Dienstag, 28. Januar 2020

Autoabsatz Weiß-blauer Sinkflug

Auch bei den bayerischen Autobauern hinterlässt die Krise tiefe Spuren. So hat BMW im April drastische Absatzeinbußen erlitten. Um ein knappes Viertel sanken die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr. Besser sieht es bei Audi aus.

München - Der Absatzeinbruch der Autoindustrie hat BMW Börsen-Chart zeigen im April weit härter getroffen als Konkurrent Audi Börsen-Chart zeigen. Bei BMW sackten die Verkäufe um 23,8 Prozent auf 101.589 Fahrzeuge ab, während Audi mit einem Minus von 5,6 Prozent auf 81.923 Autos vergleichsweise glimpflich davonkam, wie die Autobauer am Freitag in München und Ingolstadt mitteilten.

Glückliches Bayern: Für Autobauer sind diese Zeiten schon lange vorbei
Seit Jahresbeginn hat Audi ein Absatzminus von 13,6 Prozent hinnehmen müssen, BMW einen Rückgang von 21,9 Prozent. Besonders deutlich wird der Unterschied beim jeweils wichtigsten Auslandsmarkt der Unternehmen. Für Audi ist das China, wo das Unternehmen im April mit 12.156 verkauften Autos ein Plus von 21,2 Prozent und einen Absatzrekord melden konnte.

BMW verlor in seinem wichtigsten Auslandsmarkt USA dagegen drastisch: Der Verkauf brach um 41,3 Prozent auf 15.705 Fahrzeuge ein und entwickelte sich damit schlechter als der US-Gesamtmarkt, der um 34 Prozent absackte. Audi verlor in den USA 9,3 Prozent auf 7010 Autos.

"Die Lage auf den internationalen Automobilmärkten ist unverändert schwierig", erklärte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson. Der Absatz der Kernmarke BMW sank weltweit im April um 24,6 Prozent auf 84.218 verkaufte Autos, bei Mini um 19,3 Prozent auf 17.320. Auch Rolls-Royce, die Luxusmarke im BMW-Konzern, bekam die Absatzkrise zu spüren und verkaufte mit 51 Limousinen 37 weniger als im Vorjahresmonat.

Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer zeigte sich dagegen zufrieden: "Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Für unser angepeiltes Jahresziel von 900.000 verkauften Automobilen sind wir auf Kurs", erklärte er. Auch der dritte deutsche Premiumhersteller, Mercedes, hat im April massive Absatzeinbrüche hinnehmen müssen. Am Donnerstag hatte das Unternehmen bereits vermeldet, dass die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars 90.900 Fahrzeuge ausgeliefert habe, was einem Minus von 24 Prozent entspricht. Bei der wichtigsten Marke Mercedes-Benz betrug der Rückgang weltweit 23 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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