Commerzbank-Chef Blessing fordert bessere Regulierung

Commerzbank-Chef Martin Blessing fordert eine rasche Verschärfung der Finanzmarktvorschriften in Europa. "Wir brauchen eine bessere Regulierung", sagte Blessing, dessen Institut mit mehr als 18 Milliarden Euro Staatshilfe gestützt wird.

Frankfurt am Main - "Nur wenn wir glauben würden, dass alle ihre Lektionen gelernt haben und keiner mehr in alte Verhaltensmuster zurückfällt, könnten alle Regeln so bleiben wie sie sind. Aber das wäre naiv", sagte Blessing der "Stuttgarter Zeitung" (Montagausgabe) laut Vorabmeldung.

Er befürchte, dass die europäischen Staaten die Chance vergeben, durch eine bessere gemeinsame Regulierung etwas Sinnvolles für die Märkte zu tun. Er beobachte erste Zeichen, dass "die Erinnerung an die heiße Herdplatte, auf die man gefasst hat", verblasse, sagte der Commerzbank-Chef.

In London versprächen einige Banken ihren Mitarbeitern wieder hohe Bonuszahlungen - "und am Ende will keiner angefangen haben". Wenn bis zum Frühjahr kommenden Jahres bei der Regulierung nichts passiere und gleichzeitig die Gewinne in bestimmten Bereichen des Investmentbankings und die Bonuszahlungen wieder steigen würden, werde es eine breite öffentliche Debatte geben, "für die ich auch Verständnis hätte", sagte Blessing.

Für die Commerzbank , die mit insgesamt mehr als 18 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds der Bundesregierung gestützt wird, setzt Blessing als Lehre aus der Krise auf eine bessere Ausbildung der Mitarbeiter und bessere Aufklärung der Kunden.

Angesichts der unsicheren Wirtschaftslage wagte Blessing keine konkrete Prognose für das laufende Jahr. Nach den bisherigen Schätzungen gehe man davon aus, dass die Kreditausfälle für Unternehmens- und Privatdarlehen mit rund 3,5 Milliarden Euro etwa so hoch wie im Vorjahr sein werden, zitierte das Blatt den Commerzbank-Chef.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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