Donnerstag, 27. Juni 2019

Arcandor-Tochter Thomas Cook berät neue Sparprogramme

Der zum angeschlagenen Arcandor-Konzern gehörende Reiseanbieter Thomas Cook will sich in Deutschland ein neues Sparprogramm verordnen. Die Geschäftsführung verhandelt mit dem Betriebsrat auch über Stellenabbau.

Hamburg/Frankfurt am Main - "Thomas Cook Deutschland bestätigt, dass Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen wurden, um Vorschläge für eine weitere Effizienzsteigerung des operativen Geschäfts und eine weitere Verbesserung der Kostenstrukturen zu diskutieren", erklärte Thomas Cook am Samstag und bestätigte damit einen Bericht des SPIEGEL.

Das Nachrichtenmagazin hatte gemeldet, Geschäftsführung und Betriebsrat hätten Verhandlungen über ein von

Sparüberlegungen bei Thomas Cook: Werden Telefonhotlines bald Reiseleiter ersetzen?
der Unternehmensberatung Roland Berger verfasstes Sparprogramm aufgenommen. Mithilfe des Sparprogramms sollen vor allem die Personal-, Vertriebs- und EDV-Kosten in den kommenden beiden Jahren um einen zweistelligen Millionenbetrag gesenkt werden.

Wie viele Jobs der Streichaktion zum Opfer fallen, ist noch unklar. Firmeninsider nennen eine Größenordnung von 150 bis maximal 250. Der Konzern wollte zu den Plänen nicht Stellung nehmen und verweist auf die noch laufenden Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.

Auch im Ausland will sich der Konzern laut SPIEGEL offenbar von Mitarbeitern trennen: Zurzeit wird überlegt, ob Thomas Cook in bestimmten Urlaubsländern überhaupt noch eigene Reiseleiter beschäftigen soll - oder die Gäste vor Ort lieber über eine Telefonhotline betreut.

Parallel dazu will der Konzern auch seine Organisation straffen. Die heimischen Veranstaltermarken Neckermann und Thomas Cook sollen künftig gemeinsam betreut und vertrieben werden. Auch für den Einkauf von Hotelkontingenten gibt es vom 1. Juli an nur noch eine zentrale Abteilung.

Thomas Cook ist die Reisesparte des Mutterkonzerns Arcandor Börsen-Chart zeigen, dem ohne Hilfen ab 12. Juni die Insolvenz droht. Der Konzern beantragte in dieser Woche bei der Bundesregierung eine Rettungsbeihilfe in Höhe von 437 Millionen Euro. Der Gipfel zur Rettung des Konzerns war am Abend ohne Ergebnis geblieben. Über das Wochenende sollen aber die Beratungen fortgesetzt werden.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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