Schaeffler Operativ schwarz, Ergebnis rot

Nun ist die Krise auch in der Industriesparte von Schaeffler angekommen - minus 12 Prozent. Richtig hart trifft es die Franken aber im Automobilzuliefergeschäft, wo die Umsätze um bis zu ein Viertel einbrechen. Dennoch sieht das Management erste Lichtblicke.

Herzogenaurach - Trotz erster Lichtblicke rechnet der fränkische Wälzlagerkonzern Schaeffler im laufenden Jahr mit deutlich weniger Einnahmen. Angesichts der weltweit weggebrochenen Nachfrage nach Neuwagen dürften die Umsätze mit Kunden aus der Automobilindustrie um bis zu ein Viertel geringer ausfallen als im Vorjahr, sagte ein Sprecher der Herzogenauracher am Freitag zu Dow Jones Newswires.

Deutlich später als das Automobilgeschäft spüre auch die Industriesparte die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Der Bereich verzeichnete im Auftaktquartal einen Rückgang von 12 Prozent, wie der Leiter der Industriesparte, Robert Schullan, erklärte. Im Gesamtjahr erwarten die Franken im Industriegeschäft bis zu ein Fünftel weniger Einnahmen.

Der Familienkonzern, der Motor-, Getriebe-, Fahrwerksysteme und Lager für die Automobilbranche, Industrie sowie die Luft- und Raumfahrt herstellt, macht rund 60 Prozent seines Geschäftes mit der Automobilbranche und 40 Prozent mit der Industrie. Dabei schlägt sich Schaeffler nach eigenen Angaben in einigen Regionen und Bereichen besser als die Konkurrenz. "In den weiterhin vorhandenen Wachstumsbranchen wie Erneuerbare Energien, insbesondere Windkraft, oder Verkehrsinfrastruktur, in denen wir hervorragend positioniert sind, konnten wir sogar Marktanteile gewinnen", erklärte Schullan.

Positive Impulse erwartet er aus Asien, speziell aus China, "wo wir trotz einer Marktabschwächung weiterhin Wachstum generieren". Im ersten Halbjahr habe Schaeffler trotz der schwierigen Wirtschaftslage operativ schwarze Zahlen geschrieben, betonte der Sprecher.

Die Franken leiden jedoch unter einem Schuldenberg von rund 10 Milliarden Euro. Schaeffler, seit Jahresbeginn mit knapp der Hälfte der Anteile größter Continental-Aktionär , hatte sich bei der Übernahme des drei Mal so großen Unternehmens aus Hannover verhoben. Die Herzogenauracher müssen monatlich alleine Zinszahlungen in Höhe von etwa 70 Millionen Euro aufbringen, so dass sie unter dem Strich rote Zahlen schreiben. Zudem ist auch Continental selbst seit der Übernahme der einstigen Siemens VDO ähnlich hoch verschuldet.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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