Krisenticker Ölpreis zeitweise unter 70 Dollar je Barrel

Belastet von enttäuschend ausgefallenen Konjunkturdaten schließen die US-Börsen sehr schwach. Der Ölpreis gibt zu Wochenbeginn deutlich nach. Die Stimmung unter den US-Häuserbauern hat sich im Juni eingetrübt. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.17 Uhr: Belastet von enttäuschend ausgefallenen Konjunkturdaten haben die US-Börsen am Montag sehr schwach geschlossen. So trübte sich die Stimmung unter den Häuserbauern im Juni überraschend ein und auch die Geschäftsaussichten im verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York fielen entgegen den Erwartungen. "Es zeigt sich, dass die Geschwindigkeit, mit der sich die Konjunkturdaten zuletzt erholt haben, nachlässt", sagte Marktstratege Michael Sheldon von RDM Financial. Zudem lastete ein stärkerer Dollar auf den Rohstoffpreisen und den entsprechenden Titeln.

20.53 Uhr: Der Ölpreis hat zu Wochenbeginn an der Nymex deutlich nachgegeben und ist zwischenzeitlich sogar unter die Marke von 70 US-Dollar gefallen. Vor allem der weiterhin steigende Dollar wurde zur Begründung für den Rückgang angeführt. Der führende Juli-Kontrakt der Sorte Light, Sweet Crude schloss mit einem Minus von 2 Prozent bei 70,62 US-Dollar je Barrel. Im Tagestief fiel der Kontrakt schon bis auf 69,58 Dollar, das Tageshoch lag bei 72,21 Dollar. Viele Teilnehmer seien mittlerweile der Ansicht, dass die Rohstoffpreise in den vergangenen Wochen zu schnell und zu stark gestiegen sind. Verstärkt wurde diese Meinung am Nachmittag durch den überraschend schwach ausgefallenen Empire State Manufacturing Index für den Monat Juni.

19.15 Uhr: Die Stimmung unter den US-Häuserbauern hat sich im Juni überraschend eingetrübt. Der NAHB-Hausmarktindex sei von 16 Punkten im Vormonat auf 15 Punkte im Juni gefallen, teilte die National Association of Homebuilders (NAHB) am Montag in Washington mit. Volkswirte hatten zuvor mit einem Anstieg auf 17 Punkte gerechnet. Die gestiegenen Hypothekenzinsen als auch die anhaltende Kreditklemme belasteten die Aussichten für den Sektor. In den vergangenen Monaten hatte sich die Stimmung etwas aufgehellt und im Mai den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht.

18.52: Die Ratingagentur Moody's überprüft eine Abstufung der Langfristratings der Schweizer Großbank UBS. Eine Abstufung werde unter anderem für Depositen und vorrangige Verbindlichkeiten von derzeit "Aa2" geprüft sowie für nachrangige Verbindlichkeiten, das derzeit mit "Aa3" bewertet werde, teilte die Ratingagentur am Montag mit. Auch das Finanzstärke-Rating (BFSR) von "B-" sei betroffen. Das kurzfristige Rating bleibe mit "P-1" unverändert, hieß es weiter. Moody's begründete die Entscheidung mit den "beachtlichen Herausforderungen", vor denen die UBS in den Geschäftsfeldern Investment Banking und Wealth Management stehe

18.11 Uhr: Gewinnmitnahmen haben den Dax  am Montag zum Handelsschluss deutlich ins Minus gedrückt. Nach skeptischen Aussagen aus der deutschen Industrie und negativ aufgenommenen Äußerungen der EZB hätten die Anleger Kasse gemacht, sagten Börsianer. Der deutsche Leitindex war bereits am Vormittag unter die Marke von 5000 Zählern gerutscht und verbuchte schließlich einen satten Abschlag von 3,54 Prozent auf 4889,94 Punkte. Der MDax  sank um 2,69 Prozent auf 5797,06 Punkte, und für den TecDax  ging es um 3,34 Prozent auf 632,53 Punkte nach unten.

16.30 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Wirtschaftskrise in der Bundesrepublik. In den Branchen wie Autobau, Zulieferer, Maschinen- und Anlagenbau sowie Logistik könnte aber der Tiefpunkt erreicht sein, sagte der BA-Chef im Gespräch mit der "Südwest-Presse". Über alle Branchen gesehen habe die Kurzarbeit bisher 36.000 Vollzeitstellen gerettet, die sonst gestrichen worden wären.

