Mittwoch, 24. Juli 2019

Forsche US-Banken "Lieber Timmy ..."

2. Teil: "Ermutigendes Zeichen der finanziellen Reparatur"

Nun hat der "liebe Timmy" geantwortet. Und tatsächlich darf Dimon das ungeliebte Geld, das mit staatlichen Auflagen wie einer Obergrenze für Managergehälter verbunden ist, zurückzahlen, zusammen mit neun anderen Großbanken. Die Investmenthäuser Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen sind dabei, auch der Kreditkartenanbieter American Express Börsen-Chart zeigen, aber nicht J. P. Morgans direkte Wettbewerber, die großen Universalbanken Citigroup Börsen-Chart zeigen, Bank of America Börsen-Chart zeigen und Wells Fargo Börsen-Chart zeigen.

So trennt sich die Spreu vom Weizen - zumindest hätte Jamie Dimon sicher nichts gegen diese Interpretation. Die Regierung ihrerseits lässt zwar die Zügel bei einigen Banken locker, kann dafür aber erste Erfolge bei der Stabilisierung des Finanzsystems präsentieren. "Diese Rückzahlungen sind ein ermutigendes Zeichen der finanziellen Reparatur", sagte Geithner, "doch wir haben noch viel zu tun".

Das Finanzministerium rechne mit 68 Milliarden Dollar Rückfluss - Geld, das dringend gebraucht wird, denn der 750-Milliarden-Dollar-Topf des Bankenrettungsfonds Tarp ist fast leer. Immer mehr kleine Institute straucheln (bisher hat sich der Staat an gut 600 Banken beteiligt, wöchentlich kommen neue dazu) und auch für branchenfremde Rettungsaktionen wie zuletzt die 30 Milliarden Dollar für den insolventen Autokonzern General Motors Börsen-Chart zeigen muss der Bankenfonds herhalten.

Da trifft es sich gut, wenn einige der größten Institute vorzeitig als geheilt entlassen werden können. Es ist der nächste Beleg für die Story, dass Obamas Team die Wende schafft. Diejenigen Großbanken, denen die Bankenaufsicht im amtlichen Stresstest im Mai noch zusätzlichen Kapitalbedarf bescheinigte, haben inzwischen 90 Milliarden Dollar aus privaten Quellen aufgebracht - entweder über Aktien, Anleihen ohne Staatsgarantie oder Verkauf von Geschäftsteilen. Wer Tarp-Geld zurückzahlen will, muss mit weiteren Aktienemissionen beweisen, dass der Markt ihm vertraut und die Staatshilfe wirklich nicht nötig ist. J. P. Morgan will so fünf Milliarden Dollar einwerben.

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