Commerzbank Blessing spricht von Rückschlägen

Die Commerzbank hat nach Auskunft von Vorstandschef Martin Blessing ein holpriges zweites Quartal hinter sich, braucht vorerst aber keine weiteren Mittel vom Staat.

Frankfurt am Main - Nachdem sich die Märkte im Mai beruhigt hätten, habe es im Juni neue Rückschläge gegeben, sagte Blessing dem "Handelsblatt" (Montagausgabe) laut einem Vorabbericht vom Sonntag. "Operativ ist die Entwicklung der Geschäftsbereiche im zweiten Quartal sehr unterschiedlich verlaufen", wurde er darin zitiert.

Eine weitere Kapitalspritze des Bundes, der mit 25 Prozent plus einer Aktie größter Anteilseigner der Commerzbank  ist, braucht das Institut Blessings Worten zufolge nicht. "Wir sind komfortabel kapitalisiert", sagte er.

Völlig ausschließen jedoch wollte der Bankchef dem Blatt zufolge einen neuen Gang zum Bankenrettungsfonds SoFFin ebenso wenig wie eine Umwandlung von Teilen einer 16,4 Milliarden Euro schweren Einlage des Bundes in Aktien. "Damit beschäftige ich mich, wenn es relevant werden sollte", sagte Blessing. Momentan sei dies aber kein Thema.

Blessing sieht nach eigener Auskunft im Mittelstand "keine Insolvenzwelle auf breiter Front". Das könne sich allerdings ändern, wenn die Wirtschaftskrise entsprechend lange dauere.

Skeptisch äußerte sich der Manager zum Bad-Bank-Konzept der Bundesregierung, nach dem Kreditinstitute riskante Wertpapiere aus ihren Bilanzen nehmen sollen. "Bislang sehen wir nichts, was unsere Haltung in Bezug auf eine Teilnahme am Bad-Bank-Modell signifikant beeinflusst", sagte Blessing. "Wir haben keinen Druck, denn wir haben mit unserer Restrukturierungseinheit eine eigene Lösung."

Zur Immobilienfinanzierungstochter Eurohypo sagte der Banker: "Was wir beobachten - und das nicht nur bei der Eurohypo - sind Wertaufholungen in Teilen des Portfolios, etwa bei Staatsanleihen. Da hat sich die Lage entspannt."

manager-magazin.de mit Material von reuters