Montag, 19. August 2019

Magna-Chef Stronach "Wir wollen Opel helfen"

Frank Stronach, Chef des kanadisch-österreichischen Autozulieferers Magna, hat erstmals öffentlich das Interesse seines Unternehmens an Opel bekräftigt. Es gehe ihm nicht um einen "Einstieg" in Rüsselsheim. Er wolle "helfen", weil dies auch Interesse seines Konzerns sei, sagte der 76-jährige Milliardär in einem Interview.

Graz - "Wir reden nicht von einem Einstieg, wir sagen, wir wollen helfen", sagte Magna-Chef Frank Stronach der in Graz erscheinenden "Kleinen Zeitung" (Online- Ausgabe) vom Mittwochabend. Der 76-jährige Milliardär betonte: Wir beliefern Opel und es muss in unserem Interesse sein, dass es Opel gut geht. Der Markt darf nicht verloren gehen. Wir sind enge Nachbarn, Deutschland und Österreich sind wirtschaftlich eng verflochten. Es geht auch darum, Arbeitsplätze zu halten und neue zu schaffen."

Magna-Chef Stronach: "Es muss in unserem Interesse sein, dass es Opel gut geht"
Magna Börsen-Chart zeigen sei für eine entsprechende Aktion finanziell gut aufgestellt. "Magna ist eine sehr gesunde Firma, wir haben ungefähr 1,5 Milliarden Dollar Barreserven auf der Bank, da können wir ruhig in ein Geschäft hineingehen, ohne uns selbst zu gefährden", sagte Stronach, dessen Konzern Magna in Deutschland allein 35 Fabriken betreibt.

Stronach rechtfertigte die mögliche Beteiligung von russischen Unternehmen an der geplanten Transaktion. "Russland könnte dabei auch eine Rolle spielen, dadurch könnte sich Opel dort den Markt sichern. Mit unserem Wissen und unseren Fähigkeiten könnten wir da Koordinatoren sein, das würde auch Österreich zugute kommen."

Es freue ihn, dass innerhalb von Opel sowie in der Berliner Regierung seinem Vorschlag in Hinblick auf Opel Präferenz eingeräumt werde, betonte der Magna-Chef: "Ja, ich glaube, das ist jetzt langsam durchgedrungen, dass wir nicht gewerkschaftsfeindlich sind. Im Gegenteil. Ich komme selbst aus einer Arbeiterfamilie und vergesse meine Herkunft nicht." Er habe "immer gesagt, dass eine Gesellschaft ausbalanciert sein muss. Man kann der Wirtschaft nicht komplett freien Lauf lassen, man darf sie aber auch nicht erwürgen."

Eine Arbeitsplatzgarantie auch für Jobs in Österreich könne er nicht geben, meinte der Unternehmer. "Wir machen uns alle Sorgen. Es gibt keine Arbeitsplatzsicherung, niemand kann das garantieren, keine Regierung, keine Gewerkschaft, keine Firma, niemand." Man erlebe zurzeit "sehr schwierige Zeiten und ich arbeite heute deshalb mehr denn je. Ich könnte jetzt in Florida sitzen oder in Colorado Ski fahren, aber ich will jetzt helfen und meine Erfahrung und mein Talent einbringen."

manager-magazin.de mit Material von dpa

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