15.40 Uhr: Die Mitarbeiter des Optik- und Elektronikspezialisten Carl Zeiss akzeptieren angesichts der Auftragsflaute Gehaltseinbußen - dafür verzichtet das Unternehmen bis zum 30. September 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen. Zum einen verzichten die Mitarbeiter in diesem Jahr auf 75 Prozent des Urlaubsgeldes und komplett auf das Weihnachtsgeld sowie 2010 auf das volle Urlaubsgeld, wie das Unternehmen mit Sitz in Oberkochen (Ostalbkreis) am Montag mitteilte.

15.20 Uhr: Die internationale Nettonachfrage nach langlaufenden US-Wertpapieren hat im April einen negativen Saldo verzeichnet. Wie das Treasury am Montag mitteilte, verkauften internationale Investoren per Saldo Wertpapiere mit Laufzeiten von mehr als einen Jahr für netto 8,8 Milliarden Dollar. Im Vormonat waren Papiere über netto 36,5 Milliarden Dollar nachgefragt worden.

14.37 Uhr: Die Geschäftsaussichten im Verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York haben sich im Juni überraschend eingetrübt. Der Empire-State-Manufacturing-Index sei von minus 4,6 Punkten im Vormonat auf minus 9,4 Punkte zurückgegangen, teilte die regionale Vertretung der US-Notenbank am Montag in New York mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg auf minus 2,1 Punkte gerechnet. Der Empire-State-Index misst die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Staat New York. Ein Indexstand unter Null deutet einen Rückgang der Aktivität an

13.15 Uhr: In der Eurozone sind zu Jahresbeginn so viele Jobs abgebaut worden wie nie zuvor. Von Januar bis März fielen 1,2 Millionen Stellen dem Rotstift zum Opfer, wie das Europäische Statistikamt am Montag in Brüssel mitteilte. Einen derart drastischen Rückgang hat es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995 noch nicht gegeben. Die Zahl der Beschäftigten fiel zum Vorquartal um 0,8 Prozent auf 146 Millionen. Besonders viele Stellen fielen in Spanien und Griechenland weg.

12.15 Uhr: Das Münchener Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut macht der deutschen Industrie Mut. Die derzeitige Rezession in der Branche sei überwiegend Folge der globalen Nachfrageschwäche und nicht Zeichen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen, glauben die Wirtschaftsforscher.

12 Uhr: Die Betriebsrenten ehemaliger Arcandor-Mitarbeiter sind nach Angaben des Unternehmens trotz Insolvenz nicht gefährdet. Der KarstadtQuelle Mitarbeitertrust sei bereits im laufenden Monat der Insolvenz in der Lage, die Rentenzahlung zu leisten. Die Insolvenzfestigkeit des Einrichtung sei zuletzt im Mai 2009 gutachterlich bestätigt worden. Acandor hat offenbar Verpflichtungen aus Betriebsrenten von nahezu 2 Milliarden Euro, die zu mehr als 98 Prozent durch den Pensionssicherungsverein gesichert seien.

11.15 Uhr: Deutschlands bedeutendstes Aktienbarometer ist im Laufe des Handelstages tiefer ins Minus gerutscht. Der Dax  steht nunmehr mit 2 Prozent in den roten Zahlen.

10.50 Uhr: Deutschlands Wirtschaft zeigt typische Krisensymptome: Die Zahl der Unternehmensneugründungen stieg im ersten Quartal nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2 Prozent auf 181.700 verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum - aus Angst vor Arbeitslosigkeit oder durch bereits erfolgte Kündigungen steigt diese Zahl in Wirtschaftskrisen oft.

Frankreich stockt Konjunkturprogramm auf

10.40 Uhr: Frankreich stockt sein 26 Milliarden Euro umfassendes Konjunkturprogramm um weitere 3,5 Milliarden Euro auf. Wie die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" am Montag berichtete, will die Regierung gleichzeitig die Erhöhung der Haushaltsmittel der Ministerien begrenzen und für das laufende Jahr ihre Defizitprognose anheben.

