Sonntag, 25. August 2019

Krisenticker Drei Autokonzerne, acht Milliarden Dollar

Ford, Nissan und Tesla erhalten US-Staatskredite in Höhe von acht Milliarden Dollar. Barack Obama unterstützt Notenbank-Chef Ben Bernanke. Die Postbank erwartet im zweiten Quartal rote Zahlen. RWI und Ifo-Institut rechnen mit einem Wirtschaftseinbruch von 6,4 Prozent. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.45 Uhr: Die US-Regierung stellt drei Autoherstellern zur Entwicklung umweltfreundlicherer Fahrzeuge Staatskredite in Höhe von insgesamt 8 Milliarden Dollar zur Verfügung. Ford bekommt aus einem Programm des Energieministeriums 5 Milliarden Dollar, Nissan erhält für die Modernisierung seiner US-Werke 1,6 Milliarden Dollar und Tesla soll für die Entwicklung elektrischer Antriebe einen Kredit von 465 Millionen Dollar erhalten. Die drei Autohersteller sind damit die ersten Nutznießer des auf 25 Milliarden Dollar angelegten Programms. Auch die insolventen Autokonzerne GM und Chrysler haben Milliardenkredite beantragt (10,3 und 6 Milliarden Dollar). Das Energieministerium hat bislang jedoch erklärt, nur finanziell solide Unternehmen könnten berücksichtigt werden.

20.05 Uhr: US-Präsident Barack Obama erwartet, dass die Arbeitslosenquote in den USA in diesem Jahr über 10 Prozent klettert. Auf einer Pressekonferenz in Washington warnte er zugleich davor, dass auch dann noch weitere Jobs verloren gehen würden, wenn sich die Wirtschaft zu erholen beginnt. Die Arbeitslosenquote in den USA lag im Mai bei 9,4 Prozent.

19.55 Uhr: Außerdem steht Obama voll und ganz hinter Notenbank-Chef Ben Bernanke. Er habe bei der Bekämpfung der Finanzmarkt-Krise unter den gegebenen Umständen seinen Job "prima" versehen, sagte Obama auf einer Pressekonferenz in Washington. Er verteidigte außerdem seinen Plan, der Notenbank (Fed) im Zuge einer umfassenden Reform der Finanzmarktregulierung deutlich mehr Machtbefugnisse einzuräumen. Alle Regulatoren hätten nicht alles Nötige getan, um die schwere Krise zu verhindern, sagte Obama. "Aber die Fed hat wahrscheinlich eine bessere Leistung erbracht als die meisten anderen."

19.35 Uhr: Das Eisenacher Opel-Werk führt laut einem MDR-Bericht ab Donnerstag Kurzarbeit ein. Vom 25. bis 30. Juni werde es in dem Werk Kurzarbeit geben, berichtet der Sender unter Berufung auf die Pressestelle des Werks. Auch für die Zeit vom 13. bis 19. Juli soll Kurzarbeit angemeldet sein, dieser Termin sei von Opel aber noch nicht bestätigt worden. Ab 20. Juli seien dann Betriebsferien.

19.15 Uhr: Die Postbank bereitet die Investoren auf einen erneuten Quartalsverlust vor. "Ob das Ergebnis vor Steuern im zweiten Quartal bereits wieder positiv sein wird, ist zu bezweifeln", sagte Finanzchef Mark Heß einer Investorenkonferenz in Frankfurt. Wahrscheinlich werde es aber besser ausfallen als im ersten Quartal, als die Postbank einen Vorsteuerverlust von 91 Millionen Euro eingefahren hat. Die Belastungen aus der Krise schätzt die Postbank im zweiten Quartal etwas geringer ein als zu Jahresbeginn. Für konkrete Aussagen zum Verlauf des am 30. Juni zu Ende gehenden zweiten Quartals sei es aber noch zu früh.

18.30 Uhr: Die EU-Kommission hat die Übernahme des niederländischen Versorgers Essent durch den Energiekonzern RWE Börsen-Chart zeigen unter Auflagen genehmigt. RWE muss die Kontrollbeteiligung von Essent an den Stadtwerken Bremen verkaufen, um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen. Ohne den Verkauf der Stadtwerke Bremen wäre die ohnehin schon beherrschende Stellung von RWE auf dem Stromgroßhandelsmarkt gestärkt worden, erklärte die Kommission.

17.41 Uhr: Trotz wachsender Konjunkturskepsis hat der deutsche Aktienmarkt etwas höher geschlossen. Der Dax Börsen-Chart zeigen legte 0,3 Prozent auf 4707 Punkte zu, was Händler auf eine technische Erholung zurückführten. Größter Dax-Gewinner waren nach positiven Analystenkommentaren die Aktien von Salzgitter Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 59,96 Euro. Schlusslicht im Leitindex waren die Papiere von Siemens Börsen-Chart zeigen, die 1,6 Prozent auf 48,13 Euro einbüßten.

17.30 Uhr: Die EU hat erste Schritte in Richtung einer Klage gegen China bei der Welthandelsorganisation (WTO) eingeleitet. Wegen chinesischer Exporthemmnisse bei Rohstoffen wurden Konsultationen mit China bei der WTO angemeldet. Die Konsultationen sind die erste Etappe auf dem Weg zu einer Klage. Die Hemmnisse wie Quotenregelungen und Minimalpreise für Ausfuhren betrachte die EU als "klaren Bruch der internationalen Handelsregeln". Am stärksten betroffen seien Stoffe wie Bauxit, Magnesium und Zink. Zum Teil könnten die Stoffe aus keinem anderen Land in die EU eingeführt werden.

17.24 Uhr: Der Wiegetechnik-Anbieter Bizerba baut wegen der schlechten Auftragslage weltweit 300 Stellen ab. Bizerba hat weltweit rund 3100 Beschäftigte und erwirtschaftete im Jahr 2008 knapp 433 Millionen Euro.

17.15 Uhr: Der Immobilienfinanzierer Corealcredit ist komplett in den Besitz des US-Finanzinvestors Lone Star übergegangen. Die Corealcredit war aus der Ex-Gewerkschaftsbank AHBR (Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden) hervorgegangen. Die AHBR war nach riskanten Zinsgeschäften nur knapp der Pleite entronnen und Ende 2005 von Lone Star übernommen worden. Unter dem Namen Corealcredit gab es einen Neuanfang. Lone Star hatte im vergangenen Sommer auch die angeschlagene Mittelstandsbank IKB von der staatlichen KfW gekauft.

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung