Krisenticker Millionenstrafe für HeidelbergCement

HeidelbergCement soll wegen Preisabsprachen 170 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Die Quelle-Kataloge werden trotz der unsicheren Finanzlage des Unternehmens ausgeliefert. Die spanische Regierung hat einen milliardenschweren Banken-Rettungsfonds verabschiedet. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.40 Uhr: Der Baustoffhändler HeidelbergCement  soll wegen angeblicher Preisabsprachen eines Zementkartells rund 170 Millionen Euro Bußgeld bezahlen. Das habe das Oberlandesgericht Düsseldorf am Freitag entschieden, sagte eine Sprecherin des Baustoffhändlers. HeidelbergCement habe aber bereits Rechtsbeschwerde gegen das Urteil eingelegt. HeidelbergCement wird vorgeworfen, mit mehreren anderen Herstellern die Preise für die Lieferung von Zement abgesprochen und damit jahrelang höhere Preise durchgesetzt zu haben. Das Bundeskartellamt hatte bereits im Jahr 2003 hohe Bußgelder verhängt, dagegen hatte HeidelbergCement Einspruch eingelegt.

21.30 Uhr: Der Euro  hat sich deutlich über der Marke von 1,40 US-Dollar seitwärts bewegt. Im New Yorker Handel kletterte die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,4119 Dollar, zuletzt wurden 1,4070 Dollar je Euro bezahlt. Devisenhändler begründeten die Dollarschwäche mit einer zurückgekehrten Konjunkturzuversicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4096 (Donnerstag: 1,3940) Dollar festgesetzt. Der Dollar  kostete damit 0,7094 (0,7174) Euro.

19.15 Uhr: Der Quelle-Katalog wird trotz des noch unsicheren Massekredits für Quelle ausgeliefert. "Prinovis hat sich entschlossen, heute um 20.00 Uhr mit der Auslieferung der ersten Kataloge zu beginnen", teilte der Geschäftsführer der Druckerei Prinovis, Winfried Marquardt, mit. Die Bertelsmann-Tochter Prinovis behalte sich jedoch vor, diesen Prozess kurzfristig auszusetzen, falls sich die Lage verschlechtere. Bisher hatte Prinovis Druck - und Auslieferung des Katalogs von der Bereitstellung eines Kredits für Quelle abhängig gemacht.

18.50 Uhr: Der indische Autobauer Tata Motors  hat wegen der Absatzflaute und Verlusten bei seinen Töchtern Jaguar und Land Rover den ersten Jahresverlust seit mindestens acht Jahren eingefahren. Tata verzeichnete im Geschäftsjahr bis Ende März einen Nettoverlust von umgerechnet rund 520 Millionen Dollar. Der Umsatz lag bei 14,6 Milliarden Dollar. Das Unternehmen kündigte einen umfassenden Sparkurs an.

18.45 Uhr: Im Rennen um die Übernahme von Opel scheint wieder alles offen. Neben dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna hat sich nun auch der italienische Autobauer Fiat wieder als Interessent für den Rüsselsheimer Autobauer ins Gespräch gebracht. Er habe gehört, die Gespräche zwischen der ehemaligen Opel-Mutter GM und Magna würden "nicht sehr gut laufen", sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne am Freitagabend. "Wir haben unser Interesse bestätigt."

17.45 Uhr: Der Dax  hat am Freitag 0,5 Prozent im Minus bei 4776 Punkten geschlossen. Auf Wochensicht gab der Dax 1,3 Prozent nach, notiert jedoch noch immer gut ein Drittel über seinem Jahrestief von März. Der Dow Jones  notierte zum Xetra-Schluss 0,7 Prozent im Minus.

16.40 Uhr: Nach monatelangem Ringen hat die spanische Regierung einen milliardenschweren Banken-Rettungsfonds verabschiedet. 99 Milliarden Euro sollen bereitgestellt werden, um im Notfall schwer angeschlagene Finanzinstitute unter die Arme zu greifen sowie eine Kreditvergabe an Unternehmen zu garantieren. Die Regierung will mit dem Fonds nicht zuletzt eine Konsolidierung der Branche unterstützen, in der sich nach dem Ende des Baubooms vor allem bei kleineren Instituten die faulen Kredite häufen. Der Fonds startet mit neun Milliarden Euro. Das Parlament muss dem Plan noch zustimmen.

