Lohnentwicklung Deutsche hinken hinterher

Wie schon in den Vorjahren, ist der Lohn französischer Arbeitnehmer auch 2008 stärker gestiegen als bei den deutschen Kollegen. Die Franzosen haben, anders als die Deutschen, in den vergangenen fünf Jahren auch nach Abzug der Inflation ihren Verdienst gesteigert. Als ein Grund gilt der dortige Mindestlohn.

Wiesbaden - Die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmer stiegen 2008 in Frankreich durchschnittlich um 3,1 Prozent, in Deutschland aber nur um 2,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Damit lagen die durchschnittlichen Tariferhöhungen in der Bundesrepublik im fünften Jahr in Folge unter denen in Frankreich.

Seit dem Jahr 2004 gab es im Nachbarland jeweils ein größeres Plus als hierzulande. 2006 stiegen die französischen Löhne um 1,2 Prozentpunkte stärker als die deutschen, 2005 hatte der Abstand sogar 1,6 Prozentpunkte betragen.

In Frankreich lagen die Lohnerhöhungen damit in den vergangenen Jahren jeweils über der Inflationsrate, womit die Franzosen jedes Jahr unter dem Strich mehr Geld zur Verfügung hatten. In Deutschland lag der Anstieg der Preise dagegen 2005 und 2006 deutlich über den Lohnsteigerungen, in den vergangenen beiden Jahren stiegen die Löhne genau so stark wie die Inflation. Damit mussten die Deutschen unter dem Strich Einbußen hinnehmen, weil sie sich mit dem von ihnen verdienten Geld weniger kaufen konnten.

Sehr unterschiedlich entwickelten sich im vergangenen Jahr laut Statistikamt unter anderem die Löhne im Handel. Hier gab es für die Arbeitnehmer in Frankreich ein Plus von 3,1 Prozent. In Deutschland lagen die Lohnerhöhungen mit 2,0 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt. Die Tariferhöhung im französischen Handel ist laut den Statistikämtern vor allem auf den gesetzlichen französischen Mindestlohn zurückzuführen, der an den Anstieg der Verbraucherpreise und die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt ist. In Deutschland gibt es einen Mindestlohn dagegen nur für wenige Branchen.

Der vergleichsweise hohe Anstieg der Löhne in beiden Ländern 2008 gehe hauptsächlich auf die hohen Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres zurück, berichtete das Bundesamt. In der zweiten Jahreshälfte seien die Erhöhungen dagegen deutlich niedriger ausgefallen. In Deutschland wiesen die Tariferhöhungen mit Werten von 2,0 Prozent (Handel) bis 4,5 Prozent (Energie- und Wasserversorgung) eine größere Spannweite auf als in Frankreich mit Zuwächsen von 2,9 Prozent (Kreditgewerbe) bis 4,0 Prozent (Energie- und Wasserversorgung). Inzwischen greifen immer mehr Unternehmen wie Daimler  zu Lohnkürzungen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und afp

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