Klimaabkommen China stellt neue Bedingungen

Für den Abschluss eines Weltklimaabkommens stellt die chinesische Regierung neue Bedingungen. Falls China sich auf weniger CO2-Emissionen verpflichten soll, müssten die Abnehmerländer chinesischer Exporte einen Teil der Kosten tragen. Im Dezember soll in Kopenhagen eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll gefunden werden.

Hamburg - Die Kohlendioxidemissionen des Landes müssten teilweise den Abnehmerländern seiner Exportgüter zugerechnet werden, forderte der chinesische Sonderbotschafter für die internationalen Klimaverhandlungen, Yu Qingtai, im SPIEGEL, wie das Nachrichten-Magazin am Samstag vorab berichtete.

"15 Prozent bis 20 Prozent der chinesischen Emissionen stammen chinesischen Experten zufolge von Produkten für Auslandsmärkte, besonders für die USA und Europa", sagte Yu. Es sei "unfair", dass diese CO2-Emissionen allein China zugeordnet würden. "Wir müssen bei den internationalen Klimaschutzverhandlungen einen Ausgleich dafür finden."

China verursacht inzwischen weltweit die meisten CO2-Emissionen. Die Regierung in Peking wehrt sich aber gegen den Vorwurf, Hauptverantwortlicher für den Klimawandel zu sein. "Der größte Teil des angereicherten CO2 in der Atmosphäre stammt von den reichen Industrienationen", sagte Yu.

Würde sich Peking mit seiner Forderung durchsetzen, wäre auch Deutschland betroffen. Die Bundesrepublik hat im vergangenen Jahr Waren im Wert von 59 Milliarden Euro aus China eingeführt. Deutschlands Exporte nach China beliefen sich auf 34 Milliarden Euro.

Die Beteiligung der Schwellenländer zählt zu den Hauptstreitpunkten bei den Verhandlungen über ein neues Abkommen, die im Dezember auf einer internationalen Konferenz in Kopenhagen abgeschlossen werden sollen. Das 1997 im japanischen Kyoto ausgehandelte Klimaschutzabkommen (Kyoto-Protokoll) setzt den Industrieländern Ziele, ihre Emissionen von Klimagasen wie CO2 bis 2012 zu senken. Für die Zeit danach gibt es bislang keine internationale Übereinkunft.

manager-magazin.de mit Material von afp