Donnerstag, 18. Juli 2019

Warenhauskrise Finanzlage von Arcandor verschärft

2. Teil: Antrag auf Staatshilfen eingereicht

Kritische Finanzlage: Die Karstadt-Mutter Arcandor strebt neue Kredite an
Arcandor hat nach Angaben eines Regierungssprechers am Donnerstagabend seinen Antrag auf staatliche Rettungsbeihilfen eingereicht. Das Schreiben sei beim Wirtschafts- und Finanzministerium eingereicht worden, sagte der Sprecher. Es liege auch der EU vor. Zur Höhe der beantragten Hilfe wollte sich der Sprecher nicht äußern. Details würden am Freitag veröffentlicht.

Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge sind Bund und Länder bereit, die Übernahme von Arcandor-Teilen durch den Konkurrenten Metro Börsen-Chart zeigen mit einer Rettungsbeihilfe in Form von Bürgschaften über 450 Millionen Euro zu begleiten. Bedingung sei aber, dass der Antragsteller sich von weiten Teilen auch seines profitablen Geschäftes und damit auch von Arbeitsplätzen trennt. Zu dem Paket gehörten auch weitere Kapitalmaßnahmen der Arcandor-Eigentümer, die darüber am Donnerstag mit der Bundesregierung verhandelt hätten.

Metro-Finanzvorstand Thomas Unger sagte der "Welt", Metro sei bereit, von den 90 Karstadt-Häusern 60 zu übernehmen. Damit gebe der Konzern "dem weit überwiegenden Teil der Karstadt-Beschäftigten eine gesicherte Zukunft". Beide Seiten hätten inzwischen ein Spitzengespräch vereinbart, sagte Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski.

Arcandor hat bereits eine Bürgschaft im Umfang von 650 Millionen Euro beim Deutschlandfonds der Bundesregierung beantragt. Allerdings hatte die EU und zuletzt auch immer stärker die Politik Skepsis angemeldet, ob der Konzern die Kriterien dafür erfüllt.

manager-magazzin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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