Krisenticker US-Regierung will GM neu gründen

Europas größter Luftfahrtkonzern Air France-KLM schreibt seinen ersten Jahresverlust. Opel kann auf eine Auffanglösung von Bundesregierung und Banken hoffen. Die Hertie-Investoren ziehen ihr Angebot zurück. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.30 Uhr: Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard (Kurswerte anzeigen) hat im abgeschlossenen zweiten Quartal die Markterwartungen punktgenau erfüllt. Der Gewinn je Aktie sank leicht von 0,87 Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 0,86 Dollar. Der Umsatz ging um 3 Prozent auf 27,4 Milliarden Dollar zurück.

22 Uhr: Die New Yorker Börse beendet den Handelstag mit einem Minus. Der US-Leitindex Dow Jones  konnte nicht an seine Gewinne vom Vortag anknüpfen und fiel um 0,3 Prozent auf 8474,85 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index endete mit minus 0,2 Prozent bei 908,13 Punkten. An der Nasdaq-Börse schloss der Composite-Index  aber 0,1 Prozent höher bei 1734,54 Zählern.

21.50 Uhr: Die US-Bank J. P. Morgan Chase (Kurswerte anzeigen) bedenkt anders als andere Unternehmen auch ihre Aktionäre. Diese erhielten eine Quartalsdividende von fünf US-Cent, teilte das Unternehmen in New York mit. Ausgeschüttet werden soll das Geld am 31. Juli.

21.45 Uhr: Die angeschlagene Mannheimer Brauerei Eichbaum könnte laut einem Bericht des "Mannheimer Morgen" (Mittwochausgabe) von der Radeberger-Gruppe übernommen und dann geschlossen werden. Radeberger mit der Traditionsmarke Binding habe konkrete Pläne zur Übernahme der Traditionsbrauerei, berichtet die Zeitung. An diesem Mittwoch sollen die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung über die Zukunft der Brauerei informiert werden.

21.30 Uhr: In den USA werden neue Details über den wahrscheinlichen Ablauf einer drohenden Insolvenz von General Motors  bekannt. Kreisen zufolge sollen die gesunden Teile der Opel-Mutter in ein neues Unternehmen ausgegliedert werden, das zunächst der US-Regierung gehört. Anschließend werde die Regierung Anteile an dem neuen Unternehmen an Gewerkschaften und Anleihegläubiger abgeben, sagte eine mit der Situation vertraute Person.

20.30 Uhr: Der US-Senat hat am Dienstag mit überwältigender Mehrheit strengere Regeln für das Kreditkartenwesen gebilligt. Das Gesetz, das es den Kreditkartenfirmen unter anderem erschwert, die Strafgebühren für die Verbraucher zu erhöhen, wurde im Senat mit 90 gegen 5 Stimmen angenommen. Damit sollen Verbraucher vor den bisher kontroversen Praktiken der Kreditkartenfirmen geschützt werden.

Air France-KLM rutscht in die roten Zahlen

18.30 Uhr: Europas größter Luftfahrtkonzern Air France-KLM  hat im vergangenen Geschäftsjahr erstmals seit seiner Gründung unter dem Strich rote Zahlen geschrieben. Das französisch-niederländische Unternehmen gab am Dienstag in Paris für 2008/2009 einen Nettoverlust von 814 Millionen Euro bekannt.

17.45 Uhr: Zum Handelsschluss hat sich der Dax (Kurswerte anzeigen) wieder von der 5000-Punkte-Marke entfernt. Beim Tageshoch von 5005,45 Punkten wurde die Luft für den deutschen Leitindex laut Händlern schnell zu dünn - mit Gewinnen von 2,2 Prozent auf 4959,62 Punkte schloss er deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke. Der MDax  der mittleren Werte verabschiedete sich 1,6 Prozent höher bei 5856,85 Zählern. Für den Technologiewerte-Index TecDax  ging es um 4,0 Prozent auf 632,84 Punkte hoch.