MAN-Absatz halbiert

16.20 Uhr: MAN (Kurswerte anzeigen) leidet weiter unter der schwachen Nachfrage nach Lkw. "Das Nutzfahrzeuggeschäft ist sehr, sehr tief gefallen. Wir liegen beim Absatz auf knapp der Hälfte vom Vorjahr", sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson in München. Bereits im ersten Quartal 2009 war die Zahl der verkauften Lastwagen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 50 Prozent geschrumpft. Samuelsson hatte bereits im Laufe der Woche erklärt, dass das zweite Quartal ähnlich schlecht verlaufe wie das vorangegangene.

16.10 Uhr: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat grünes Licht für zusätzliche Garantien von insgesamt vier Milliarden Euro für die angeschlagene WestLB gegeben. Der Landschaftsausschuss des Kommunalverbandes in Münster stimmte der Beteiligung mit großer Mehrheit zu. Damit entfällt auf den Verband entsprechend seinem Anteil von 6,1 Prozent an der WestLB eine Summe von 244 Millionen Euro der Bürgschaft. Zuvor hatten schon die westfälischen Sparkassen und die NRW-Landesregierung den Maßnahmen zugestimmt.

15.35 Uhr: Die Wall Street ist schwächer in den Handel gestartet. Der Dow Jones  gab in den ersten Handelsminuten um 0,2 Prozent auf 8455 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 verringerte sich um 0,3 Prozent auf 917 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq  sank um 0,2 Prozent auf 1826 Punkte. Der Dax  in Frankfurt lag am Nachmittag 0,3 Prozent im Minus.

14.55 Uhr: In den USA sind die Einkommen der privaten Haushalte im Mai deutlich stärker als erwartet gestiegen. Auf Monatssicht seien die Einkommen um 1,4 Prozent geklettert, teilte das US-Handelsministerium in Washington mit. Volkswirte hatten einen Zuwachs um lediglich 0,3 Prozent erwartet. Die Ausgabe der privaten Haushalte stiegen wie erwartet um 0,3 Prozent.

14.50 Uhr: Die Deutsche Bahn will im Güterverkehr auf der Schiene bereits in diesem Jahr 850 Millionen Euro einsparen, sagte der Chef des Bahn-Geschäftsfelds DB Schenker Rail, Klaus Kremper. Die Bahn hatte erst am Mittwoch ein Zwei-Milliarden-Sparprogramm bis 2014 angekündigt. Die Güterbahn machte im vergangenen Jahr 4,6 Milliarden Euro Umsatz.

14.40 Uhr: Ungeachtet des jüngsten Rettungsversuchs für den insolventen Fertighausbauer Kampa  ist nach Gewerkschaftsangaben nahezu die komplette Belegschaft entlassen worden. Etwa 650 der 680 Mitarbeiter an den bundesweit acht Standorten hätten ihre Kündigungen erhalten, sagte Bodo Matthey von der Gewerkschaft IG Bau. Josef Haas, früher Kampa-Chef und nun Geschäftsführer der neu gegründeten Kampa GmbH, war zunächst nicht erreichbar, hatte die Entlassungen aber der "Märkischen Allgemeinen" bestätigt. In die seit einer Woche existierende GmbH wurden nur die Markenlizenzen, ein Musterhausnetz und das Innovationscenter überführt.

Nervenkrieg bei Quelle

14.30 Uhr: Von Juli an würden sich insgesamt rund 430 der etwa 4450 Mitarbeiter des IT-Dienstleisters Bechtle (Kurswerte anzeigen) in Kurzarbeit befinden, sagte ein Bechtle-Sprecher. Seit der Hauptversammlung des TecDax-Unternehmens am 16. Juni wurde die Zahl der Mitarbeiter in Kurzarbeit mehr als verdoppelt.

14 Uhr: Bavaria Yachtbau verhandelt um eine Umschuldung. Die hohe Schuldenlast habe nach dem Geschäftseinbruch wegen der Rezession überhandgenommen, hieß es aus Verhandlungskreisen. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dem Unternehmen mit Sitz im unterfränkischen Giebelstadt drohe die Insolvenz, weil es die nächste fällige Zinszahlung Ende Juli nicht mehr schultern könne. Man versuche deshalb, sich auf eine Bilanzrestrukturierung zu einigen. Weder Bavaria noch der beteiligte Finanzinvestor Bain Capital wollten dazu Stellung nehmen.

