Krisenticker Schleppendes Geschäft an US-Börsen

Der Streit um bevorstehende Massenentlassungen bei Schaeffler ist voll entbrannt. Nach den USA will auch die EU ihre wichtigsten Finanzinstitute auf Belastbarkeit prüfen. Die Finanzaufsicht hat eine Untersuchung der Vorgänge um Porsche gestartet. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.03 Uhr: Die US-Börsen haben uneinheitlich geschlossen. Gewinnmitnahmen belasteten die Technologiebörse Nasdaq und den S&P. Dagegen stützten Energiewerte infolge des höheren Ölpreises den Dow-Jones-Index. Das Börsenbarometer der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 0,6 Prozent im Plus bei 8469 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor dagegen 0,1 Prozent auf 908 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,9 Prozent und ging mit 1715 Punkten aus dem Handel.

21.33 Uhr: Nach dem rasanten Abschwung hat sich die Wirtschaft nach Ansicht von General Electric-Chef Jeff Immelt zuletzt wieder stabilisiert. Wann die Konjunktur aber wieder anziehe, sei unklar, sagte der CEO des Siemens-Konkurrenten am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Auf der Kreditseite hellt sich das Bild auf und das ist wirklich eine grundlegende Entwicklung, damit die breitere Wirtschaft besser zurechtkommt", sagte Immelt. "Als nächstes müssen wir sehen, ob es in der zweiten Jahreshälfte Wachstum gibt."

21.15 Uhr: Die Aktie von General Motors unterbietet historische Tiefstände. Das Papier notiert bei 1,14 Dollar. So wenig war die Aktie zuletzt 1933 wert.

19.38 Uhr: Gewinnmitnahmen bei Banken- und Technologiewerten haben die Börse in New York ins Minus gedrückt. Auch neue Hiobsbotschaften vom angeschlagenen US-Autobauer General Motors schreckten die Investoren ab. GM-Manager verkauften große Aktienpakete an der von der Insolvenz bedrohten Opel-Mutter und sorgten so für einen Kursabsturz der Anteilsscheine von rund 22 Prozent zeitweise auf den tiefsten Stand seit 76 Jahren.

19.31 Uhr: Nach den Stresstests haben sich zwei weitere US-Großbanken mit Aktienverkäufen erfolgreich frisches Geld besorgt, um Staatshilfen zurückzuzahlen. Die U.S. Bancorp nahm damit am Dienstag 2,5 Milliarden Dollar ein. Die Bank of New York Mellon erzielte 1,2 Milliarden Dollar und damit 20 Prozent mehr als erwartet. U.S. Bancorp warf 139 Millionen Aktien zu 18 Dollar das Stück auf den Markt, die Konkurrentin 42 Millionen zu 28,75 Dollar. Die Preise lagen drei Prozent unter den Schlusskursen des Vortages und damit im Rahmen des Üblichen bei solchen Angeboten. Um die Nachfrage zu befriedigen, können die Angebote noch um 15 Prozent ausgeweitet werden.

19.19 Uhr: Für den Autohersteller Opel gibt es nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" einen neuen ernsthaften Interessenten. Der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood prüfe eine Beteiligung an der Tochter des US-Konzerns General Motors, berichtet die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe. Die Beteiligungsgesellschaft Ripplewood, die in Europa über die Tochtergesellschaft RJH International in Brüssel agiere, sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen.

19.10 Uhr: Im Ringen um den angeschlagenen Autohersteller Opel hat der kanadisch-österreichische Zulieferkonzern Magna sein Angebot offenbar deutlich erhöht und soll nun nach einer Opel-Mehrheit greifen. Bisher hatte der Zulieferer, der selbst weiterhin weniger als 20 Prozent an Opel übernehmen will, sich gemeinsam mit der russischen Sberbank nur einen Anteil von bis zu 50 Prozent zum Ziel gesetzt. Nun peile die staatlich kontrollierte russische Bank eine Aufstockung ihres bislang vorgesehenen Anteils von rund 30 Prozent an der neuen Opel-Gesellschaft an, berichtet das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) unter Berufung mehrere mit der Situation vertraute Personen.

