Versandhaus Quelle-Konten von Arcandor leergeräumt

Die Notlage des Versandhauses Quelle ist dramatischer als bekannt. Da der Mutterkonzern Arcandor unmittelbar vor der Insolvenz noch auf Quelle-Konten zugegriffen hat, muss das Versandhaus seit Wochen ohne eigene flüssige Mittel auskommen. Lieferanten müssen in Vorleistung gehen: Am Montag will der Bund über Kredite für Quelle entscheiden.

Nürnberg - Wenige Stunden vor der Insolvenz seien alle Konten leergeräumt und an den Mutterkonzern Arcandor überwiesen worden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag). Dadurch müsse Quelle seit fast drei Wochen ohne eigene flüssige Mittel auskommen und sei auf die Großzügigkeit der Lieferanten angewiesen, die mit ihren Waren und Dienstleistungen in Vorleistung gingen.

Ein Arcandor-Sprecher bestätigte den Bericht am Sonnabend und verwies außerdem auf die für Montag erwartete Grundsatzentscheidung der Bundesregierung.

Die Bundesregierung will bis zu diesem Montag eine Grundsatzentscheidung über mögliche Kredite für Quelle treffen, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Damit soll endlich Klarheit geschaffen werden.

Während Bayern bereits 21 Millionen und Sachsen 4 Millionen für den Kredit zugesagt haben, ist bislang unklar, ob der Bund die restlichen 25 Millionen Euro übernimmt.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte aber bereits verkündet, eine Zustimmung des Bundes zu dem Kredit sei so gut wie sicher. Eine klare Entscheidung aus Berlin fehlte jedoch zunächst. Unterdessen begann am Freitagabend die Auslieferung des neuen Quelle-Katalogs.

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, den Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro könne es nur geben, wenn das Ausfallrisiko überschaubar bleibe und es Sicherheiten gebe. Regierungskreise berichteten am Freitagnachmittag von Fortschritten: Es gebe Einigkeit darüber, dass die staatliche KfW-Bank vor den anderen Kreditgebern - den Förderbanken in Sachsen und Bayern - Zugriff auf Sicherheiten in Höhe von 25 Millionen Euro haben solle.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.