Warenhausehe Karstadt macht Staatshilfe zur Bedingung

Die Karstadt-Mutter Arcandor besteht auf Vorleistungen, bevor Karstadt mit seinem Wettbewerber Kaufhof Fusionsgespräche aufnehmen könnte - und gibt damit die Verantwortung für das Geschäft zum Teil an die Bundesregierung ab. Denn Arcandor verlangt zuerst Staatsbürgschaften und Kredite über zusammen 850 Millionen Euro.

Essen -Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor  sieht Staatshilfe als Voraussetzung für eine mögliche Fusion seiner Karstadt-Warenhäuser mit den Kaufhof-Filialen des Wettbewerbers Metro . "Eine privatwirtschaftliche Lösung ist für uns nur eine Alternative, wenn wir auch Geld kriegen", sagte ein Sprecher am Freitag. "Wenn, dann wird Karstadt als Unternehmen eingebracht und nicht als Insolvenzobjekt."

Arcandor will eine staatliche Bürgschaft von 650 Millionen Euro plus einen Kredit von der KfW in Höhe von 200 Millionen Euro. Die Anträge wurden bereits gestellt und liegen in Berlin vor. Beobachter schätzen, dass der Lenkungsausschuss bereits in der kommenden Woche beraten wird. Arcandor will darüber hinaus aber auch mit seinen Aktionären über eine Kapitalerhöhung und mit seinen Lieferanten und Vermietern über Zugeständnisse reden. Ergebnisse gibt es laut Arcandor noch nicht. Die Gespräche verliefen aber konstruktiv und es gebe "erste hoffnungsvolle Signale".

Für den Essener Konzern drängt die Zeit, will er die drohende Insolvenz abwenden. Am 12. Juni werden Kredite über 650 Millionen Euro fällig und ohne Bürgschaften wollen die Banken diese nicht verlängern. Die Metro ist aufgrund ihres profitablen Geschäftes nicht in Zeitnot.

Am Donnerstag hatten sich der Arcandor- Vorstandsvorsitzende Karl-Gerhard Eick und Metro-Chef Eckhard Cordes zum Gespräch getroffen. Dabei hatten sich beide Seiten darauf verständigt, dass die Bildung einer Deutschen Warenhaus AG durch das Zusammengehen von Kaufhof und Karstadt grundsätzlich ein vernünftiger Weg für die Zukunft der Warenhäuser in Deutschland sein kann. Ein weiteres Gespräch soll in Kürze folgen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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