19.05 Uhr: Die weltweite Ölnachfrage wird nach Einschätzung der US-Energiebehörde im Jahr 2009 so niedrig sein wie seit dem Jahr 2004 nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr werde ein Rückgang um 1,8 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag auf 83,67 Millionen Barrel pro Tag erwartet, schreibt die Energy Information Administration (EIA). Damit revidierte die EIA ihre bisherige Prognose um 420.000 Barrel pro Tag nach unten. In den vergangenen 16 Monaten hatte die EIA 13 Mal ihre Prognose für 2009 reduziert.

18.36 Uhr: In der SPD wurde das Umdenken in der Union bei der Rettung von Opel begrüßt. Wenn Guttenberg jetzt ein Treuhand-Modell vorschlage, so sei dies nichts anderes als eine staatlich garantierte Überlebenshilfe bis zu einer endgültigen Regelung, verlautete aus SPD-Kreisen. Ein solches Brückenkonzept sei von Vizekanzler Frank- Walter Steinmeier (SPD) bereits vor mehreren Wochen vorgeschlagen worden. Es sei aber gut, dass in der Union nun nicht mehr grundsätzlich eine Opel-Rettung mit staatlicher Hilfe aus ordnungspolitischen Gründen infrage gestellt werde.

18.05 Uhr: In der Krise sieht sich der Optik- und Elektronikspezialist Carl Zeiss zur weiteren Senkung der Personalkosten gezwungen. Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht dazu aus, den Konzern wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen, teilte das Unternehmen in Oberkochen (Ostalbkreis) mit. Angesichts der Auftrags- und Umsatzeinbrüche bei Halbleitertechnik und Industrieller Messtechnik seine betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen.

18 Uhr: Die von Arcandor angestrebte Staatsbürgschaft bleibt offen. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers hat die Hausbank des Konzerns bisher keinen entsprechenden Bürgschaftsantrag beim Bund gestellt. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin wollte sich am Dienstag auf Anfrage nicht äußern. Nach Informationen der WAZ-Gruppe (Mittwoch) hat Arcandor bei der Bundesregierung eine staatliche Bürgschaft beantragt. Der Antrag sei beim zuständigen Wirtschaftsministerium eingegangen.

17.45 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat das Sanierungskonzept des Autozulieferers Schaeffler kritisiert. "Wir sind sehr verwundert, dass Schaeffler nicht intern offen mit den Beteiligten kommuniziert, sondern immer wieder öffentlichen Druck entfacht", sagte Wulff. Mit dem Sanierungskonzept, das nach unternehmensnahen Kreisen einen Abbau von weltweit 8.000 Stellen vorsieht, soll zugleich der Weg für Staatshilfen geebnet werden.

17.37 Uhr: Der Weg für die milliardenschwere Kapitalerhöhung bei der HSH Nordbank ist frei. Der Aufsichtsrat habe dem Vorhaben einstimmig zugestimmt, sagte ein Sprecher der Bank nach dem Treffen des Gremiums am Dienstag. Damit werde die Hauptversammlung, die die Kapitalerhöhung noch beschließen muss, am kommenden Mittwoch stattfinden. Bei dem letzten Aufsichtsratstreffen hatte der US-Finanzinvestor J.C. Flowers, der rund 26 Prozent an der HSH Nordbank hält, noch die Einberufung der Hauptversammlung blockiert, weil er im Zuge der Kapitalerhöhung eine zu niedrige Bewertung der Landesbank fürchtet.

