Opel Koch will Magna, Franz lobt Ripplewood

Im Poker um Opel verliert der italienische Interessent Fiat an Unterstützung. Nach Mutterkonzern GM favorisiert auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch den Autozulieferer Magna. Fiat sei mit seinen Vorschlägen "weit entfernt" von dem, was man sich erhofft habe. Betriebsratschef Klaus Franz lobt unterdessen das Konzept des Finanzinvestors Ripplewood.

Frankfurt am Main - Es gebe eine deutliche Rangfolge, sagte Koch am Freitag im Deutschlandfunk vor den Beratungen der Bundesländer mit Opel-Werken im Kanzleramt über die verschiedenen Konzepte von Magna, dem US-Finanzinvestor Ripplewood und dem italienischen Autokonzern Fiat. Dabei erfülle Magna am ehesten die Hoffnungen vieler.

Danach komme Ripplewood, Fiat sei mit seinem Vorschlag "weit entfernt" von dem, was man sich erhofft habe. Entsprechend dieser Reihenfolge müssten auch in den nun anstehenden Verhandlungen Prioritäten gesetzt werden.

Koch zufolge gibt es keinen Vorschlag für die Übernahme von Opel, nach dem "alles beim Alten" bleibe. Magna versuche allerdings mehr als die anderen beiden Interessenten mit neuen Ideen neue Märkte und Kunden zu erschließen.

Der hessische Ministerpräsident betonte, dass die Grundlage aller Konzepte die Opel Europa AG sei. Weiterhin sprach sich Koch für einen Verbund mit der Opel-Mutter General Motors (GM) aus. GM müsse Aktionär der neuen Gesellschaft sein. Die beiden Unternehmen sollten dann freundschaftlich verbunden sein, aber es solle keine gegenseitige Abhängigkeit bestehen.

Der Opel-Betriebsrat hat unterdessen das Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors Ripplewood für den angeschlagenen Autobauer begrüßt. Das Konzept sei "absolut logisch und nachvollziehbar", sagte Opel-Konzernbetriebsratschef Klaus Franz der Tageszeitung "Die Welt" (Freitag). "Das Angebot muss ernsthaft geprüft werden." Leider werde es in der aktuellen Diskussion nicht angemessen wahrgenommen.

manager-magazin.de mit Material von dpa