17.30 Uhr: Im Ringen um die Zukunft der insolventen Essener Warenhauskette Hertie haben die Investoren ihr Angebot zurückgezogen. "Wir stehen nicht mehr zur Verfügung", sagte der Sprecher der Investorengruppe, Rolf Schuchardt, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Man habe den Insolvenzverwalter Biner Bähr zuvor über den Schritt informiert.

17 Uhr: Vertreter der Bundesregierung und deutscher Banken haben sich auf ein Modell einer Brückenfinanzierung für den Autobauer Opel verständigt. Das verlautete aus Regierungskreisen in Berlin. Allerdings müsse nun noch die Investorenfrage geklärt werden.

16.40 Uhr: Getrieben von Bankaktien, dreht die New Yorker Börse ins Plus. Der Dow Jones  legt 0,4 Prozent zu auf 8534 Punkte. Der Dax (Kurswerte anzeigen) überspringt sogar kurzzeitig - erstmals seit dem 7. Januar - die 5000-Punkte-Marke und steigt um 3,2 Prozent bis auf 5005 Zähler. Anschließend gibt er jedoch wieder deutlich nach.

16 Uhr: Der Autozulieferer Continental (Kurswerte anzeigen) hat dem vom Aus bedrohten Lkw-Reifenwerk am Stammsitz Hannover eine letzte Schonfrist gegeben. Zunächst ruht von Ende 2009 an die Produktion von Lkw-Reifen in der Fabrik. Die Kurzarbeit wird deutlich ausgeweitet. Mitte 2010 soll mit Blick auf die dann absehbare Marktentwicklung entschieden werden, ob in der Fabrik 2011 Reifen gebaut werden. Das teilten Conti, Betriebsrat und Gewerkschaft als Ergebnis von Verhandlungen mit. Ursprünglich sollte die Lkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken mit 780 Beschäftigten Ende dieses Jahres endgültig geschlossen werden.

Porsche legt Pläne für Bonitätsprüfung auf Eis

15.45 Uhr: Der Sportwagenbauer Porsche  hat seine Pläne für die erstmalige Bonitätsprüfung durch Ratingagenturen vorerst auf Eis gelegt. "Das macht derzeit keinen Sinn", sagte ein Porsche-Sprecher in Stuttgart. Porsche strebt eine Fusion mit Volkswagen  an und will sich am Kreditmarkt weitere 2,5 Milliarden Euro besorgen. Porsche hatte angekündigt, bis Ende Mai sollten die Bonitätsprüfungen der Ratingagenturen abgeschlossen sein. Durch den Verzicht auf ein Rating wird sich Finanzkreisen zufolge der für die im März ausgehandelte Kreditlinie von zehn Milliarden Euro fällige Zinssatz erhöhen.

15.35 Uhr: Atempause an der Wall Street. Der Dow Jones  gibt nach seiner Rally am Vortag zum Handelsbeginn um 0,2 Prozent nach und fällt wieder knapp unter die Marke von 8500 Zählern. Grund sind schwache Daten vom Immobilienmarkt: Die Zahl der Wohnbaubeginne brach aufs Jahr hochgerechnet um 12,8 Prozent auf 458.000 ein. Einen niedrigeren Wert hat es seit Einführung der Statistik 1959 noch nicht gegeben. Im März waren es noch 525.000 gewesen.

15.15 Uhr: Die vom niederländischen Staat kontrollierte Bank ABN Amro will in den nächsten Jahren tausende Stellen streichen und Milliarden an Kosten sparen. Im Zuge des Zusammenschlusses mit dem niederländischen Ableger des früheren Fortis-Finanzkonzerns sollten unterm Strich 4000 bis bis 5000 Stellen wegfallen. Es würden Einsparungen zwischen 1,0 und 1,3 Milliarden Euro erwartet. ABN Amro hat weltweit rund 57.000 Mitarbeiter, die Fortis Bank Nederland knapp 10.000.