17 Uhr: Die Hamburger SPD-Fraktion hat nach dem Finanzdebakel bei der HSH Nordbank einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss beschlossen. Das Gremium soll klären, wie es zu den immensen Verlusten kommen konnte und wer dafür verantwortlich ist. Die HSH Nordbank hat im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro Verlust gemacht und konnte nur durch eine staatliche Finanzspritze über drei Milliarden Euro und Garantien über zehn Milliarden Euro vor dem Kollaps gerettet werden. Das letzte Wort über die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses hat die Bürgerschaft voraussichtlich am 10. oder 11. Juni. Eine Zustimmung gilt jedoch als sicher, da die SPD allein über mehr als das dafür nötige Viertel der Mandate verfügt.

16.15 Uhr: Stresstests für Banken sollte es nach Ansicht von EU-Finanz- und Währungskommissar Joaquín Almunia auch in Europa geben. "Wir ermutigen zu Stresstests", sagte der spanische Kommissar am Dienstag in Brüssel. "Wir haben seit Anfang der Krise gesagt, dass die richtige Offenlegung von Abschreibungen und Verlusten eine der nötigen Voraussetzungen für das Funktionieren der Bankenbranche ist." Die EU-Finanzminister diskutierten das Thema bereits vor einer Woche. Deutschland pocht darauf, dass Banken durch solche Prüfungen in der Krise nicht beschädigt werden. Almunia sagte, einige Mitgliedstaaten führten Tests über ihre Aufsichtsbehörden durch - Namen nannte er nicht.

15.35 Uhr: An der Wall Street legt der Dow Jones  zu Handelsbeginn um 0,7 Prozent auf 8474 Zähler zu. Der deutsche Leitindex Dax notiert weiterhin 0,9 Prozent im Plus bei 4912 Punkten.

In den USA hat sich das Defizit in der Handelsbilanz im März etwas weniger als erwartet ausgeweitet. Das Defizit sei von 26,1 Milliarden Dollar im Vormonat auf 27,6 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das US-Handelsministerium in Washington mit. Ökonomen hatten mit einem Defizit von 29 Milliarden Dollar gerechnet.

Finanzaufsicht ermittelt gegen Porsche

14.30 Uhr: Die weltweite Wirtschaftskrise macht auch vor der Zigarettenindustrie nicht Halt. Die zunehmende Preissensibilität der Verbraucher und auch der hohe Anteil geschmuggelter Zigaretten sorgen für einen allgemeinen Marktrückgang, wie der Reemtsma-Konzern in Hamburg mitteilte. Im ersten Geschäftshalbjahr 2009 (von Oktober 2008 bis März 2009) wurden demzufolge geschätzte 82,6 Milliarden Stück Zigaretten in Deutschland abgesetzt, das sind knapp drei Milliarden weniger als im Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen beziehen sich auf zwölf Monate, weil Reemtsma die Daten auf das Gesamtjahr umrechnete.

13.45 Uhr: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat einem Magazinbericht zufolge gestern eine Untersuchung wegen einer möglichen Manipulation der Finanzmärkte durch den Autobauer Porsche eingeleitet. Dies bestätigte eine Sprecherin der Behörde dem Magazin "Wirtschaftswoche".

Das Magazin hatte Ende vergangener Woche von Hinweisen berichtet, dass Porsche möglicherweise schon deutlich früher als bislang bekannt das Ziel verfolgte, mindestens 75 Prozent der Anteile an Volkswagen  zu übernehmen, um einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu schließen. Nach Informationen des Magazins könnte Porsche bereits im Februar 2008 die Absicht gehabt haben, 75 Prozent der VW-Anteile zu übernehmen.

13.40 Uhr: Der russische Autobauer Gaz hat sein Interesse an der Gründung eines Joint-Venture mit Opel und dem österreichisch- kanadischen Autozulieferer Magna offiziell bestätigt. Das teilte das Unternehmen unter Berufung auf die stellvertretende Gaz- Vorstandschefin Jelena Matwejewa mit. "Die Gaz-Gruppe hofft auf die weitere Kooperation mit Opel und Magna beim Bau konkurrenzfähiger Personenwagen für Russland und andere Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten", sagte Matwejewa.

