HSH Nordbank Hauptversammlung verschoben

Die angeschlagene HSH Nordbank hat ihre Hauptversammlung verschoben, auf der die dringend benötigte Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro beschlossen werden soll. Hintergrund ist eine Feststellungsklage des Finanzinvestors J. C. Flowers.

Hamburg - Die Hauptversammlung soll nun am 20. Mai zusammenkommen, fünf Tage später als zunächst geplant, bestätigte eine Banksprecherin am Samstag. Nach einem Verlust von 2,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr benötigt die Landesbank bis Ende Juni frisches Eigenkapital. Andernfalls droht die Finanzaufsicht mit der Schließung der Bank.

Der Aufsichtsrat werde an diesem Dienstag erneut tagen, berichtete die Sprecherin. Das Gremium muss dann einen Beschluss fassen, in dem empfohlen wird, eine Hauptversammlung abzuhalten und die geplante Kapitalerhöhung zu beschließen. Der Aufsichtsrat habe dies zwar bereits am 30. April einstimmig beschlossen, sagte die Sprecherin - Flowers habe den Beschluss jedoch angefochten, weil nach seiner Auffassung zu spät zu der Sitzung eingeladen worden sei.

Wegen ihres engen Zeitplans habe die Bank "als reine Vorsichtsmaßnahme" eine neue Hauptversammlung für den 20. Mai angesetzt, betonte die Sprecherin. "Wir wollten Rechtssicherheit." Über die Feststellungsklage sei bisher nicht entschieden worden.

Nach monatelangem politischem Tauziehen sind die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein zu einer Kapitalerhöhung bereit. Sie halten zusammen 60 Prozent. Da sich Flowers (Anteil: 25,7 Prozent) und die regionalen Sparkassen wahrscheinlich nicht daran beteiligen, würde ihr Anteil stark verwässert.

manager-magazin.de mit Material von dpa