Staatsdefizit Länder verdreifachen Minus

Die Bundesländer mussten in den ersten Monaten des Jahres stark auf Pump leben. Das Defizit in ihren Kernhaushalten schwoll um mehr als das Dreifache des bisherigen Wertes an - und wird zudem für den Bund noch weiter steigen: Die Milliardenkosten für die Bekämpfung der Wirtschaftskrise sind nicht einmal eingerechnet.

Wiesbaden - Die Bundesländer haben im ersten Quartal dieses Jahres ein deutliches Defizit verbucht. Das Minus in den Kernhaushalten der Länder wuchs in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahresquartal um 10,2 Milliarden Euro auf 13,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Defizit des Bundes schrumpfte dagegen im gleichen Zeitraum geringfügig von 17,8 Milliarden Euro auf 17,4 Milliarden Euro.

Die Angaben beziehen sich jedoch lediglich auf die Kernhaushalte von Bund und Ländern. Die Belastungen des Bundes aus der Wirtschaftskrise schlagen sich den Statistikern zufolge dagegen überwiegend in Extrahaushalten nieder. Hierfür werden die Daten erst Ende Juni vorliegen.

Laut Statistik gaben die Länder im ersten Quartal rund 77,8 Milliarden Euro aus, nahmen aber nur 64,3 Milliarden Euro ein. Die Ausgaben legten damit gegenüber dem ersten Quartal 2008 um 10,3 Prozent zu, die Einnahmen sanken um 4,3 Prozent. Ursache für den Einnahmenrückgang seien unter anderem rückläufige Erträge aus Landessteuern gewesen.

Die Ausgaben im Kernhaushalt des Bundes lagen laut Statistik im ersten Quartal bei 83,2 Milliarden Euro und damit um 0,6 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Die Einnahmen stiegen um 1,5 Prozent auf 65,8 Milliarden Euro. Zu dieser Steigerung hätten unter anderem die höheren Einnahmen aus dem Bundesbankgewinn (plus 2,0 Milliarden Euro auf 6,3 Milliarden Euro) beigetragen.

manager-magazin.de mit Material von ddp