13 Uhr: Die angeschlagene Bank of America (Kurswerte anzeigen) hat laut einem Zeitungsbericht einen Teil ihrer Beteiligung an der China Construction Bank (Kurswerte anzeigen) (CCB) verkauft, um ihre gewaltige Kapitallücke zu stopfen. Die US-Bank habe rund ein Drittel ihres knapp 17-prozentigen Anteils an der CCB für 7,3 Milliarden Dollar (rund 5,4 Milliarden Euro) abgetreten, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise.

Der Käufer sei eine Investorengruppe um den Singapurer Staatsfonds Temasek, Hopu Investment und China Life Insurance. Die US-Regierung hat bei der Bank of America in der vergangenen Woche eine Kapitallücke von knapp 34 Milliarden Dollar festgestellt. Diese muss die Bank innerhalb der kommenden sechs Monate stopfen.

Weltgrößte Reederei fährt Verlust ein

12.30 Uhr: Der dänische Multikonzern A. P. Møller ist durch seine Containerreederei Mærsk in die Verlustzone gefahren. Wie das mit Abstand größte dänische Industrieunternehmen in Kopenhagen mitteilte, betrug das Nettominus im ersten Quartal 2,1 Milliarden Kronen (273 Millionen Euro) gegenüber einem Gewinn von 5,2 Milliarden Kronen im selben Vorjahreszeitraum. Als wichtigsten Grund nannte Mærsk einen Rückgang der Frachtraten um 24 Prozent und 14 Prozent weniger Containertransporte. Mærsk ist die größte Reederei der Welt.

11.35 Uhr: Die EU-Kommission hat die Staatshilfe für die krisengeschüttelte WestLB genehmigt und dafür harte Einschnitte sowie eine Schrumpfkur verordnet. Da die Bank einen Risikoschirm von fünf Milliarden Euro erhielt, werde sie ihr Geschäft halbieren und sich "auf weniger risikoträchtige Tätigkeiten konzentrieren" müssen. Die Bank muss zudem bis Ende 2011 über ein Bieterverfahren verkauft werden, entschieden die Wettbewerbshüter in Brüssel.

11.30 Uhr: Der Dax  ist nach schwachem Start wieder auf Erholungskurs. Bis zum Mittag dreht der deutsche Leitindex wieder um 1 Prozent ins Plus und notiert wieder über der Marke von 4900 Zählern. Nach den Gewinnmitnahmen vom Vortag legt auch die Commerzbank-Aktie  wieder zu. Die Porsche-Aktie  setzt dagegen mit einem Minus von 5 Prozent ihre Talfahrt fort und hat seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert verloren.

10.30 Uhr: Der Autohersteller BMW (Kurswerte anzeigen) will die Finanzkraft seiner Banktochter stärker für sein Kerngeschäft nutzen. Die BMW Bank verfüge über Einlagen von mehr als drei Milliarden Euro, sagte ein Sprecher in München. Dieses Geld solle künftig stärker als bisher auch zur Finanzierung des übrigen Geschäfts genutzt werden. "Das ist eine Refinanzierungsquelle, die wir uns besser erschließen wollen", sagte der Sprecher. Derzeit leite der Konzern die notwendigen Schritte ein, um die Banklizenzen für die Verwendung der Gelder zu erhalten.

10.20 Uhr: Die Wirtschaftskrise reißt ein riesiges Loch in den französischen Staatshaushalt. Bis Ende März hat sich das Defizit von 22,5 Milliarden auf 43,7 Milliarden Euro verdoppelt. Dazu hätten die Ausgaben zur Konjunkturankurbelung 13,1 Milliarden Euro beigetragen, teilte das französische Budgetministerium mit. Während die Ausgaben stiegen, brachen die Steuereinnahmen im Jahresvergleich von fast 70 Milliarden auf 51,1 Milliarden Euro ein.