10.20 Uhr: Der Dax  baut seine Verluste aus und fällt mit einem Minus von 2,1 Prozent auf 4965 Punkte zurück. Lediglich die Aktie des Handelskonzerns Metro , der sich für die Karstadt-Warenhäuser interessiert, kann gegen den Trend leichte Zugewinne verbuchen. Die Vorgaben aus Asien belasten: In Japan fiel der Nikkei-225-Index am Morgen um 0,7 Prozent, in China gab der Hang Seng um 1,5 Prozent nach.

9.45 Uhr: Beim insolventen Autozulieferer Karmann in Osnabrück werden weniger Stellen abgebaut als zunächst befürchtet. Der Betriebsrat und der vorläufige Insolvenzverwalter einigten sich in einem Interessenausgleich und Sozialplan darauf, statt der angekündigten 513 nur 300 Stellen abzubauen. Dies teilte die IG Metall am Montag mit. Insgesamt sind bei dem Cabriobauer derzeit noch 1979 Menschen beschäftigt. Der Werkzeugbau mit seinen 250 Arbeitsplätzen werde nicht geschlossen, sondern umstrukturiert. So könnten 160 Arbeitsplätze gesichert werden.

9.15 Uhr: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet auch nach dem Ende der Krise keinen starken Konjunkturaufschwung in Deutschland. Statistisch seien im vierten Quartal bessere Zahlen zu erwarten, dies dürfe aber nicht zu falschen Prognosen verleiten, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel am Montag in Berlin vor dem Beginn des BDI-Tages der Deutschen Industrie.

9.05 Uhr: Der Dax  ist 0,9 Prozent schwächer bei 5021 Punkten in den Handel gestartet. Zu den wenigen Gewinnern im Index zählte die Aktie von Volkswagen. Im MDax  legte das Papier von Arcandor  deutlich zu.

8.30 Uhr: Aktien des Handels- und Tourismuskonzerns Arcandor  dürften mit Gewinnen von rund 10 Prozent in den Handel starten. Wie am Wochenende deutlich wurde, kann Arcandor doch noch auf staatliche Unterstützung hoffen. Dabei geht es um einen sogenannten Massekredit, der in der Insolvenz ein Instrument ist, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Der Bund könnte einen solchen Kredit mit einer Bürgschaft absichern. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, die Regierung sei bereit, einen möglichen Arcandor-Antrag wohlwollend zu prüfen.

Ölpreis auf hohem Niveau

7.00 Uhr: Die Ölpreise haben zu Wochenbeginn leicht nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli kostete am Montag im frühen Handel 71,31 Dollar und damit 73 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Trotz der etwas schwächeren Tendenz notieren die Ölpreise immer noch in der Nähe ihrer Jahreshöchststände.

Händler begründeten die jüngsten Preisrückgänge vor allem mit dem etwas festeren Dollar. Die politischen Unruhen im Iran könnten nach Einschätzung von Händlern jedoch kurzfristig für weiter steigende Preise sorgen:. Nach der Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad war es zu Protesten und zu Vorwürfen des Wahlbetrugs gekommen. Iran ist der fünftgrößte Ölproduzent der Welt und liegt zudem an der "Straße von Hormus". Durch diese Meeresenge läuft ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte

6.30 Uhr: Angesichts der globalen Luftfahrtkrise senkt Airbus die Produktion. In diesem Jahr kommt der europäische Flugzeugbauer aufgrund seines großen Auftragspolsters aber noch relativ ungeschoren davon. "Wir werden etwa genauso viele Flugzeuge abliefern wie 2008", sagte der Chef des Airbus-Konzerns EADS, Louis Gallois, zur traditionsreichen Luftfahrtmesse Le Bourget in Paris. Schwierig wird es für Airbus in den kommenden Jahren. "2010 und 2011 werden kritischer", betonte Gallois. Für 2011 erwartet Airbus-Chef Tom Enders einen Rückgang der Auslieferungen um 15 bis 25 Prozent.

Schon jetzt drückt Airbus auf die Bremse. So sollen in diesem Jahr nur 14 statt 18 Exemplare des weltgrößten Verkehrsflugzeugs A380 gebaut werden. Pro Monat sollen zudem statt 40 nur 34 Mittelstreckenjets und statt zehn nur 8,5 Langstreckenflugzeuge A330/A340 fertig werden.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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