Porsche Koppelangebot aus Katar bestätigt

Porsche hat ein Angebot des Staatsfonds QIA zum Einstieg bei dem Sportwagenhersteller erhalten. Zugleich sind die Investoren an Volkswagen-Optionen interessiert. Über den Preis für die Konzernanteile ist nach Angaben von Porsche allerdings noch nicht verhandelt worden.

Stuttgart - Der Staatsfonds des Emirats Katar (QIA) hat nach Angaben von Porsche  schriftlich den Einstieg bei dem Unternehmen angeboten. "Uns liegt ein Angebot der QIA vor, das den Einstieg bei der Porsche Holding SE beschreibt und den Kauf der Optionen auf Volkswagen-Aktien ", sagte ein Porsche-Sprecher.

Ein wichtiges Detail sei allerdings noch nicht übermittelt worden und nunmehr Gegenstand der Verhandlungen: "Der Preis für die Konzernanteile, an denen QIA interessiert ist, wird jetzt verhandelt werden", teilte ein Konzersprecher mit.

Das Angebot sei die Grundlage für die weiteren Verhandlungen, sagte der Sprecher. Eine Entscheidung müsse innerhalb der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch diskutiert werden. Wann es eine Einigung geben könnte, wollte er nicht sagen. In welcher Höhe die Investoren aus Katar sich an der Porsche SE beteiligen sei ebenfalls noch nicht klar.

Dagegen berichtet die "Financial Times Deutschland", das Emirat Katar sei nur an den Optionen des Sportwagenbauers auf Volkswagen-Aktien interessiert. Dies gehe aus dem schriftlichen Angebot des Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) hervor, berichtet die Zeitung weiter. Für den Einstieg bei Porsche seien dagegen Bedingungen gestellt worden, die nicht den Preis betreffen.

In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass QIA am ehesten einen Einstieg an einem integrierten Konzern aus Volkswagen und Porsche anstreben würde. Ein Engagement allein bei Porsche gegen den Willen des Volkswagen-Managements und der niedersächsischen Landesregierung, die 20 Prozent der Volkswagen-Anteile besitzt, sahen die QIA-Experten wohl deutlich kritischer.

Nach Angaben des "Handelsblatts" hatte das Emirat eine "baldige Entscheidung" der beiden Kontrahenten Porsche und Volkswagen angemahnt, die "einvernehmlich ausfallen müsste". Auch nach Angaben der "Financial Times Deutschland" zeigt sich das Emirat zunehmend irritiert über den Machtkampf in den Familien Porsche und Piëch. "Die Scheichs haben keine Lust, in eine ungeklärte Familiensituation zu investieren", zitierte die Zeitung eine mit der Situation vertraute Person.

Zuletzt hatte offenbar der Volkswagen-Vorstand dem Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche angeboten, 49,9 Prozent der Porsche AG zu übernehmen. Damit sollte zumindest ein Teil der Porsche-Finanzschwierigkeiten gelöst werden. Der Sportwagenbauer hatte sich bei dem Versuch übernommen, Volkswagen zu kaufen. Daraus entstand ein Schuldenstand von etwa neun Milliarden Euro. Das Kaufangebot für knapp die Hälfte der Porsche-AG-Anteile habe nach Unternehmenskreisen einen Wert zwischen drei Milliarden und vier Milliarden Euro.

"Dieses Angebot aber ist für uns kein gangbarer Weg", sagte ein Porsche-Sprecher am Montag zum Angebot von Volkswagen. Das Unternehmen könne auf den Vorschlag gar nicht eingehen, weil dann sofort der Kredit über 10,75 Milliarden Euro fällig werde, den das Unternehmen sich bei einem Bankenkonsortium gesichert habe.

An der Börse haben Volkswagen-Titel  vorbörslich 2,04 Prozent auf 256,31 Euro an Wert gewonnen. Am Vortag hatte zeitweise das Volkswagen-Angebot an Porsche für knapp die Hälfte der Porsche AG den Volkswagen-Kurs gedrückt. Porsche-Aktien reagierten heute vorbörslich kaum.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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