Magna Zulieferer mit Autobau-Erfahrung

Der Automobilzulieferer Magna gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Übernahme von Opel. Nicht ohne Grund: Der kanadisch-österreichische Konzern gilt derzeit als der weltweit größte Zulieferer.

Wien/Aurora - Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna International gilt mit mehr als 240 Produktionsstätten, rund 74.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 23,7 Milliarden Dollar im Jahr 2008 als der weltweit größte Zulieferer. Der Nettogewinn lag 2008 bei mehr als 70 Millionen Dollar. Allein in Deutschland unterhält der Konzern inzwischen 35 Fabriken.

Gründer des Konzerns ist der 76 Jahre alte Austro-Kandier Frank Stronach, der in den 50er Jahren nach Kanada ausgewandert war und den Magna-Konzern 1969 durch eine Fusion seines eigenen Autoteileherstellers mit einem kanadischen Hersteller für Rüstungselektronik bildete. In den 80er Jahren kehrte Stronach nach Österreich zurück, investierte hier rund 1,5 Milliarden Dollar und baute nach und nach vom neuen Standort Oberwaltersdorf bei Wien seine Zentrale Magna Europe auf.

Inzwischen entwickelt und produziert das Unternehmen Teile für fast alle namhaften Autohersteller. Die Tochterfirma Magna Steyr stellt außerdem im Auftrag großer Hersteller Fahrzeuge her, darunter etwa die Mercedes G-Klasse und der BMW X3.

Allerdings sind Magna Europe und Magna International massiv von der weltweiten Absatzkrise in der Automobilbranche betroffen. In den USA musste deshalb bereits ein Werk mit 1400 Mitarbeitern geschlossen werden. In Österreich wurden Tausende Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt und mussten eine Kürzung ihrer Löhne und Gehälter hinnehmen.

In Deutschland ist der Zulieferer zuletzt vor allem dadurch aufgefallen, dass er gegenüber seinem inzwischen insolventen Mitbewerber Karmann in den vergangenen Jahren die Nase vorn hatte. Die Autobauer BMW , PSA Peugeot Citroën, Porsche  und Aston Martin hatten neue Projekte an Magna vergeben - und damit Karmann jede Aussicht genommen, die eigene Fahrzeugproduktion auszulasten.

Als Folge hatte die Geschäftsführung des Osnabrücker Traditionsunternehmens bereits im vergangenen Jahr verkündet, den Fahrzeugbau zu schließen und sich auf die beiden Pfeiler Dachsysteme für Cabrios und Fahrzeugentwicklung zu konzentrieren. Die Fahrzeugproduktion endet in Osnabrück nach mehr als 100 Jahren voraussichtlich im Juni, wenn das letzte Mercedes-CLK-Cabrio das Fließband verlässt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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