Allerdings hieß es aus Unternehmenskreisen: "Bavaria ist operativ eine Perle und steht operativ besser da als seine Wettbewerber." Schließlich fertige man nur auf Auftrag und gegen Anzahlung, so dass man nicht auf vollen Lagern sitze. In den Verhandlungen habe man deshalb "keinen Riesendruck", hieß es in den an den Gesprächen beteiligten Kreisen, eine Insolvenz sei nur die letzte Option.

13.30 Uhr: Der Autobauer Opel hat Zeitungsberichte über tägliche Verluste in Höhe von rund sechs Millionen Euro zurückgewiesen. "Diese Zahl ist uns nicht bekannt", sagte ein Opel-Sprecher. Genaue Angaben zu der Ergebnissituation machte er nicht. Nach früheren Angaben des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) macht Opel pro Tag einen Verlust von über drei Millionen Euro. Die Finanzlage des Autobauers war auch Thema auf einer Aufsichtsratssitzung.

Die russische Sberbank rechnet damit, dass der gemeinsame Einstieg mit Magna  bei Opel nicht vor September unter Dach und Fach ist. Ein Abschluss des Geschäfts im September sei das optimistischste Szenario, sagte Sberbank-Chef German Gref in Moskau.

13.15 Uhr: Die 8000 Quelle-Beschäftigten warten weiterhin auf eine Entscheidung der Bundesregierung über den beantragten 50-Millionen-Euro-Kredit. "Das ist ein furchtbarer Nervenkrieg", sagte Unternehmenssprecher Manfred Gawlas. Bei einem positiven Signal könnte der ins Stocken gekommene Geschäftsbetrieb sofort wieder aufgenommen werden: Der Herbstkatalog sei zwar gedruckt. Aber ob er tatsächlich wie geplant ausgeliefert wird, sei offen. Auch die Warenlieferanten warteten, wie es weiter gehe. Container voller Herbst- und Winterware müssten eingelagert werden.

12.20 Uhr: Deutschlands Anleger verbuchen heute moderat steigende Aktienkurse. Der Leitindex Dax  gewinnt 0,5 Prozent auf 4824 Punkte. Für den MDax  der mittelgroßen Werte geht es um 2,18 Prozent auf 5744 Zähler aufwärts. Der Technologiewerteindex TecDax  zieht um 0,57 Prozent auf 619 Stellen an.

12 Uhr: Die Gläubiger von Escada  sollen zur Rettung des Konzerns auf Teile ihrer Forderungen verzichten. Der angeschlagene Modekonzern will eine 2012 fällig werdende Anleihe über 200 Millionen umtauschen, wie Escada am Freitag in München bekanntgab. Bei dem Umtausch würden die Gläubiger für Altanleihen mit einem Nennwert von .000 Euro neue Anleihen über 375 Euro und teilweise eine Barzahlung von 25 Euro erhalten. Zuletzt wurden Altanleihen mit einem Nennwert von 1000 Euro laut Escada für weniger als 300 Euro gehandelt.

Tui senkt Preise für Winterreisen

11 Uhr: Der größte deutsche Reiseveranstalter Tui (Kurswerte anzeigen) senkt angesichts der Nachfrageflaute die Preise für Mittelstrecken- und Fernreisen in der kommenden Wintersaison im Durchschnitt um 5 Prozent. Wegen der Wirtschaftskrise achteten die Urlauber besonders stark auf den Preis, sagte Tui-Deutschland-Chef Volker Böttcher bei der Vorstellung der Winterkataloge in Hamburg. Zugleich hat Tui aber - wie andere Veranstalter auch - die Kapazitäten gegenüber dem Vorjahr verringert, um einem Überangebot und einem größeren Preisrutsch vorzubeugen. Tui Deutschland hat für den Sommer bisher 10 Prozent minus bei den Buchungen und minus 12 Prozent beim Umsatz hinnehmen müssen.