15 Uhr: Die deutschen Unternehmen bedienen sich aus dem Kredit- und Bürgschaftsprogramm der Bundesregierung. "Es liegen bereits Anträge im Wert von 4,5 Milliarden Euro vor", sagte der Parlamentarische Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte am Dienstag. Davon entfielen 1,9 Milliarden Euro auf den Mittelstand und mehr als 2,5 Milliarden Euro auf große Unternehmen.

14.30 Uhr: American Express  streicht weitere 4000 Arbeitsplätze, weil immer mehr Kunden ihre Kreditkartenschulden nicht begleichen. Das Unternehmen will so in diesem Jahr 800 Millionen Dollar sparen. Nach jüngsten Angaben wird die Quote der Darlehensausfälle bei dem Kreditkartenanbieter im April auf 10,1 Prozent steigen, nach 8,8 Prozent im März. Der Abbau weiterer 4000 Stellen entspricht 6 Prozent der Belegschaft. Erst im Oktober hatte American Express den Abbau von 7000 Stellen verkündet - dieser ist mittlerweile weitgehend vollzogen.

Fiat bietet Opel alles - außer Bargeld

13.45 Uhr: Der Fiat-Konzern  wird seine Offerte für den Autobauer Opel nicht in bar vorlegen. "Wir können Opel eine Menge bieten", sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne dem Fernsehsender Bloomberg am Dienstag in Frankfurt. Fiat wolle aber Unternehmenswerte einbringen, die viel mehr wert seien als Bargeld. An den Details der Offerte arbeite Fiat noch. Die Frist zur Vorlage eines Sanierungskonzepts läuft an diesem Mittwoch aus. Neben Fiat sind an der deutschen Tochter des von der Insolvenz bedrohten US-Konzerns General Motors auch noch der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna sowie Finanzinvestoren interessiert.

12.10 Uhr: Der Dax  baut nach dem positiven ZEW-Index seine Gewinne auf 2,4 Prozent aus und steigt auf 4966 Zähler. Besonders Finanz- und Stahlwerte ziehen deutlich an. Die Rally in den USA stärkt die Anleger in der Hoffnung, dass die Konjunktur die Talsohle erreicht habe und langsam wieder anziehe.

Eine positive Studie von Goldman Sachs lässt Anleger vor allem bei Bankenwerten zugreifen: "Deutsche Anleger trauen sich wieder, Aktien zu kaufen", sagte ein Händler. Das Papier der Commerzbank vollzieht den zweiten Tag in Folge einen Kurssprung.

11.55 Uhr: Die Kreditversorgung der deutschen Unternehmen wird nach Einschätzung des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte, ab dem Spätsommer einem Test unterzogen. "Ich glaube, dass Kreditversorgungsprobleme dann besonders wichtig werden", sagte er am Dienstag in Berlin. Die Regierung sei aber bereit, den Unternehmen zur Hilfe zu kommen, fügte er hinzu. Die Regierung hat 115 Milliarden Euro für Kredite und Bürgschaften zur Verfügung gestellt. Aus diesem Programm haben Unternehmen bisher 4,5 Milliarden Euro an Krediten und 6 Milliarden Euro an Bürgschaften beantragt.

11.50 Uhr: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fordert von den Banken die größtmögliche Eigenkapitalstärke. Nur wenn die Finanzinstitute mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet seien, könnten sie sich ihre Kreditvergabespielräume bewahren, worauf die deutsche Wirtschaft angewiesen sei, sagte BaFin-Präsident Jochen Sanio am Dienstag in Bonn. Zugleich warnte er davor, das Banken hinsichtlich ihres Eigenkapitals trotzdem unvermittelt unter Druck geraten könnten, selbst wenn sie glaubten, bei den Abschreibungen erst einmal genug getan zu haben.

"Es besteht die sehr konkrete Gefahr, dass die Ratingagenturen auch den Verbriefungspapieren, die Noten im A-Bereich aufweisen, plötzlich ein hartes Downgrading verpassen", sagte der BaFin-Präsident. Die Ratingagenturen hätten wieder Anschluss an die Realität des amerikanischen Häusermarktes gefunden, "denn sie verwenden nun wirklichkeitsnahe Modelle". Dies führe dazu, dass es flächendeckend brutale Abstufungen hagele, sagte Sanio. Diese Herabstufungen könnten zu einem so hohen Eigenkapitalverzehr führen, dass die Kreditvergabemöglichkeiten der betroffenen Banken entscheidend eingeengt werden.

