Chrysler/Fiat Übernahme geht vor Oberstes US-Gericht

Die geplante Übernahme des insolventen US-Autobauers Chrysler an Fiat droht sich weiter zu verzögern. Pensionsfonds, bei denen Chrysler mit 42 Millionen Dollar in der Kreide steht, legten erneut Berufung gegen den Verkauf ein. Damit muss nun das Oberste US-Gericht entscheiden.

Washington - Zuständig für die Zulassung der Eilklage beim Supreme Court ist Richterin Ruth Bader Ginsburg. Sie kann entweder allein entscheiden oder den Fall an den Obersten Gerichtshof weitergeben. Der Verlauf des Verfahrens könnte auch für den ebenfalls insolventen Autoriesen General Motors  wegweisend sein. GM will sich ebenso wie Chrysler möglichst schnell unter Gläubigerschutz sanieren, um wieder profitabel zu werden.

Im Fall von Chrysler werfen die drei Pensionsfonds aus dem US-Bundesstaat Indiana dem US-Finanzministerium vor, mit Hilfsgeldern aus dem Bankenrettungspaket für den Autobauer Kompetenzen überschritten zu haben. Außerdem seien im Insolvenzverfahren Inhaber von besicherten Anleihen im Vergleich zu den Gewerkschaften zu schlecht behandelt worden.

Ein US-Berufungsgericht in New York hatte diese Vorwürfe am Freitag zurückgewiesen, den Vollzug der Transaktion aber bis Montag ausgesetzt. Fiat  kann aus dem Geschäft aussteigen, wenn der Verkauf nicht bis 15. Juni in trockenen Tüchern ist.

Die Gesamtschulden von Chrysler belaufen sich auf 6,9 Milliarden Euro. Dem Sanierungsplan zufolge sollen nach dem Insolvenzverfahren neben Fiat ein gewerkschaftlicher Gesundheitsfonds sowie die Regierungen der USA und Kanada Anteile an Chrysler erhalten. Der drittgrößte US-Autobauer hofft, das seit gut einem Monat laufende Insolvenzverfahren in Kürze verlassen zu können.

Der größere Rivale General Motors strebt ebenfalls ein schnelles Verfahren nach dem Vorbild von Chrysler an und will schlanker aus der Insolvenz hervorgehen. Anschließend soll der Konzern zunächst mehrheitlich der US-Regierung gehören. Weitere Anteile sind für Kanada, die Gewerkschaften und Anleihegläubiger vorgesehen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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