Infineon bleibt auf Schulden sitzen

10 Uhr: Der Anleihenrückkauf des Halbleiterkonzerns Infineon  ist weitgehend fehlgeschlagen. Das Unternehmen gab für den angekündigten Rückkauf von Schuldverschreibungen lediglich 39,3 Millionen Euro aus, wie Infineon mitteilte. Das Volumen der Anleihen reduzierte sich damit insgesamt nominal um 52,4 Millionen Euro. Nach den ursprünglichen Plänen wollte Infineon bis zu 150 Millionen Euro ausgeben, um Anleihenanteile im Nominalwert von 200 Millionen Euro oder mehr zurückzuerwerben. Der Chiphersteller, der auch für das laufende Geschäftsjahr bei schrumpfendem Umsatz erneut einen Verlust erwartet, ringt um seine Refinanzierung im kommenden Jahr. Durch die jetzt nur in geringem Umfang reduzierte Anleihenlast dürften Staatshilfen wieder wahrscheinlicher werden.

9.30 Uhr: Der Preisauftrieb in Ungarn hat im April stärker als erwartet zugenommen. Wie die nationale Statistikbehörde KSH berichtete, lagen die Verbraucherpreise um 3,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im März war mit einer Teuerung von 2,9 Prozent die niedrigste Jahresrate seit Juni 2006 verzeichnet worden. Grund für den stärkeren Preisdruck im April waren die wegen des schwächeren Forint höheren Importpreise, beispielsweise für Automobile, Benzin, Medikamente und Bekleidung.

9.10 Uhr: Der Medienkonzern Bertelsmann ist angesichts schwacher Werbemärkte und zurückhaltender Verbraucher im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 78 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Gütersloh mitteilte. Von Januar bis März 2008 hatte Bertelsmann noch einen Gewinn von 35 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis brach auf 115 Millionen Euro ein von 253 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Umsatz verringerte sich auf 3,5 Milliarden Euro von 3,8 Milliarden.

9 Uhr: Belastet von Kursverlusten der Finanzwerte hat der Dax (Kurswerte anzeigen) erneut nachgegeben. Er büßte 0,7 Prozent auf 4836 Punkte ein. Die Aktien der Deutschen Bank  und der Commerzbank  gaben jeweils rund 2 Prozent nach. Sie litten unter den schwachen Vorgaben ihrer US-Konkurrenten, sagten Börsianer. Die Titel der Deutschen Börse  legten dagegen nach einem Quartalsergebnis über den Markterwartungen 1 Prozent zu.

8.30 Uhr: Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank (Kurswerte anzeigen) hat im ersten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahr, sieht sich aber trotzdem in der Krise gut aufgestellt. "Wir haben gute Voraussetzungen, uns auch im laufenden Geschäftsjahr zu behaupten", sagte Unternehmenschef Wolf Schumacher laut Pressemitteilung. Eine Ergebnisprognose für den Konzern traute sich der Aareal-Bank-Chef allerdings weiterhin nicht zu.

Im ersten Quartal war der Vorsteuergewinn um 37 Prozent auf 17 Millionen Euro zurückgegangen. Gleichzeitig wurde die Risikovorsorge wegen der konjunkturellen Unsicherheiten um 85 Prozent auf 37 Millionen Euro erhöht. Die Aareal Bank war trotz schwarzer Zahlen im Februar unter den Rettungsschirm der Bundesregierung geschlüpft und hatte Mitte März bereits eine staatlich garantierte Anleihe begeben.

