Krisenticker GM-Topmanager verkaufen eigene Aktien

Die Führung des Autokonzerns General Motors stellt sich auf eine Insolvenz und anschließende Verstaatlichung ein. Der Luftfahrtkonzern EADS bekommt nur noch ein Viertel so viele Aufträge wie vor einem Jahr. Ungarns Parlament beschließt Steuererhöhungen und Rentenkürzungen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

7.30 Uhr: Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (Kurswerte anzeigen) hält trotz eines kräftigen Gewinn- und Auftragseinbruchs an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest. Im ersten Jahresviertel sank der Überschuss vor allem wegen Sonderbelastungen durch den Militärtransporter A400M um 40 Prozent auf 170 Millionen Euro, wie EADS n München mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und Einmaleffekten brach um 70 Prozent auf 232 Millionen Euro ein. Der Umsatz gab um 14 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro nach.

Der Auftragseingang fiel nur noch ein Viertel so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Dennoch stieg der Auftragsbestand um 3 Prozent auf 412,6 Milliarden Euro. Für 2009 erwartet EADS dennoch weiterhin einen stabilen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings rechnet das Management bei seiner Tochter Airbus nur noch mit bis zu 300 statt bis zu 400 Flugzeugbestellungen.

7.10 Uhr: Die weltweit schwache Autonachfrage hat den Roboter- und Anlagenbauer Kuka zu Jahresbeginn in die Verlustzone gedrückt. Unterm Strich sei das Ergebnis von plus 9,8 auf minus 1,8 Millionen Euro gedreht, teilte das Unternehmen in Augsburg mit. Operativ blieb Kuka knapp in der Gewinnzone, verzeichnete aber einen Ergebnisrückgang von 15,8 auf 0,2 Millionen Euro.

Einen erheblichen Auftrags- und Umsatzrückgang hatte Kuka bereits Ende April mitgeteilt und auch die Zuversicht geäußert, im Gesamtjahr ein ausgeglichenes bis leicht positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern zu schaffen. Dabei klammert das Unternehmen aber ausdrücklich mögliche Insolvenzrisiken von Großkunden aus. Bei dem bereits insolventen Konzern Chrysler sowie General Motors/Opel sieht Kuka aktuell Risiken von rund 28 Millionen Euro. Zusätzlich bestehe mit Chrysler ein Risiko von 88 Millionen Euro aus einer Werksfinanzierung, teilte Kuka mit.

7 Uhr: Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport (Kurswerte anzeigen) hat im ersten Quartal deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor und rechnet für das Gesamtjahr mit einem rückläufigen Ergebnis. Der Konzernüberschuss brach in den ersten drei Monaten um 25,4 Prozent auf 22,3 Millionen Euro ein, wie das im MDax  notierte Unternehmen in Frankfurt mitteilte. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging um 30,6 Prozent auf 44,1 Millionen Euro zurück. Der Umsatz sank um 14,4 Prozent auf 452 Millionen Euro.

Monoliner MBIA schafft den Sprung in schwarze Zahlen

6.30 Uhr: Der Steuerschätzerkreis beginnt an diesem Dienstag seine dreitägigen Berechnungen der voraussichtlichen Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen bis 2013. Das Gremium aus Experten von Bund, Ländern, Kommunalverbänden, Bundesbank, Statistik-Ämtern und Forschungsinstituten tagt im rheinland- pfälzischen Bad Kreuznach. Das Bundesfinanzministerium war zuletzt davon ausgegangen, dass sich der Gesamtstaat auf Steuerausfälle von bis zu 350 Milliarden Euro gegenüber früheren Prognosen einstellen muss. Allein für dieses Jahr werden in Folge der Krise Mindereinnahmen von fast 50 Milliarden Euro befürchtet. Seine endgültige Prognose gibt der Schätzerkreis an diesem Donnerstag ab.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird noch im Mai einen zweiten Nachtragsetat für 2009 vorlegen. Aus Sicht der Union wird der Bund gut 58 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen müssen - bisher waren fast 37 Milliarden veranschlagt. Einschließlich des Investitions- und Tilgungsfonds für das zweite Konjunkturpaket und einschließlich von Ausfällen aus Garantien sowie anderen Hilfen des Banken-Rettungsfonds SoFFin steigt die Gesamt-Neuverschuldung des Bundes nach Berechnungen der Union in diesem Jahr sogar auf 154 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2013 könnten es demnach fast 483 Milliarden werden.

1.30 Uhr: Mehrere Topmanager des US-Autobauers General Motors (Kurswerte anzeigen) (GM) haben angesichts der drohenden Insolvenz weitgehend ihre Aktien des Unternehmens verkauft. Auch GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster trennte sich dabei von seinen letzten Anteilen, wie die Opel-Mutter am Montagabend (Ortszeit) in Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht SEC bekanntgab.