11.05 Uhr: Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im Mai deutlich verbessert. Der entsprechende Index stieg von 13,0 Punkten im Vormonat auf 31,1 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Es war der siebte Anstieg in Folge. Experten hatten im Schnitt nur mit einer Verbesserung auf 20,0 Punkte gerechnet. Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Für ihn werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt.

Nobelpreisträger Krugman sieht Talsohle erreicht

10.30 Uhr: Die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers - erstes prominentes Krisenopfer - will die Zahlungen von Barclays  für Teile des Unternehmens überprüfen lassen. Das geht aus am Montag bei einem amerikanischen Insolvenzgericht eingereichten Unterlagen hervor. Barclays hatte im vergangenen Herbst unter anderem das nordamerikanische Kapitalmarktgeschäft und den Hauptsitz Lehmans in New York für 1,75 Milliarden Dollar gekauft. Kurz zuvor hatte die US-Bank Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Den Unterlagen zufolge hat Lehman nun offensichtliche Unstimmigkeiten in den Verbindlichkeiten gefunden, die Barclays zu Grunde gelegt hatte. Diese könnten Barclays einen Gewinn von mehreren Milliarden Dollar bescheren.

10.20 Uhr: Den kleinen und mittelgroßen US-Banken drohen bei einer Verschlechterung der Wirtschaftslage einem Medienbericht zufolge bis Ende 2010 Verluste in Höhe von 200 Milliarden Dollar. Allein ein Verfall der Märkte für gewerbliche Immobilien könnte die Bilanzen von mehr als 900 mittleren und kleinen Institute mit 100 Milliarden Dollar belasten, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf einen eigenen Stress-Test. Bei mehr als 600 Instituten könnte die Kernkapitalquote demnach unter die Maßgaben der Aufsichtsbehörden fallen.

9.45 Uhr: Nach freundlichen Vorgaben der US-Börsen ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag fest in den Handel gestartet. Der Dax  stieg in den ersten Minuten um 1,2 Prozent auf 4907 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 1,4 Prozent auf 5850 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 2,3 Prozent auf 623 Punkte aufwärts. Besonders Finanztitel setzen ihre Erholung fort: Die Aktie der Commerzbank  legte im frühen Handel um weitere 7 Prozent zu, nachdem das Papier bereits am Vortag rund 10 Prozent an Wert gewonnen hatte.

9.30 Uhr: Der irischen Großbank Bank of Ireland  macht die Finanzkrise weiter zu schaffen. Wie das Geldhaus am Dienstag mitteilte, verbuchte die Bank in dem Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust vor Steuern von sieben Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte das Institut noch einen Gewinn von 1,9 Milliarden Euro erzielt. Die Bank of Ireland blickt pessimistisch in die Zukunft und rechnet mit einem schwierigen laufenden Geschäftsjahr. Das Institut warnte zugleich vor höheren Abschreibungen auf Problemkredite.

9.20 Uhr: Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman sieht die Talsohle der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht. "Ich teile den Optimismus, dass das Schlimmste vielleicht hinter uns liegt", sagte er am Dienstag in einer Rede vor Finanzexperten in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Verschiedene Indikatoren würden darauf hinweisen, dass der Abschwung sich verlangsame. Kredite etwa begännen wieder zu fließen. Angesichts der Schulden, die öffentliche und private Haushalte angehäuft hätten, seien alle Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der Wirtschaft aber verfrüht, warnte Krugman. Er forderte eine strengere staatliche Aufsicht der Finanzmärkte, damit sich eine Krise wie die derzeitige nicht wiederholen könne.