Solarfirmen schreiben rote Zahlen und stecken Ziele zurück

8.20 Uhr: Der Handelskonzern Douglas hat nach einem Gewinnrückgang im ersten Halbjahr seine Prognose für das Geschäftsjahr 2008/09 konkretisiert und dabei seine Umsatzerwartung gesenkt. Der vor allem durch seine Parfümerien bekannte Konzern erwarte ein Umsatzwachstum von rund 2 Prozent, teilte Douglas mit. Im ersten Halbjahr hatte Douglas weniger Umsatz und Gewinn erzielt als vor Jahresfrist. Vor Steuern verdiente Douglas 109,4 (136,5) Millionen Euro, unter dem Strich verblieb ein Gewinn von 73,5 (88,8) Millionen Euro. Der Umsatz stieg auf 1,781 (1,748) Milliarden Euro.

8.15 Uhr: Der japanische Renault-Partner Nissan (Kurswerte anzeigen) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals seit neun Jahren einen Nettoverlust eingefahren. Der Fehlbetrag belief sich zum Bilanzstichtag 31. März auf 233,7 Milliarden Yen (1,62 Milliarden Euro), wie der Autobauer bekanntgab. Das Ergebnis fiel allerdings besser aus als zuvor erwartet. Im Februar war Nissan noch von einem Fehlbetrag von 1,75 Milliarden Euro ausgegangen. Der Umsatz belief sich auf 8,43 Billionen Yen. Für das laufende Geschäftsjahr geht Nissan von einem Verlust von noch 170 Milliarden Yen aus.

8.10 Uhr: Der Berliner Solarmodul-Hersteller Solon (Kurswerte anzeigen) hat im ersten Quartal schwer unter der eingebrochenen Nachfrage nach Solaranlagen gelitten und ist in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz stürzte um 76 Prozent auf 38,3 Millionen Euro ab, wie die TecDax-Gesellschaft mitteilte. Unter dem Strich vermeldete das Unternehmen einen Verlust von 18,5 Millionen Euro nach einem Überschuss von 6,9 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Auch im laufenden Quartal erwartet das Unternehmen einen Verlust. Zusätzlich drohe eine Abschreibung auf die indirekte Beteiligung am insolventen französischen Siliziumhersteller SilPro. Eine konkrete Gewinn- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr wollte der Vorstand nicht geben. Er rechnet aber mit einer Belebung der Nachfrage im zweiten Halbjahr.

Auch der weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells hat aufgrund von Wertberichtigungen im ersten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Unter anderem Abschreibungen auf die inzwischen verkaufte Beteiligung Renewable Energy (REC) in Höhe von 387 Millionen Euro hätten im ersten Quartal zu einem Konzernverlust von 392 Millionen Euro geführt, teilte Q-Cells mit. Bereinigt um die Abschreibungen von knapp 397 Millionen Euro sei im ersten Quartal ein Gewinn von 4,5 Millionen Euro erzielt worden, 50 Millionen Euro weniger als vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr 2009 strich der Vorstand zum dritten Mal seine Umsatzprognose zusammen; er peilt nun Erlöse zwischen 1,3 und 1,6 Milliarden Euro an nach zuletzt 1,7 bis 2,1 Milliarden Euro.

8 Uhr: In Deutschland ist die Jahresinflationsrate im April wieder leicht gestiegen. Die Rate sei wie bereits nach einer ersten Schätzung gemeldet von 0,5 Prozent im Vormonat auf 0,7 Prozent geklettert, teilte das Statistische Bundesamt nach endgültigen Daten mit. Im Vergleich zum Vormonat blieben die Verbraucherpreise unverändert. Energie habe sich im Jahresvergleich im April um 5,2 Prozent verbilligt. Dagegen habe es bei Pauschalreisen einen deutlichen Preisanstieg von 16,5 Prozent gegeben, hieß es weiter.

Der Rückgang der Großhandelspreise wiederum hat sich im April in Deutschland auf Jahressicht weiter beschleunigt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Preise um 8,1 Prozent zurückgegangen, nach 8,0 Prozent im März, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das ist der stärkste Rückgang seit Januar 1987. Feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse verbilligten sich im April um etwa ein Fünftel im Jahresvergleich. Im Vergleich zum Vormonat sind die Großhandelspreise dagegen erstmals seit acht Monaten wieder gestiegen, hieß es weiter.

