Kartellverfahren Eon droht Geldbuße der EU

Wegen unerlaubter Marktabsprachen droht dem Energiekonzern Eon nach Medienberichten eine drastische Geldbuße der EU-Kommission. Die Kommission hatte 2007 ein Kartellverfahren gegen Eon und seinen französischen Wettbewerber Gaz de France eingeleitet. Eon weist die Vorwürfe zurück.

Hamburg/Düsseldorf - Eine Geldbuße gegen Eon  hätten Mitglieder der EU-Kommission Topmanagern des Konzerns bei Gesprächen in Brüssel angekündigt, schreibt der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe. Wie hoch die Strafe ausfallen werde, sei offen.

Ein Sprecher der Eon Ruhrgas wies am Samstag den Vorwurf etwaiger Marktabsprachen zwischen dem deutschen Konzern und der französischen Gesellschaft Gaz de France zurück.

Bisher sei noch keine Entscheidung der EU-Kommission veröffentlicht worden, sagte er auf Anfrage.

Die EU-Kommission hatte 2007 ein Kartellverfahren gegen Eon und seinen französischen Mitbewerber eingeleitet. Beide Konzerne sollen sich beim Bau der sogenannten Megal-Pipeline über Marktgebiete abgesprochen haben.

Der Ruhrgas-Sprecher sagte, im Kern gehe es um mehr als 30 Jahre zurückliegende Transport-Vereinbarungen zwischen Ruhrgas und Gaz de France. Damals war der Gasmarkt noch nicht liberalisiert. Die Vereinbarungen hätten für die Marktentwicklung keine Relevanz, seien nie praktiziert und 2004 formell aufgehoben worden, sagte er.

Nach SPIEGEL-Angaben will sich Eon gegen eine mögliche Strafe zur Wehr setzen und notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof dagegen klagen.

manager-magazin.de mit Material von dpa