Insgesamt verkauften sechs Manager seit Freitag mehr als 200.000 Aktien zu einem Preis zwischen 1,45 und 1,61 Dollar. Neben Forster zählt auch der scheidende GM-Vize Bob Lutz zu der Gruppe, dagegen war GM-Chef Fritz Henderson nicht darunter. Die Aktie schloss am Montag mit einem Verlust von fast 11 Prozent bei 1,44 Dollar. Zuvor hatte Henderson eine Insolvenz als nun noch wahrscheinlicher bezeichnet. GM will sich nach seinem jüngsten Sanierungsplan mehrheitlich verstaatlichen lassen. Die bestehenden Aktionäre würden praktisch leer ausgehen.

1 Uhr: Der US-Autobauer Ford (Kurswerte anzeigen) will 300 Millionen Stammaktien verkaufen und mit dem Erlös offene Forderungen der Gewerkschaften für einen Gesundheitsfonds begleichen. Der Konzern rechnet nach Angaben vom Montag damit, von den federführenden Banken Citigroup, Goldman Sachs, J. P. Morgan Chase und Morgan Stanley eine Option von 30 Tagen zu erhalten, um bis zu 45 Millionen Stammaktien zu kaufen. Im nachbörslichen Handel fielen die Aktien von Ford nach der Ankündigung um 4,6 Prozent auf 5,80 Dollar. Im Gegensatz zu Chrysler und der Opel-Mutter General Motors  hat Ford bisher keine Staatskredite erhalten.

0.30 Uhr: Der US-Anleihenversicherer MBIA  hat im ersten Quartal 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich habe ein Plus von 696,7 Millionen Dollar gestanden, teilte der einst größte US-Bondversicherer (Monoliner) am Montag mit. Im Vorjahresquartal hatte MBIA noch ein Minus von 2,4 Milliarden Dollar verbucht. Die MBIA-Aktie kletterte nach Veröffentlichung der Zahlen im elektronischen US-Aktienhandel um 16 Prozent.

0 Uhr: Das ungarische Parlament hat am Montag einen strikten Sparhaushalt verabschiedet, der Steuererhöhungen und Rentenkürzungen vorsieht. Die Abgeordneten stimmten mit 201 gegen 166 Stimmen für ein Budget, mit dem der neue Ministerpräsident Gordon Bajnai sein Sanierungsprogramm durchsetzen und die Neuverschuldung unter 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken will. Bajnai hatte den Posten des Regierungschefs unter der Bedingung angenommen, dass das Parlament seinen Sparvorgaben folgt. Ungarn wird von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds mit einem Notkredit gestützt.

Steinbrück bringt Bad-Bank-Gesetz ins Kabinett ein

Montag, 22 Uhr: Zweifel an den Kapitalerhöhungen großer US-Banken sowie Gewinnmitnahmen haben am Montag die Kurse an der Wall Street belastet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 1,8 Prozent im Minus bei 8418 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2,2 Prozent auf 909 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,5 Prozent und ging mit 1731 Punkten aus dem Handel.

21.15 Uhr: Die massive Rezession trifft kleine und mittlere Unternehmen bisher weitaus weniger hart als die übrige Wirtschaft. Das ergebe sich aus dem jüngsten Jahresmittelstandsbericht 2009 der Wirtschaftsverbände, schreibt das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Danach erwarten die knapp 4,5 Millionen mittelständischen Unternehmen in Deutschland für dieses Jahr im Schnitt einen Umsatzrückgang von nur rund zwei Prozent. Der Bericht der neun Wirtschaftsverbände der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand soll am Dienstag veröffentlicht werden.

20.15 Uhr: Das Geschäft des Frankfurter Börsenbetreibers Deutsche Börse  ist wegen der Zurückhaltung der Anleger zu Jahresbeginn stark geschrumpft. Der Umsatz sei im ersten Quartal um 16 Prozent auf 539,8 Millionen Euro zurückgegangen, wie der Mutterkonzern der Terminbörse Eurex sowie des Abwicklers Clearstream mitteilte. Der operative Gewinn (Ebita) sank um 27 Prozent auf 311,6 Millionen Euro.

19.30 Uhr: Der italienische Modekonzern Benetton hat im ersten Quartal einen Gewinnrückgang von rund 38 Prozent verbucht und rechnet angesichts der Kaufzurückhaltung der Kunden weiter mit einem schwierigen Markt. Es gebe kein eindeutiges Anzeichen, dass sich der Abwärtstrend verändert habe, sagte Benettons Finanzchef Alberto Nathansohn. Die Kunden seien sehr zurückhaltend und beschränkten sich auf das Notwendigste.

18.30 Uhr: Das Bundesfinanzministerium hat seinen Entwurf eines "Bad-Bank"-Konzepts ins Kabinett eingebracht. Demnach sollen Banken einen Teil ihrer "strukturierten Wertpapiere" in "institutsspezifische Zweckgesellschaften" auslagern können, heißt es in dem vorliegenden Kabinettsentwurf. Im Gegenzug erhalte die Bank vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) gegen Gebühr eine garantierte Schuldverschreibung. Durch diese Regelung ergibt sich laut Ministerium keine zusätzliche Belastung für den Steuerzahler.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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