EADS-Auftragseingang schrumpft um drei Viertel

7.50 Uhr: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat den Hoffnungen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf eine Fusion unter Gleichen mit Volkswagen  einen deutlichen Dämpfer verpasst. Der hoch verschuldete Sportwagenbauer Porsche  müsse zunächst seine Finanzprobleme in den Griff bekommen, sagte Piëch am Montagabend am Rande einer Präsentation des neuen VW Polo auf Sardinien. Wiedeking habe "zurzeit" noch sein Vertrauen. Gleichzeitig stellte er klar, die Rechte des Landes Niedersachsen als Großaktionär nicht antasten zu wollen.

7.30 Uhr: Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (Kurswerte anzeigen) hält trotz eines kräftigen Gewinn- und Auftragseinbruchs an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest. Im ersten Jahresviertel sank der Überschuss vor allem wegen Sonderbelastungen durch den Militärtransporter A400M um 40 Prozent auf 170 Millionen Euro, wie EADS n München mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und Einmaleffekten brach um 70 Prozent auf 232 Millionen Euro ein. Der Umsatz gab um 14 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro nach.

Der Auftragseingang fiel nur noch ein Viertel so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Dennoch stieg der Auftragsbestand um 3 Prozent auf 412,6 Milliarden Euro. Für 2009 erwartet EADS dennoch weiterhin einen stabilen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings rechnet das Management bei seiner Tochter Airbus nur noch mit bis zu 300 statt bis zu 400 Flugzeugbestellungen.

7.10 Uhr: Die weltweit schwache Autonachfrage hat den Roboter- und Anlagenbauer Kuka zu Jahresbeginn in die Verlustzone gedrückt. Unterm Strich sei das Ergebnis von plus 9,8 auf minus 1,8 Millionen Euro gedreht, teilte das Unternehmen in Augsburg mit. Operativ blieb Kuka knapp in der Gewinnzone, verzeichnete aber einen Ergebnisrückgang von 15,8 auf 0,2 Millionen Euro.

Einen erheblichen Auftrags- und Umsatzrückgang hatte Kuka bereits Ende April mitgeteilt und auch die Zuversicht geäußert, im Gesamtjahr ein ausgeglichenes bis leicht positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern zu schaffen. Dabei klammert das Unternehmen aber ausdrücklich mögliche Insolvenzrisiken von Großkunden aus. Bei dem bereits insolventen Konzern Chrysler sowie General Motors/Opel sieht Kuka aktuell Risiken von rund 28 Millionen Euro. Zusätzlich bestehe mit Chrysler ein Risiko von 88 Millionen Euro aus einer Werksfinanzierung, teilte Kuka mit.

7 Uhr: Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport (Kurswerte anzeigen) hat im ersten Quartal deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor und rechnet für das Gesamtjahr mit einem rückläufigen Ergebnis. Der Konzernüberschuss brach in den ersten drei Monaten um 25,4 Prozent auf 22,3 Millionen Euro ein, wie das im MDax  notierte Unternehmen in Frankfurt mitteilte. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging um 30,6 Prozent auf 44,1 Millionen Euro zurück. Der Umsatz sank um 14,4 Prozent auf 452 Millionen Euro.

