Lufthansa Einigung mit BMI

Die Lufthansa darf die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines unter Auflagen übernehmen und hat den nach langem Gezerre den Kauf von BMI unter Dach und Fach. Überschattet wird die Expansion von operativen Problemen der deutschen Airline. Die Lufthansa plant einen drastischen Sparkurs, um einen Jahresverlust zu vermeiden.

Brüssel - Um auf vier Strecken zwischen Brüssel und Deutschland sowie der Schweiz nicht zu mächtig zu werden, stelle die größte deutsche Fluggesellschaft Start- und Landerechte für Konkurrenten zur Verfügung, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. Die Lufthansa  will die Übernahme nun bis Ende Juni abschließen.

Die Wettbewerbshüter hatten das Vorhaben seit Januar wegen anfänglicher Bedenken besonders gründlich untersucht. Sie billigten nun die geplante Übernahme der SN Airholding, der Muttergesellschaft von Brussels Airlines. Die Zusagen der Lufthansa bezüglich der abzugebenden Start- und Landerechte betreffen die Verbindungen zwischen Brüssel auf der einen Seite und Frankfurt, Hamburg, München und Zürich auf der anderen.

Die Lufthansa hatte im vergangenen September den Einstieg angekündigt. Nach damaligen Angaben des Unternehmens werden in einem ersten Schritt 45 Prozent der Anteile für 65 Millionen Euro erworben. Nach Sicherung der Luftverkehrsrechte von Brussels Airlines hat die Lufthansa von 2011 bis 2014 dann die Möglichkeit, die gesamte Gesellschaft zu übernehmen.

Lufthansa-Aktien verloren stärker als der Dax-Durchschnitt 2 Prozent, am Morgen vor Bekanntgabe der Brüsseler Genehmigung hatten sie gar den stärksten Verlust im Index markiert. Bereits am Freitag hatte der Konzern nach Börsenschluss überraschend mitgeteilt, dass rote Zahlen drohten und daher zusätzlich Kosten eingespart werden müssten. Erklärtes Ziel sei die Vermeidung eines operativen Verlusts im laufenden Geschäftsjahr und eine Stärkung der Ertragskraft in den kommenden Jahren.

Angesichts einer anhaltend schwachen Nachfrage im Passagier- und Frachtgeschäft, Änderungen im Reiseverhalten der Fluggäste und steigender Treibstoffpreise erfordere ein positives operatives Ergebnis "zusätzliche Kostenentlastungen". Die genauen Sparmaßnahmen würden in den kommenden Wochen erarbeitet, hieß es. "Das ist eine eindeutige Gewinnwarnung, denn Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber hatte erst kürzlich auf der IATA für 2009 das Ziel bestätigt, einen deutlichen operativen Gewinn einzufahren", sagte ein Händler.

Die Lufthansa übernimmt außerdem nach langem Hin und Her die Mehrheit an der britischen Fluggesellschaft British Midland (BMI). Nach einer Einigung mit dem bisherigen Großaktionär Sir Michael Bishop soll der Anteil an BMI schrittweise von rund 30 auf 80 Prozent steigen, wie das Unternehmen am Montag in Frankfurt mitteilte. Die übrigen 20 Prozent gehören der skandinavischen Fluggesellschaft SAS. British Midland zählt pro Jahr rund zehn Millionen Passagiere.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und dpa

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