10.30 Uhr: Die Citibank hat 2008 trotz der globalen Finanzkrise nach eigenen Angaben ihre Stellung als größte deutsche Privatkundenbank verteidigt. Wie das zur französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel gehörende Institut berichtete, kletterte der Gewinn nach Steuern um knapp 2 Prozent auf 365 Millionen Euro und die Zahl der Kunden um 111.000 auf 3,4 Millionen. Die Bank mit 6600 Mitarbeitern ist in Deutschland an 335 Standorten vertreten. Im Dezember 2008 hatte die Citigroup  die Bank für 5,2 Milliarden Euro an Crédit Mutuel verkauft.

9.05 Uhr: Gute Vorgaben aus Tokio und New York haben dem Dax  am Freitag im frühen Geschäft ins Plus verholfen. Der Leitindex kletterte um 0,6 Prozent auf 4830 Punkte und rückte damit wieder an seinen Vorwochenschluss von 4839 heran. Zu den Gewinnern zählten die Aktien der Deutschen Bank  mit einem Plus von 2,9 Prozent. Händler verwiesen auf positive Analystenstudien. Auch die Titel der Commerzbank  stiegen um 1,9 Prozent. Nach einer Gewinnwarnung des Konkurrenten Potash fielen K+S-Aktien  um 0,8 Prozent.

8.50 Uhr: Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück (Kurswerte anzeigen) will frühestens im September wieder stärker in Aktien einsteigen. Die Aktienquote bei den Kapitalanlagen könnte dann moderat auf bis zu 4 Prozent steigen, heißt es in einer Präsentation von Finanzvorstand Roland Vogel zum Investorentag in Hannover. Ende 2008 hatte das Unternehmen die Aktienquote auf unter 1 Prozent heruntergefahren. Der Dax-Aufsteiger steht mit seiner vorsichtigen Anlagestrategie im Branchenverglich bislang gut da.

8.45 Uhr: Union und SPD wollen einem Zeitungsbericht zufolge die Auslagerung von Schrottanlagen aus den Bankbilanzen steuerlich günstiger für die Institute gestalten als bislang geplant. Die in einem Gesetzentwurf vorgesehene Entlastung der Institute durch die Schaffung von Zweckgesellschaften für solche Papiere - sogenannten Bad Banks - solle nun doch von der Gewerbesteuer befreit werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf übereinstimmende Informationen aus den Koalitionsfraktionen.

8.40 Uhr: Die Aktienbörse in Tokio hat ihren leichten Höhenflug nach erneuten positiven Vorgaben der Wall Street fortgesetzt. Der Nikkei-Index  für 225 führende Werte schloss mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 9877,39 Punkten. Der breit gefasste Topix  legte ebenfalls um 0,8 Prozent auf 926,80 Zähler zu.

Hertie-Gipfel ohne Hoffnung

8.30 Uhr: Schon vor dem Hertie-Gipfel bei der Deutschen Bank  hat sich die letzte Hoffnung auf eine Rettung der insolventen Kaufhauskette zerschlagen. Der Eigentümer der Warenhaus- Immobilien sei nicht zu einem weiteren Gespräch mit einer deutsch- chinesischen Investorengruppe bereit gewesen, erklärte der Bürgermeister von Wesseling, Günter Ditgens. Auch er selbst sei bei den Gesprächen zwischen dem Eigentümer und den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen in Frankfurt nicht mehr erwünscht. Ditgens hatte die Gruppe der Lokalpolitiker angeführt, die von der Deutschen Bank Einsatz für den Erhalt von Hertie gefordert hatten. Unter Moderation der Deutschen Bank soll nun stattdessen über die einzeln zu verkaufenden Immobilien gesprochen werden.

8.20 Uhr: Der Chef des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine, Wolfgang Eder, hat Europas Stahlindustrie zur dauerhaften Stilllegung von Kapazitäten aufgefordert. "Wir brauchen in Europa Werksschließungen - vor allem in Osteuropa", sagte er der "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitagausgabe). Die Krise zeige, dass es in den EU-Ländern deutliche Überkapazitäten gebe, gerade bei einfachen Stahlqualitäten. "Die Gefahr ist groß, dass durch das bloße Herunterfahren der Produktionen eine wirkliche Strukturbereinigung verschleppt wird", sagte der Chef des sechstgrößten europäischen Stahlkonzerns. Mindestens 10 Prozent der insgesamt 200 Millionen Tonnen seien überflüssig.

