Sonntag, 15. Dezember 2019

Deutsche-Bank-HV Heftige Kritik an Chefaufseher Börsig

5. Teil: Aktionäre fordern Klarheit in Datenaffäre

Aktionärsvertreter fordern von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann außerdem Klarheit über die Datenaffäre des Instituts. Es müsse offengelegt werden, was Ackermann, seine Vorstandskollegen und Aufsichtsratschef Clemens Börsig von möglichen Spitzelaktionen gewusst hätten, sagte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Nieding forderte personelle Konsequenzen, wenn die Prüfungen ein entsprechendes Fehlverhalten ergäben.

Die Aufklärung der Datenaffäre erklärte Ackermann zur Chefsache. "Ich habe mich selbst an die Spitze der Untersuchung gestellt", sagte der Schweizer auf der Hauptversammlung am Dienstag. "Wir werden die Vorgänge voll aufklären." Die bislang vorliegenden Erkenntnisse zeigten, dass es kein systematisches Fehlverhalten in der Bank gegeben habe. Es gehe vielmehr um wenige zeitlich weit zurückliegende Einzelfälle. Die Untersuchungen gingen bis in die 1990er Jahre zurück. Die Vorfälle seien weder 2008 noch 2009 passiert. Weitere Details könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen.

Die Bank hatte am Freitagabend Regelverstöße im Zusammenhang mit der Konzernsicherheit eingeräumt. Die Finanzaufsicht ordnete eine Sonderprüfung an. Finanzkreisen zufolge sind auch hochrangige Manager von einer möglichen Bespitzelungsaktion betroffen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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