Politiker. "Wir haben erst gestern die letzten Zusagen bekommen. Und manchen die sagen, es müsste schneller gehen, kann ich nur sagen: Man muss seine Hausaufgaben erst mal machen."

Er demonstrierte auch ausdrücklich den Schulterschluss mit Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), der aus Bayern heftig attackiert worden war. Guttenberg sprach von dem "sehr vernünftig mit mir vorgehenden Kollegen Steinbrück".

Er kritisierte, dass einige den Kredit bereits vor zwei Wochen oder vergangene Woche hätten zusagen wollen. Gemeint war offenbar der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der die Zusage seit vergangener Woche Druck für die Bewilligung des Kredits aufgebaut hatte.

"Die Hartnäckigkeit werde ich mir weiterhin erlauben, unabhängig davon, ob es sich um ein fränkisches oder bayerisches Unternehmen handelt", sagte Guttenberg. "Das hat bei manchem Ärger ausgelöst, aber das ist mir, das muss mir im Sinne des Steuerzahlers egal sein."

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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