Dienstag, 2. Juni 2020

Staatshilfe Prüfer zeigen Arcandor die rote Karte

3. Teil: Notlösung Fusion

Die endgültige Entscheidung über Staatshilfen für Arcandor wird im sogenannten Lenkungsausschuss und Lenkungsrat des Bundes getroffen. Die Sitzungstermine dafür stehen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums noch nicht fest. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat jedoch die zügige Prüfung des Arcandor-Antrags auf Staatshilfe zugesagt.

Kämpfen um ihren Arbeitsplatz: Karstadt-Beschäftigte fordern Staatshilfen für ihren Arbeitgeber
Parallel verhandelt der Arcandor-Vorstand aber auch über eine Fusion seiner Warenhauskette Karstadt mit dem Konkurrenten Kaufhof. Zusammen kämen Karstadt und Kaufhof in der Bundesrepublik auf mehr als 200 Warenhäuser und rund 38.000 Mitarbeiter, von denen im Zuge der Fusion aber anscheinend viele Filialen geschlossen und Mitarbeiter entlassen würden.

Arcandor-Chef Eick und Eckhard Cordes, Chef der Kaufhof-Mutter Metro Börsen-Chart zeigen, haben sich nach eigenen Angaben bereits getroffen, um die Möglichkeiten einer Fusion der beiden Kaufhausketten zu einer "Deutschen Warenhaus AG" auszuloten.

Arcandor-Sprecher haben allerdings heute erneut betont, dass es diese Warenhausallianz nicht auf der Grundlage der Insolvenz von Arcandor oder Karstadt geben werde. Die allerdings ist durch das Ergebnis des PwC-Prüfberichts zumindest erheblich wahrscheinlicher geworden.

Arcandor nahm am Freitag Abend zu dem Bericht von manager magazin.de Stellung. Die zitierten Aussagen würden "nicht die gestrige Diskussionsgrundlage im Bürgschaftsausschuss" widerspiegeln, erklärte das Handelsunternehmen. Aussagen würden "aus dem Zusammenhang gerissen und einseitig dargestellt." Natürlich bestünden im aktuellen Wirtschaftsumfeld Risiken. Die Sanierungsfähigkeit von Arcandor sei durch ein aktuelles Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG vom 20. Mai gerade erst festgestellt worden.

Mit Material der Nachrichtenagenturen

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