Monoliner MBIA schafft den Sprung in schwarze Zahlen

6.30 Uhr: Der Steuerschätzerkreis beginnt an diesem Dienstag seine dreitägigen Berechnungen der voraussichtlichen Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen bis 2013. Das Gremium aus Experten von Bund, Ländern, Kommunalverbänden, Bundesbank, Statistik-Ämtern und Forschungsinstituten tagt im rheinland- pfälzischen Bad Kreuznach. Das Bundesfinanzministerium war zuletzt davon ausgegangen, dass sich der Gesamtstaat auf Steuerausfälle von bis zu 350 Milliarden Euro gegenüber früheren Prognosen einstellen muss. Allein für dieses Jahr werden in Folge der Krise Mindereinnahmen von fast 50 Milliarden Euro befürchtet. Seine endgültige Prognose gibt der Schätzerkreis an diesem Donnerstag ab.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird noch im Mai einen zweiten Nachtragsetat für 2009 vorlegen. Aus Sicht der Union wird der Bund gut 58 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen müssen - bisher waren fast 37 Milliarden veranschlagt. Einschließlich des Investitions- und Tilgungsfonds für das zweite Konjunkturpaket und einschließlich von Ausfällen aus Garantien sowie anderen Hilfen des Banken-Rettungsfonds Soffin steigt die Gesamt-Neuverschuldung des Bundes nach Berechnungen der Union in diesem Jahr sogar auf 154 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2013 könnten es demnach fast 483 Milliarden werden.

1.30 Uhr: Mehrere Topmanager des US-Autobauers General Motors (Kurswerte anzeigen) (GM) haben angesichts der drohenden Insolvenz weitgehend ihre Aktien des Unternehmens verkauft. Auch GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster trennte sich dabei von seinen letzten Anteilen, wie die Opel-Mutter am Montagabend (Ortszeit) in Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht SEC bekanntgab.

Insgesamt verkauften sechs Manager seit Freitag mehr als 200.000 Aktien zu einem Preis zwischen 1,45 und 1,61 Dollar. Neben Forster zählt auch der scheidende GM-Vize Bob Lutz zu der Gruppe, dagegen war GM-Chef Fritz Henderson nicht darunter. Die Aktie schloss am Montag mit einem Verlust von fast 11 Prozent bei 1,44 Dollar. Zuvor hatte Henderson eine Insolvenz als nun noch wahrscheinlicher bezeichnet. GM will sich nach seinem jüngsten Sanierungsplan mehrheitlich verstaatlichen lassen. Die bestehenden Aktionäre würden praktisch leer ausgehen.

1 Uhr: Der US-Autobauer Ford (Kurswerte anzeigen) will 300 Millionen Stammaktien verkaufen und mit dem Erlös offene Forderungen der Gewerkschaften für einen Gesundheitsfonds begleichen. Der Konzern rechnet nach Angaben vom Montag damit, von den federführenden Banken Citigroup, Goldman Sachs, J. P. Morgan Chase und Morgan Stanley eine Option von 30 Tagen zu erhalten, um bis zu 45 Millionen Stammaktien zu kaufen. Im nachbörslichen Handel fielen die Aktien von Ford nach der Ankündigung um 4,6 Prozent auf 5,80 Dollar. Im Gegensatz zu Chrysler und der Opel-Mutter General Motors  hat Ford bisher keine Staatskredite erhalten.

0.30 Uhr: Der US-Anleihenversicherer MBIA  hat im ersten Quartal 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich habe ein Plus von 696,7 Millionen Dollar gestanden, teilte der einst größte US-Bondversicherer (Monoliner) am Montag mit. Im Vorjahresquartal hatte MBIA noch ein Minus von 2,4 Milliarden Dollar verbucht. Die MBIA-Aktie kletterte nach Veröffentlichung der Zahlen im elektronischen US-Aktienhandel um 16 Prozent.

0 Uhr: Das ungarische Parlament hat am Montag einen strikten Sparhaushalt verabschiedet, der Steuererhöhungen und Rentenkürzungen vorsieht. Die Abgeordneten stimmten mit 201 gegen 166 Stimmen für ein Budget, mit dem der neue Ministerpräsident Gordon Bajnai sein Sanierungsprogramm durchsetzen und die Neuverschuldung unter 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken will. Bajnai hatte den Posten des Regierungschefs unter der Bedingung angenommen, dass das Parlament seinen Sparvorgaben folgt. Ungarn wird von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds mit einem Notkredit gestützt.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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