8 Uhr: In Deutschland sind die Einfuhrpreise im Mai so stark gesunken wie seit Februar 1987 nicht mehr. Im Jahresvergleich seien sie um 10,4 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Ein Grund für den scharfen Rückgang sind laut Bundesamt abermals geringere Preise für Energie (minus 37,8 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat blieben die Einfuhrpreise stabil, nachdem sie im April noch um 0,8 Prozent gesunken waren. Die Ausfuhrpreise sanken im Jahresvergleich um 2,7 Prozent.

7.21 Uhr: In Japan sind die Verbraucherpreise im Mai so stark gesunken wie noch nie. Die Jahreskernrate - Preisänderungen für Verbrauchsgüter ohne frische Lebensmittel aber mit Energieprodukten - sei von minus 0,1 Prozent im Vormonat auf minus 1,1 Prozent gesunken, teilte die japanische Regierung in Tokio mit.

5.13 Uhr: Die Milliarden aus dem staatlichen Investitionsprogramm kommen laut einem Zeitungsbericht bislang nicht bei den Unternehmen an. Von den insgesamt 13 Milliarden Euro für Investitionen in Infrastruktur oder Schulen hätten die Länder bis Donnerstag vergangener Woche lediglich elf Millionen Euro abgerufen, berichtet die Zeitung "Financial Times Deutschland" ("FTD", Freitagsausgabe) unter Berufung auf Kreise im Bundesfinanzministerium. "Das Geld liegt bereit, es muss nur ausgegeben werden", heiße es im Ministerium.

4 Uhr: Im Gegensatz zu anderen Experten geht der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz nicht mehr von einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf fünf Millionen aus. "Ich rechne nicht damit, dass wir nächstes Jahr die Fünf-Millionen-Marke überschreiten", sagte Franz dem "Mannheimer Morgen". Der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung begründete dies mit einer Abschwächung der Konjunkturkrise. Die Talsohle sei in diesen Wochen erreicht, sagte Franz. "Wenn die Unternehmer überzeugt sind, dass die Rezession allmählich zum Stillstand kommt, werden sie alles tun, ihre qualifizierten Fachkräfte zu halten", so der Leiter des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

"Woolworth hat ohne Investor keine Chance"

1.44 Uhr: Einer Umfrage zufolge steht eine Mehrheit der Deutschen der möglichen Fusion von Karstadt und Kaufhof aufgeschlossen gegenüber. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, ergab eine Erhebung des Beratungsinstituts Grass Roots (Köln/Düsseldorf), dass etwa jeder zweite Befragte (51,9 Prozent) einen Zusammenschluss der beiden großen Warenhauskonzerne gut fände. Lediglich 16,4 Prozent zeigten eine ablehnende Haltung zum Modell der Deutschen Warenhaus AG. 27,1 Prozent erklärten, es sei ihnen egal, ob es zu einer Fusion von Karstadt und Kaufhof komme. 4,6 Prozent machten keine Angaben.

00.22 Uhr: Die Schweizer Großbank UBS  hat wahrscheinlich auch im zweiten Quartal dieses Jahres rote Zahlen geschrieben. Der erwartete Verlust sei vor allem auf Wertberichtigungen eigener Verbindlichkeiten sowie auf bereits angekündigte Restrukturierungskosten zurückzuführen, teilt UBS mit. Das operative Ergebnis werde aber besser ausfallen als im Auftaktquartal.

00.19 Uhr: Angesichts der ungewissen Zukunft der insolventen Kaufhauskette Woolworth schlägt die Gewerkschaft Verdi Alarm. "Bis Ende des Jahres muss es einen Investor geben, sonst hat Woolworth keine Chance", sagte Verdi-Handelsexperte Johann Rösch der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). Die Gewerkschaft verfolge die Entwicklung bei Woolworth "äußerst skeptisch", sagte Rösch. Die Mitarbeiter der Kaufhauskette seien nach wie vor großen Unsicherheiten ausgesetzt, sagte Rösch. "Es ist noch unklar, welche Beschäftigte dabei sein werden und welche Standorte bleiben werden", erklärte er.

manager-magazin.de mit Material von Agenturen

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