Industrieproduktion in Japan gestiegen

9.00 Uhr: Hohe Abschreibungen haben den Gewinn des britischen Mobilfunkanbieters Vodafone im vergangenen Geschäftsjahr stark gedrückt. Der Überschuss fiel in dem Ende März abgeschlossenen Jahr um 54,4 Prozent auf 3,08 Milliarden Pfund (3,48 Milliarden Euro), wie der nach Umsatz weltgrößte Mobilfunk-Konzern am Dienstag mitteilte.

8.20 Uhr: In Japan ist die Industrieproduktion im März erstmals seit sechs Monaten wieder gestiegen. Die Produktion sei um 1,6 Prozent zum Vormonat geklettert, teilte die japanische Regierung am Dienstag in Tokio mit. Damit wurden vorläufige Daten bestätigt. Die Produktion lag damit im März aber um 34,2 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Im Februar war die Industrieproduktion noch um 9,4 Prozent zum Vormonat gefallen.

6.17 Uhr: Nach dem Senat hat auch das US-Repräsentantenhaus am Montag einem Gesetz zur besseren strafrechtlichen Verfolgung von Hypothekenbetrug zugestimmt. Wie die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in einer Erklärung mitteilte, votierten 338 Abgeordnete für das Gesetz, 52 stimmten dagegen. Jetzt kann Präsident Barack Obama das Gesetz unterzeichnen. Bereits im vergangen Monat hatte der Senat der Maßnahme mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Im Rahmen dieser besseren Betrugsbekämpfung soll eine zehnköpfige Untersuchungskommission geschaffen werden, die die Ursachen der Finanzkrise unter die Lupe nehmen soll. Das neue Gesetz gelte auch für den Missbrauch von Finanzmitteln aus dem 700 Milliarden Dollar (rund 520 Milliarden Euro) umfassenden Bankenrettungsprogramm und dem 787 Milliarden umfassenden Konjunkturpaket dieses Jahres.

6.00 Uhr: Die US-Banken Goldman Sachs  und Morgan Stanley (Kurswerte anzeigen) haben Kreisen zufolge die Rückzahlung staatlicher Hilfen beantragt. Die Gesuche lägen vor, hieß es am Montag in den Kreisen, die mit der Lage vertraut sind. Zudem wollten den Schritt noch weitere Institute tun.

Zuvor hatte die "Financial Times" berichtet, Goldman Sachs, JPMorgan Chase  und American Express  gehörten voraussichtlich zu den ersten, die die Zuschüsse aus dem Bankenhilfsprogramm TARP zurückerstatten wollten. Dem Stress-Test der Regierung zufolge haben die drei Institute auch bei einer Verschärfung der Rezession keinen zusätzlichen Kapitalbedarf. Dies gilt als Voraussetzung für die Rückzahlung, mit der sich die Häuser auch von Regierungsvorgaben wie Einschränkungen bei Managergehältern lösen. Morgan Stanley und Goldman Sachs haben im Oktober jeweils zehn Milliarden Dollar erhalten, JPMorgan 25 Milliarden Dollar und American Express im Januar 3,4 Milliarden Dollar. Die Banken nahmen keine Stellung zu den Berichten.

6.00 Uhr: Das US-Kreditkartenunternehmen American Express (Kurswerte anzeigen) streicht weitere 4000 Arbeitsplätze. Die Maßnahme sei Teil eines Programms zur Einsparung von weiteren 800 Millionen Dollar (590 Millionen Euro) bis zum Jahresende, teilte der Konzern am Montag in New York mit. Von den Entlassungen sind etwa sechs Prozent der Gesamtbelegschaft weltweit betroffen. Viele der betroffenen Mitarbeiter seien in den vergangenen Tagen informiert worden, die übrigen würden in den kommenden Wochen folgen, sagte Unternehmenssprecherin Joanna Lambert. American Express hatte bereits im Oktober die Streichung von 7000 Jobs bekanntgegeben und erklärt, es sollten Kosten in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar eingespart werden. Im ersten Quartal 2009 verbuchte der Kreditkartenriese erneut einen drastischen Gewinneinbruch von 63 Prozent. Damit ging der Quartalsprofit des Konzerns zum sechsten Mal in Folge zurück.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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