BMW Reithofer setzt Zeichen der Stärke

BMW-Chef Norbert Reithofer beschwört während der Hauptversammlung die Aktionäre. Man habe schon andere Krisen überstanden. Man werde kämpfen - "um jedes verkaufte Fahrzeug, um jeden Mitarbeiter". Zudem fährt BMW die Produktion in Leipzig wieder hoch und kündigt eine neue Modellfamilie an.

München - BMW-Chef Norbert Reithofer hofft in der aktuellen Absatzflaute auf die Zukunft. "Der weltweite Automobilmarkt und die Nachfrage nach Premiumfahrzeugen werden wieder zulegen", sagte er seinen Aktionären am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Münchener Konzerns.

Gleichzeitig verwies Reithofer auf die Vergangenheit: BMW  habe schon andere Bewährungsproben wie den Rover-Verkauf im Jahr 2000, die Ölkrise und die Absatzschwäche zu Beginn der 90er Jahre überstanden.

2009 werde aber ein hartes Jahr, sagte Reithofer. In den ersten vier Monaten büßte BMW fast 22 Prozent seines Absatzes ein, im ersten Quartal machte der Konzern ein Minus von 152 Millionen Euro. Ob im laufenden Jahr ein Gewinn gelingt, wagt BMW nicht zu prognostizieren. "Wir werden kämpfen - um jedes verkaufte Fahrzeug, um jeden Cent und um jeden Mitarbeiter", betonte Reithofer.

Ab 2010 werde BMW von der Erneuerung seiner Volumenmodelle profitieren, betonte der Konzernchef und gab eine positive Perspektive. Dies werde den Absatz stärken, die neuen Fahrzeuge seien aber auch günstiger zu produzieren und deshalb profitabler.

Zudem gab der Autobauer bekannt, seine Produktion im Werk Leipzig von Juni an wieder hochzufahren. Hintergrund ist die gute Nachfrage nach dem 1er. Bis Ende Mai werde in Leipzig noch im Einschichtbetrieb gearbeitet, danach gehe es wieder in den Zweischichtbetrieb, sagte er.

In Sachsen werden Modelle der kleinen 1er-Baureihe gebaut, die derzeit auch von der Abwrackprämie profitiert. Im April hatte der 1er beim Absatz zumindest den Vorjahreswert erreicht. Bei fast allen anderen Baureihen war er deutlich zurückgegangen. Neben dem Dreitürer, dem Coupé und dem Cabrio soll ab Anfang September in Leipzig auch der neue, kleine Geländewagen X1 gebaut werden.

Neue Modellfamilie angekündigt

Bis 2015 will BMW zudem mit einem neuen "Megacity Vehicle" auf den Markt kommen und zur Modellfamilie ausbauen. Worum es sich dabei genau handeln soll, verrät der Konzern nicht. Reithofer sagte lediglich, es könne sowohl mit einem Elektromotor als auch mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sein, mit zwei aber auch mit vier Rädern.

Reithofer erteilte erneut Fusionen eine Absage: BMW existiere seit über 90 Jahren, gerade weil das Unternehmen einen eigenen Weg gegangen sei. "Wir werden auch in Zukunft unseren Weg gehen, eigenständig und unabhängig." Es komme nicht nur auf Größe an. Kooperationen werde es aber auch weiterhin geben - allerdings nicht auf Kosten der Eigenständigkeit des Unternehmens.

manager-magazin.de mit Material von ap